Beim „Maafest“ präsentiert sich die Turn- und Sportgemeinschaft

TSG Bürgel: Das 2000. Mitglied im Visier

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Allerliebst in Bewegung: Tanzmäuse der TSG-Tanzabteilung.

Bürgel - Drei Tage war Bürgel besonders in Bewegung. Dafür sorgte die Turn- und Sportgemeinschaft mit ihrem „Maafest“ auf dem Mainvorgelände, das trotz wechselhaften Wetters generationenübergreifend zum Mitmachen anregte. Von Harald H. Richter

Auf die Sonnenbrille lässt sich bisweilen verzichten, auch ohne sie bleibt der Überblick gewahrt. Wer sich auf die Bewegungsangebote einlässt, mit denen die Turn- und Sportgemeinschaft Bürgel bei ihrem diesjährigen Main-Fest am Reichstag aufwartet, ist nah dran am Geschehen und manchmal auch mittendrin.

Die Besucher der dreitägigen Veranstaltung soll es nämlich nicht auf den Bänken halten. Sport treiben und Geselligkeit pflegen – mit dieser Kombination gelingt es dem Vorstand um Rolf-Dieter Elsässer auch diesmal, die Besucher zum Nachahmen zu animieren und kurzweilig zu unterhalten. „Das stärkt die Zusammengehörigkeit“, ist Elsässer überzeugt.

Der Verein mit seinen inzwischen neun Abteilungen gibt sich breit aufgestellt und steht kurz davor, die Marke von 2000 Mitgliedern zu erreichen. „Uns ist es wichtig, vermehrt Familien zu begeistern, schon im frühen Kindesalter Freude am Sport zu wecken und diese auch über die Jahre zu bewahren“, sagt der Vorsitzende. Dabei sei es nicht wichtig, dauerhaft bei einer Sportart zu bleiben. Gerade den Jüngeren soll Zeit gelassen werden, sich ausprobieren und herauszufinden, was ihnen am meisten Spaß bereitet und wo sie Bestätigung finden. „Diesen Sommer hatten wir diesbezüglich zwei Sportcamps angeboten, bei denen alle Abteilungen einen Querschnitt boten.“

Can-Luca etwa spielt seit mehr als drei Jahren Hockey und schwimmt gern. Seit Kurzem entwickelt der Zehnjährige Begeisterung fürs Tennis. Da kommt es ihm gelegen, dass zum Main-Fest eine Fläche angelegt ist, auf der er sich den Trainern der Tennisschule Wenger & Wiesinger beweisen kann. „Das Serve-and-Volley-Spiel beherrscht du jedenfalls schon“, attestiert ihm Abteilungsleiter Jens Holzer.

TSG Bürgel feiert „10. Berler Maa-Fest“

Damit die Filzkugeln auf der unebenen Mainuferwiese nicht verspringen, greifen die Trainer Sebastian Wiesinger und Patrick Quint zu druckreduzierten Bällen, mit denen sich leichter spielen lässt. Auf den sechs neuen Plätzen ihrer Außenanlage am Mainzer Ring bietet die TSG beste Trainings- und Turnierbedingungen. Zahlreiche Mitmachangebote bringen die Festbesucher in Schwung: etwa am Eröffnungsabend, als fünf Teams ein Volleyballturnier bestreiten oder als zu lateinamerikanischen Tanzrhythmen Begeisterung für die Zumba-Fitness geweckt wird. Außerdem wird bei Country- und Westernsongs der Band Steel & Wood zum Line Dance gebeten. Wer das zum ersten Mal ausprobiert, eignet sich schnell die passenden Schrittfolgen an.

Freude an der Bewegung entwickeln die Jüngsten, wie die Tanzgruppe der Drei- bis Sechsjährigen unter Anleitung von Katja Kühn beweist. Sie lassen das Mini-Monster trommeln, springen, stampfen und freuen sich über den Beifall. Die von Maxime Wied betreute Mädchenriege zeigt turnerische Ästhetik. Da schaut auch der neunjährige Jan Luca genauer hin, denn seine drei Jahre ältere Schwester Luna turnt mit. Er selbst geht der südamerikanische Kampfkunst Capoeira nach und spielt Tischtennis. Auch Ann-Kathrin (14) und ihre Freundin Teresa (17), die im Wechsel mit anderen Vereinsmitgliedern am Kuchenbuffet Dienst schieben, sind in mehreren Sportarten aktiv. Beide gehören der Karate-Abteilung an, Teresa bereits seit ihrem sechsten Lebensjahr. Ann-Kathrin turnt, spielt Handball, hat am Line Dance Gefallen gefunden.

Als Vereinschef Elsässer zur Teilnahme am Sponsorenlauf für Kinder und Jugendliche aufruft, ist Can-Luca einer der ersten, die sich in die Starterliste eintragen, um den 400-Meter-Rundkurs möglichst oft zu bewältigen. In 20 Minuten legt er die Strecke zwölfmal zurück. „Das war eine gute Vorbereitung für morgen“, sagt er zufrieden. „Da starte ich nämlich in Frankfurt, und der geht über fünf Kilometer.“ Dadurch verpasst er zwar die Programmpunkte des abschließenden Familientags, an dem unter anderem der Musikverein Dietesheim auftritt und das Spielmobil der Hessischen Turnerjugend in Bürgel Station macht. Aber er hat eine weitere sportliche Herausforderung angenommen. Und das ist ganz im Sinne des TSG-Mottos „Wir bewegen Bürgel“.

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