Breitseite wegen Pistenbreite

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Die Stadt Offenbach wirft dem Flughafenbetreiber Fraport vor, dass die Start- und Landebahnen für den bevorstehenden Regelbetrieb des „Super-Airbus“ A 380 nicht breit genug seien.

Offenbach/Frankfurt ‐ Die Stadt Offenbach wirft dem Flughafenbetreiber Fraport vor, dass die Start- und Landebahnen für den bevorstehenden Regelbetrieb des „Super-Airbus“ A 380 nicht breit genug seien. Von Ralf Enders

Dieter Faulenbach da Costa, Flughafenberater der Stadt, teilte am Freitag mit, die Luftverkehrssicherheit sei mit dem Betrieb des A 380 „nicht mehr gewährleistet“, das Riesen-Flugzeug dürfe in Frankfurt eigentlich nur „vorübergehend“ verkehren. Fraport-Sprecher Jürgen Harrer bezeichnete dies als „falsch“, alle drei Bahnen seien von der Luftfahrtbehörde „auch im Hinblick auf die A 380-Tauglichkeit für den Bestand zugelassen“.

Hintergrund der Vorwürfe Faulenbach da Costas ist die vorgeschriebene Breite der Bahnen. Dem Flughafenberater zufolge muss diese 60 Meter plus sogenannte Schultern von jeweils 7,50 Metern beidseitig betragen, insgesamt also 75 Meter. Keine der Frankfurter Pisten habe diese Breite. Auch die US-Luftfahrtbehörde FAA und die europäische EASA gingen bei Ausnahmegenehmigungen für bestehende Pisten von 75 Metern Breite aus. Der Offenbacher Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP), für den Flughafenausbau zuständig, kündigte an, er werde die Genehmigungsbehörde um eine Stellungnahme bitten.

Fraport-Sprecher Harrer sagte, die Richtlinien und Empfehlungen der Airbus Aircraft Compatibility Group (AACG), die auch vom Bundesverkehrsministerium zugelassen seien, wiesen eine Mindestbreite bei den Landebahnen von 45 Metern aus. Richtig sei, dass bei Neubauten eine voll tragfähige Breite von 60 Metern vorgeschrieben ist - nicht jedoch für den Bestand. Zudem hätten Fluggesellschaften wie Emirates oder Singapore Airlines den Frankfurter Airport nach Prüfung der Infrastruktur als Ausweichflughafen zugelassen.

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