Bürger-Alarm schon länger außer Gefecht

In drei Monaten neues System

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Offenbach - Frank Winter mag nicht mehr an das Bürgeralarmsystem angeschlossen sein. Weil er nach seinem Eindruck seit ungefähr einem Jahr keine Mitteilung von der Polizei erhalten hat, entschloss er sich zur Kündigung. Von Thomas Kirstein 

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Kein Anruf für besorgte Bürger

„Ich hätte es richtig befunden, wenn die Verantwortlichen dort ehrlich mit den 5000 zahlenden Mitgliedern umgegangen wären und sie über die bestehenden Probleme aufgeklärt hätten“, meint der Offenbacher. In der Tat ist das System, das Bürger direkt mit sicherheitsrelevanten Informationen versorgen soll, seit Monaten praktisch tot. Warum, erklärt Winfried Männche, GBO-Chef und Vize-Vorsitzender des Fördervereins Sicheres Offenbach: „Der Software-Hersteller ist schon lange krank und nicht mehr in der Lage, das defekte System zu reparieren.“ Der Verein, der den Bürger-Alarm finanziert, war jedoch seitdem nicht untätig. „Wir haben uns umgesehen und in der Darmstädter Gegend etwas gefunden, was gut funktioniert und unseren Ansprüchen genügt“, sagt Männche. Die Angeschlossenen müssen sich indes noch drei Monate gedulden. Der Förderverein hat das Geld freigegeben, der Vertrag kann unterschrieben werden. Polizeipräsident Roland Ullmann hat das neue System bereits mehreren Kreiskommunen vorgestellt. Die Stadt Hanau macht schon seit längerem mit.

Bislang konnte die Polizei über 30 freigeschaltete Leitungen pro Stunde etwa 600 Teilnehmer mit einem aufgenommenen Text erreichen, wenn es zum Beispiel galt, vor Einbrecherbanden zu warnen. Problem: Der Telekommunikationsanbieter erkannte zu unterbindende „Massenwerbeanrufe“. Die Neuerung soll dies alles einfacher machen: Dafür braucht die Polizei keinen Sprecher mehr, Texterkennung reicht; in einer Sekunde können 5000 E-Mails abgesetzt werden; SMS ist möglich. Die Beteiligten, neben Förderverein und Polizei die Stadt, sollen begeistert sein.

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Teilnehmer brauchen sich aber nicht besonders über bezahlte, jedoch nicht erbrachte Leistung zu grämen: Der Anschluss kostet sechs Euro im Jahr, Mieter der großen Baugesellschaften zahlen nichts.

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