Was bringt der Sommer 2012?

Offenbach/Wiesbaden - „Sommer, welcher Sommer?“ Einen ziemlich vermasselten Auftakt hat die Jahreszeit bisher hingelegt, meinen viele mit Blick auf das unbeständige Wetter, die häufige Gewitterneigung und das Auf und Ab bei den Temperaturen. Von Siegfried J. Michel

Bange Blicke richten sich jetzt auf den heutigen Siebenschläfertag. Denn bekannte Bauernregeln besagen, dass das Wetter an diesem Tag auch die nächsten sieben Wochen so bleiben wird.

Die Sprüche lauten: „Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.“ „Wenn’s am Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet.“ Und auch: „Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.“ Was prognostizieren uns nun also die Meteorologen: Der Mittwoch bringe bei 18 bis 25 Grad einen Wechsel aus Sonne und Wolken. „Vor allem nachmittags kann es Schauer und Gewitter geben“, heißt es beim Wetterportal „wetter.net“. Und der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigt an, dass heute starke Bewölkung aufkomme, zeitweise werde es regnen und vereinzelt Gewitter geben. Die Temperaturen sollen meist auf 21 bis 27 Grad steigen. So richtig positive Aussichten sind das also nicht.

„Die Hauptsommermonate stehen uns noch bevor“

Bleibt uns damit der Sommer 2012 mit seiner Unbeständigkeit und dem Hin und Her erhalten? War’s das? Einen Hoffnungschimmer verbreitet Diplom-Meteorologe Jens Hoffmann auf der Internet-Seite des DWD (www. dwd.de): „Gemach, gemach“, meint er, denn „schließlich stehen uns die Hauptsommermonate Juli und August noch bevor.“ Allerdings sieht er für die nächsten Tage keine durchgreifende Trendwende. Bei Großbritannien und Irland baue sich ein neues Tief auf, „das reichlich Warmluft von Süden her nach Mitteleuropa bzw. Deutschland schaufelt.“ Bereits morgen könne im Südwesten die 30-Grad-Marke geknackt werden. Allerdings: Die Warmluft habe viel Feuchte im Gepäck. „Die Folge ist nicht nur zunehmende Schwüle sondern auch eine deutlich steigende Gewitterbereitschaft“, erklärt Hoffmann. Außerdem lauerten über Westeuropa „bereits wieder kühlere Luftmassen, die durchaus geneigt sind, sich bei uns breit zu machen, was wahrscheinlich auch irgendwann passieren wird.“ Zum „April im Juni“ meint der Experte, dass das Ganze „so ungewöhnlich für Mitteleuropa nicht ist.“ Die Wechselhaftigkeit sowohl in Bezug auf das Wetter als auch auf die Temperatur sei in den hiesigen Breiten klimatologisch „normaler“ als lang andauernde Hitzephasen wie z.B. im Extremsommer 2003.

„Der Juni ist bisher weder zu kalt noch zu warm, sondern liegt von den Temperaturen in etwa im langjährigen Durchschnitt. Auch das Regensoll liegt voll im Durchschnitt, denn es wurde bisher zu 75 Prozent erfüllt. Nur der Sonnenschein kam bisher etwas zu kurz. Verglichen mit dem langjährigen Mittel ist das Sonnenscheinsoll erst zu 60 Prozent erfüllt“, erklärt auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung von www.wetter.net.

„Das Auf und Ab geht also weiter“

Er sieht nach dem heutigen Siebenschläfertag ebenfalls keine grundsätzliche Änderung. Es werde morgen, am Freitag, Samstag und Sonntag „wieder schwül-warm bis heiß. Die Temperaturen erreichen 23 bis 33 Grad. Dabei bilden sich immer wieder teils heftige Schauer und Gewitter, die stellenweise auch unwetterartig mit Starkregen, Hagel und Sturmböen einhergehen können. Nach dem Wochenende wird es dann wieder kühler – das Auf und Ab geht also weiter“, heißt es beim Wetterportal wetter.net. Dieses hatte bereits vor einigen Wochen einen Langfristtrend für den Sommer 2012 herausgegeben. Darin wurde ein zwar relativ warmer, aber auch ein sehr wechselhafter Sommer angekündigt. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass es beim Sommer weitergehe wie bisher: kurze warme bis heiße und teils sehr schwüle Phasen bringen heftige Gewitter und danach eine Abkühlung. Vor einigen Tagen wurde das bereits von wetter.net als „Dschungelsommer“ kategorisiert – eine echte Belastung für den Kreislauf vieler Menschen.

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