Wirkung auf Luftqualität fraglich

Breite Front gegen eine Umweltzone

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Offenbach - Breite Front gegen eine Umweltzone in Offenbach: IHK, Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft lehnen in einem Positionspapier deren Einführung ab, die FDP bezeichnet sie gar als Irrweg.

Aus Sicht der Wirtschaft ist die Wirkung einer solchen Maßnahme auf die Luftqualität fraglich, der Aufwand sei jedoch vor allem für kleinere Unternehmen hoch. IHK-Präsident Alfred Clouth betont: „Mehr als ein Drittel der in Offenbach zugelassenen Nutzfahrzeuge dürften dann zukünftig nicht mehr in Offenbach fahren“. Ausnahmegenehmigungen seien mit hohem bürokratischen Aufwand und Kosten verbunden. Auch auf die Bewohner werde sich die Umweltzone auswirken. „Fast zehn Prozent der Pkw in Offenbach haben keine grüne Plakette. Damit wird die Erreichbarkeit der Firmen für Mitarbeiter, Zulieferer und Kunden eingeschränkt“, so Kreishandwerksmeister Wolfgang Kramwinkel. Clouth hebt hervor: „Es gibt in Offenbach sinnvollere und effizientere Möglichkeiten zur Verbesserung der Luftqualität.“ Besonders wichtig sei die Verbesserung des Verkehrsflusses zum Beispiel durch eine optimierte grüne Welle. Auch ein Lkw-Routenkonzept könne helfen, Belastungsschwerpunkte zu vermeiden.

Die FDP fordert eine Überarbeitung des Luftreinhalteplans mit dem Ziel, ihn entsprechend dem Vorbild anderer Städte zu ergänzen. „Denn nicht nur der Verkehr bringt eine Luftbelastung mit sich, sondern vor allem auch Heizungen. Hier zeigen Pläne wie in Mainz deutlich kreativere Ansätze“, so der FDP-Stadtverordnete Dominik Schwagereit. Mit einem Antrag ans Stadtparlament will die FDP-Fraktion die Stadtregierung zu einem Umdenken bewegen. In Offenbach seien vor allem Stickoxidwerte ein Problem, weniger der Feinstaub.

Die Umweltzonen wirkten aber bestenfalls auf die Feinstaubbelastung. Ein Großteil davon sei zudem auf natürliche Umwelteinflüsse zurückzuführen. Die von der Koalition geforderte Umweltzone sei deshalb keine Lösung, sondern ein bürokratischer Irrweg. Die Stadtregierung solle sich lieber Gedanken machen, wie man den Verkehr flüssiger gestalten könne.

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