Bürgerbrunnen auf dem Wilhelmsplatz

Von Offenbachern für ihr Offenbach

Offenbach - Er soll vieles werden: Schlussstein einer gelungenen Umgestaltung, eine Stelle der Begegnung, in erster Linie aber ein Symbol für die Identifikation der Offenbacher mit ihrer Stadt und deren schönstem Fleck. Von Thomas Kirstein

Der von Grund auf erneuerte Wilhelmsplatz bekommt einen repräsentativen Brunnen, bezahlt von Bürgerinnen und Bürgern, sind die Initiatoren überzeugt. Sie haben keine Zweifel, dass eine sechsstellige Summe für das Projekt zusammenzubringen ist, dass es zu einem Engagement in einer für Büsingpalais, Lilitempel und Klingspormuseum begründeten Spenden-Tradition kommen wird.

Vor dem Ziel steht erst einmal ein Wettbewerb. Auslober ist auf Anregung von Oberbürgermeister Horst Schneider die Offenbacher Bürgerstiftung, vertreten durch Winfried Männche, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Baugesellschaft. Fachliche Kompetenz steuert der Designer Club Deutschland bei in Person seines für Wettbewerbe zuständigen Vorstands Niko Gültig. Gefragt sind jetzt Künstler und Kreative aus Hessen – Architekten, Bildhauer, Designer, Brunnenbauer... Die förmliche Ausschreibung findet sich unter www.buergerstiftung-offenbach.de. Gestiftet ist bereits das Preisgeld, zu einem nennenswerten Teil von unserer Zeitung: 10.000 Euro sind ausgelobt, 5000 für den ersten, 3000 für den zweiten, 2000 für den dritten Preisträger. Erwartet werden unter anderem detaillierte Planung, optische Darstellung und Kostenschätzung. Vorgaben etwa zu Materialien oder Stil gibt es kaum, der Brunnen muss aber auf die kreisrunde, bereits mit den nötigen Anschlüssen versehene Fläche auf der Wilhelmsplatzmitte passen und finanzierbar sein. Erwartet wird: ein gutes Beispiel zeitloser Stadtgestaltung, eigenständig und dominant in seiner Erscheinung, den Ansprüchen guten Designs genügend, bei Tag und Nacht weithin sichtbar, sympathisch auffallend.

Der Wettbewerb begann gestern und geht bis zum 21. Januar 2013. Wann realisiert wird, hängt dann von der Spendierfreudigkeit der Offenbacher ab. Mitbestimmen über den umzusetzenden Entwurf dürfen sie in Gestalt von acht Bürgerinnen und Bürgern in der sechzehnköpfigen, zur anderen Hälfte aus Fachpreisrichtern gebildeten Jury. Dabei sein soll ein Vertreter der Anwohner und einer der Marktbeschicker, um die anderen sechs Plätze können sich interessierte Leserinnen und Leser der Offenbach-Post bewerben.

„Wo gibt es das sonst in Hessen, dass Bürger ihrer Stadt einen Brunnen stiften?“, fragt Bürgerstiftungs-Vorsitzender Winfried Männche. Oberbürgermeister Horst Schneider wünscht sich einen „Mittelpunkt in der dritten Dimension“ für diesen Platz mit „unvergleichbar urbanem Flair“. Er ist sich sicher, dass die „sportliche Aufgabe, einen sechsstelligen Betrag zu erhalten“, gelingen wird. Designer Niko Gültig, kein Offenbacher, aber regelmäßiger Besucher von Wochenmarkt und Wilhelmsplatz-Gastronomie will den Bürgerbrunnen, der im Besitz der Bürgerstiftung bleiben und von ihr gepflegt werden wird, auch als „Zeichen eines immer stärker werdenden Selbstwertgefühls“ installieren.

Mit-Initiator Dr. Christoph Schaaf von der Aktion Starkes Offenbach bringt Ort und Menschen in Zusammenhang: Der Brunnen entstehe „in der ideellen räumlichen Mitte der Stadt, bezahlt von der ideellen Mitte der Stadt, also den Wohlmeinenden“.

Rubriklistenbild: © Georg

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