Wandel vom Friedhof zum Wochenmarkt

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So schön können Architekten-Pläne sein: Ein Entwurf aus dem Jahre 2002 für die Wochenmarkt-Nutzung des Wilhelmsplatzes. Brunnen inbegriffen.

Offenbach - Offenbacher Lebensart? Ein schwer zu fassender Begriff, von dem sicher so mancher behauptet, dass es ihn gar nicht gibt. Im Rathaus ist man da ganz anderer Meinung. Und weiß auch genau, wie sie sich konzentriert, die Offenbacher Lebensart: auf dem Wilhelmsplatz. Von Matthias Dahmer

Passend zur offiziellen Eröffnung des umgebauten Platzes am nächsten Samstag präsentiert die Stadt eine Publikation unter dem Titel „Treffpunkt Offenbacher Lebensart“ - zu einem Areal, das wohl wie kein zweites Offenbach von seiner positiven Seite zeigt.

Auf 72 aufwändig gestalteten und reich bebilderten Seiten und in einer Auflage von 1000 Stück werden Historie, Umbau und Zukunft des Wilhelmsplatzes ausgebreitet. Der Wandel vom einstigen Friedhof zum beliebten Wochenmarkt ist darin ebenso zu finden wie eine Dokumentation der bis in die 1970er Jahre zurückreichenden Umbaupläne. Das Buch, das ab Samstag für fünf Euro im Buchhandel zu haben ist, geht zudem auf die Entwicklung der Gastronomie rund um den Platz ein.

Was jetzt noch fehlt, ist der Brunnen

Als Herausgeber zeichnen mit Bau- und Presseamt jene städtischen Ämter verantwortlich, die vermutlich am vertrautesten mit den Höhen und Tiefen der Umbauphase sind. Und obwohl es nahe gelegen hätte: Eine reine Beweihräucherung behördlichen Handelns ist die Publikation nicht. „Wir haben nichts ausgelassen, auch nicht die Baumfällung vom März 2009“, sagt Bauamts-Chefin Susanne Schöllkopf.

Als sie zusammen mit Stadtarchivarin Anjali Pujari historisches Material über den Wilhelmsplatz sichtete, kam den beiden die Idee für das Buch. Redaktionell hat Simone Kaucher-Quade vom Presseamt das Werk gemanagt. Für sie zeigt es vor allem, „weshalb der Platz den Offenbachern eine Herzensangelegenheit ist“.

Auch der Oberbürgermeister spart nicht mit Lob: „Ein tolles Werk über ein städtebauliches Highlight“, urteilt Horst Schneider. Der Umbau des Platzes markiere auch den Beginn einer neuen Beteiligungskultur, die sich beim Maindamm, aktuell beim Stadthof und künftig beim Marktplatz fortsetze.

„Was jetzt noch fehlt auf dem Wilhelmsplatz, ist der Brunnen“, sagt der OB.

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