Briefverteiler war scharf auf Handys und Schmuck

Offenbach (mb) - Einen 61-jährigen Mitarbeiter der Post verurteilte das Schöffengericht zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck sah es als erwiesen an, dass der Mann von Dezember 2008 bis November 2011 mindestens 105 Sendungen geöffnet und die darin enthaltenen Wertgegenstände (vor allem Handys und Schmuck) im Gesamtwert von gut 35.000 Euro entwendet hatte.

Der Mann war in einem Postverteilungszentrum beschäftigt. Nachdem Kunden immer wieder Verluste von Postsendungen reklamierten, fiel auf, dass die vermeintlich verlorenen Postsendungen alle über den Arbeitsplatz des Angeklagten gelaufen sein mussten. Ein Mitarbeiter des internen Post-Sicherheitsdienstes beobachtete daraufhin den Mann aus einem Versteck heraus. Schnell stellte dieser fest, dass der spätere Angeklagte in kurzer Zeit drei Postsendungen mit einem Teppichmesser öffnete, den Inhalt checkte und dann die Sendung weiterleitete.

Mann lebt seit Jahrzehnten in Deutschland

Der herbeigerufenen Polizei gegenüber gab er an, er könne kein Deutsch. Tatsächlich lebt der Mann, der Pakistaner ist, seit Jahrzehnten in Deutschland. Mit Hilfe eines Dolmetscher wurde ihm der Tatvorwurf erläutert. Die Polizei fand im Spind des Mannes schon zahlreiche Wertgegenstände und schließlich in der Wohnung des Mannes eine Vielzahl von entwendeten Gegenständen. In vielen Fällen konnte der Schmuck an die Eigentümer zurückgegeben werden, weil der Mann eine Art Buchführung hatte. Er hatte die Begleitzettel zur Sendung aus nicht geklärten Umständen bei der Ware belassen.

Möglicherweise wollte er gegenüber dem Hehler den Wert der Ware nachweisen. Vermutlich hatte der Mann einen festen Abnehmer, da er gezielt nur nach Schmuck und Handys Ausschau hielt. Trotz der erdrückenden Beweislage legte der Mann kein Geständnis ab. Er behauptete vielmehr, er habe den Schmuck und die Handys in einem Koffer gefunden, der neben einem Altglaskontainer an seinem Wohnort gestanden habe.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck vermochte dem Mann dies nicht abzunehmen. Es wäre ein absolut unwahrscheinlicher Zufall gewesen, dass der Mann einen Koffer mit Wertgegenständen findet, die alle zuvor über seinen Arbeitsplatz gelaufen sind.

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Melanie Mieske

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare