Geboren in Frankfurt, wohnhaft in Berlin

DJ Max Buchalik schwört auf das „unverbrauchte Offenbach“

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Max Buchalik in seinem Element: Der DJ brachte im August die Besucher des Festivals „Stadt, Land, Bass“ am Sickenhöfer See bei Babenhausen zum Tanzen. 

Offenbach - Geboren ist er in Frankfurt, inzwischen wohnt er in Berlin. Doch sein Herz gehört Offenbach, wo er auch weiterhin seine Fans regelmäßig glücklich machen will: DJ Max Buchalik. Von Khang Nguyen

Rastlos wollte keiner der rund 3000 Besucher des Festivals „Stadt, Land, Bass“ sein. Fast unbeeindruckt von der prallen Sonne tanzen sie am Sickenhöfer See bei Babenhausen zur elektronischen Musik. Unter ihnen ist auch Max Buchalik. Der DJ trägt ein schlichtes, schwarzes T-Shirt und eine ebenso einfache Hornbrille. Einen Kontrapunkt bilden seine bunt verspielten Sneaker.

Buchalik zufolge bedarf es einer Menge Vorbereitung, bis er die feiernde Menge zum Tanzen animieren kann. „Ich bin extrem organisiert“, sagt er von sich. Tatsächlich ist Buchalik ein durch und durch strukturierter Mensch. Nach einem selbst gemachten Eiskaffee am Morgen schreibt er sich eine To-Do-Liste und arbeitet diese systematisch ab. Einer der festen Punkte: eine Excel-Tabelle. „Meine Datenbank umfasst rund 4000 Künstler und 2000 Labels“, bilanziert er stolz sein Sammelsurium. Mit der Datei protokolliert er penibel, wer welche Tracks produziert, was er sich bereits angehört hat und – noch viel wichtiger – welche Musik und Labels ihm gefallen und er in Zukunft weiter verfolgen möchte. Denn 90 Prozent der angespielten Titel seien nicht nach seinem Geschmack: „Es kann gut sein, dass ich drei Stunden am Tag mit Musikhören verbringe und vielleicht einen oder zwei Songs finde, die mich packen und mit denen ich mich identifizieren kann.“

Diesen Anspruch stellte sich Buchalik zu Beginn seiner DJ-Karriere noch nicht. „Manchmal höre ich mir alte Sets an und bin erstaunt, wie sehr sich mein Musikgeschmack über die Jahre entwickelt hat“, sagt er und lacht. Mit 16 Jahren besaß er bereits einen Plattenspieler, erste richtige Gehversuche im Mischen verschiedener Musiktitel unternahm der Frankfurter aber erst zwei Jahre später. Es war ein Urlaub auf Ibiza, der ihn dazu inspirierte: „Diese Energie und dieser Moment, als Sven Väth im Amnesia auflegte, waren unbeschreiblich“, schwärmt der heute 26-Jährige.

Inzwischen produziert Buchalik auch selbst - möglichst spontan, wie er verrät: „Wenn ich einen Einfall habe, muss ich sofort in mein Home-Studio und loslegen.“ Einmal sagte er wegen einer plötzlichen Idee gar einen Termin ab: „Ich war bereits auf dem Weg und habe das Treffen noch gecancelt.“ Im kommenden Jahr soll seine erste EP veröffentlicht werden.

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Seit Anfang des Jahres wohnt er in einer Altbauwohnung in Berlin und steht seitdem bei der Agentur „Pearls Booking“ unter Vertrag. Es ist eine Art Hassliebe, die ihn zur Hauptstadt führt. „In Berlin kannst du nicht gut auflegen, zu viel Tourismus und keine großen Gagen“, plaudert er aus dem Nähkästchen. Und dennoch müsse man dort wohnen, um vor den vielen Inspirationen zu profitieren und mit anderen Künstlern in Kontakt bleiben zu können. Einen Großteil seiner Fans hat er allerdings nach wie vor in Offenbach und Umgebung, nicht zuletzt aufgrund seiner durchweg gut besuchten und gefragten Veranstaltungsreihen „Großstadtliebe“ und „Klangdynamik“.

Doch das allein sei nicht der Grund, warum er Offenbach weiterhin treu bleiben will. Denn die Stadt am Main sei im Gegensatz zu Frankfurt noch nicht so verbraucht und viel offener für neue Projekte. Nicht zuletzt kann Buchalik bei seinen Veranstaltungen natürlich bestimmen, wer neben ihm noch auflegen darf – und bestimmt auf diese Weise auch, welche Musik nach seinem Geschmack wäre. Denn bis das Publikum tanzt, muss alles gut organisiert sein.

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