GBO bremst steigende Mieten

Offenbach - (tk) Es kommt immer mal wieder aufs Tapet, wenn darüber nachgedacht wird, wie Offenbachs Schuldenlast zu verringern wäre.

Neben dem Gedanken an einen Verkauf der restlichen städtischen Anteile an der Energieversorgung Offenbach, gibt es auch die begehrlichen Blicke auf die Mietwohnungen der Gemeinnützigen Baugesellschaft (GBO). Sicher wären in der Vergangenheit Investoren zu finden gewesen, die für städtische Wohnimmobilien einen mehrstelligen Millionenbetrag hingeblättert hätten.

Aktuelle Schlagzeilen bestätigen, wie richtig es war, dass die Stadt nicht schwach wurde. „Jagd nach Rendite: Investoren treiben Mieten in die Höhe“ hieß es über Kommunen, die ihre Liegenschaften Anlagefonds überlassen haben. „Das ist genau das, was schon immer dagegen sprach, dass Städte Wohnungsbestände verkaufen“, sagt GBO-Geschäftsführer Winfried Männche und lobt die Standhaftigkeit der hiesigen Politik. Die starke Position der öffentlichen oder genossenschaftlichen Eigentümer wirke als Regulativ gegen zu hohe private Mieten.

Die GBO mit ihren knapp 6000 Wohnungen hat sich mit anderen Vermietern zum Kreis der Wohnungsbaugesellschaften zusammengeschlossen, der 12 500 der 50 000 Offenbacher Haushalte mit Wohnraum versorgt.

Wenn die GBO Mieten im öffentlich geförderten Wohnungsbau erhöht, dann laut Chef mit Blick auf den örtlichen Mietspiegel: „Der ist für uns die Obergrenze“, sagt Männche. Je nach Ausstattung sind für einen GBO-Quadratmeter zwischen 3,80 und 7,50 Euro zu zahlen. Für Neubauten gilt der Richtwert 6,50 Euro.

Aber die GBO baut keine neuen Sozialwohnungen. Das ist seit den Tagen von SPD-Oberbürgermeister Gerhard Grandke nicht erwünscht. Sein Parteifreund und Nachfolger Horst Schneider zeigte sich jüngst nicht begeistert, als die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft Pläne offenbarte, in Offenbach sozial bauen zu wollen. Grünen-Bürgermeisterin Birgit Simon könnte sich mit den Frankfurter Absichten anfreunden, falls Offenbach Einfluss nehmen könnte. CDU-Mitglied Männche sieht keinen akuten Mangel, meint aber, die Stadt könne weitere geförderte Miets-Neubauten vertragen, um den Markt zu entspannen: „Wir würden gerne bauen, dafür müsste es aber Zuschüsse vom Land geben.“

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