Eigenwerbung für Firmen und Vereine

Bürgeler Markt: Lebendigkeit des Stadtteils

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Schöner Schopf vom Figaro: Auch das war am Sonntag in Bürgel möglich.

Offenbach - Einmal im Jahr verwandelt sich Bürgels Langstraße in eine Flaniermeile. Denn beim Bürgeler Markt schlendern die Bewohner wie durch eine Fußgängerzone. Von David Heisig

Wahl, Wetter, Waren: Die drei Ws ziehen am Sonntag Bürgeler „uff die Gass“, wie es ein Besucher des Gewerbemarkts dialektsicher auf den Punkt bringt. Es riecht nach Gegrilltem, aus Lautsprechern dröhnt Musik, Kinder ziehen Luftballons hinter sich her. Ulrich Mertens vom Verein Bürgel aktiv betont, es sei „die beste Wahl, nach Bürgel zu kommen“. Die Lebendigkeit des Stadtteils wird gezeigt. „Wie die Geschäftswelt Akzente setzen kann“, darauf liege die Intention. Oft herrsche der Eindruck, in den Stadtteilen liege das Gewerbe darnieder. „Bürgel versucht, die Versorgung aufrecht zu erhalten“, meint Mertens. Daher fänden sich von Ärzten über Bäcker bis zum Installateur alle Dienstleistungen.

In finanziell schwierigen Zeiten ein Gewerbe zu eröffnen sei ein schwerer Schritt, erklärt Mertens mit Blick auf manchen Leerstand. „Wir haben das Glück, dass wir fast alles relativ schnell wieder besetzt bekommen.“ Eigentlich müssten Kunden den Stadtteil nicht verlassen.

Bilder vom Bürgeler Markt 2012

Bürgeler Markt lockt Publikum

Der Verein will mit etwa 50 Mitgliedern Plattform sein, um mit einer Stimme für die Gewerbetreibenden zu sprechen. Etwa wenn es um Genehmigungen geht oder bei Aktionen wie dem Markt. 65 Prozent der Selbstständigen seien Mitglied. Miteinander stehe neben Wettbewerb. So empfehle der eine mal das Geschäft des anderen. Man trifft sich alle sechs Wochen, um Aktionen zu planen, etwa die Standverteilung. Viele wollen vor ihrem Geschäft stehen, andere haben keins. Externe zahlen 180 Euro Standgebühr. Das schreckt einige nicht. Anja und Oliver Kantyba aus Ronneburg keltern Apfelsüßmost. „Alles alte Sorten“, erklärt Kantyba mit Blick Schafsnase, Boskop oder Renette. Auch der leicht vergorene Rauscher ist im Angebot.

Etwas weiter verkaufen Petra und Roland Huber Motorradkleidung in Übergrößen, vermieten Motorräder. Märkte böten die Chance zur Eigenwerbung. Mit heißen Öfen hat auch der Vespa-Club zu tun, er verteilt Infomaterial. Vereinsziele sind Geselligkeit, Verkehrssicherheit, Motorsport und Wettkämpfe, so Vorsitzender Peter Roser.

Bilder vom Bürgeler Markt 2010

Bürgeler Markt

Für Vereine ist der Markt eine günstige Werbefläche. Zumal Ranzengarde oder Sparta nicht die volle Standmiete zahlen, ebenso wie TSG 1847. Da gibt es bei Turn- und Tanzabteilung Waffeln, Kaffee und Kuchen. Dagmar Ströhlein lobt, dass der Gewerbeverein ein offenes Ohr für Ehrenamtler habe. Ein paar Meter weiter hat Christine Wenzke vom Kontaktbüro Hans-Böckler-Siedlung einen Stand aufgebaut. Verkauft werden Puppen, Topflappen, von Bewohnern produziert. Neben Seniorenbetreuung gibt es Sozialberatung, Hausaufgabenhilfe und eine Tafel mit Lebensmitteln. Wenzke ist betrübt, das viele in der Siedlung sie in Anspruch nehmen müssten.

Auch Standards sind zu bestaunen: Kreditangebote, Automobile, Dachisolationen. Unschlüssige Wähler können mit Stefan Grüttner (CDU), Peter Schneider (Grüne) oder Paul-Gerhard Weiß (FDP) ins Gespräch kommen. Oder sich bei einer thailändischen Kopfmassage oder am Stand von „Berührung erleben“ von Vera Jäger entspannen.

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