Kürzere Öffnungszeiten und Neuerungen

Beschleunigende Kürzung im Bürgerbüro

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Ab 3. März hat Offenbachs Bürgerbüro deutlich kürzere Öffnungszeiten. Etliche Neuerungen sollen aber die Wartezeiten für die Kunden verringern. Vieles wird neu im Bürgerbüro.

Offenbach - Es soll zeitlich knapper, jedoch für die Kunden vieles besser werden im Offenbacher Bürgerbüro. Wie bereits berichtet, schrumpft die Öffnungszeit drastisch. Vom 3. März an sind es nur noch 30 statt wie bisher 44 Stunden. Von Thomas Kirstein 

Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag ist von 8 bis 13 Uhr für jeden auf, der kommt; für Donnerstag von 15 bis 20 Uhr und Samstag von 9 bis 14 Uhr müssen Termine vereinbart werden. Innerhalb dieser Zeiten sind jährlich von 85.000 Menschen Wartemärkchen zu ziehen.

Stadtrat Felix Schwenke, Bürgerbüro-Chefin Martina Fuchs und ihr Stellvertreter Markus Eck sind sich einig, dass sich ein Paket von Neuerungen unterm Strich für die Bürger auszahlt. Weswegen die auch auf einer Erhebung unter 1700 Befragten basierenden Änderungen für sie das Prädikat „kundenorientiert“ verdienen: Fünf Stunden in der Woche weniger für alle ergeben kürzere Wartezeiten für die einzelnen.

So soll das Kunststück gelingen

Wie das Kunststück gelingen soll, erläutert Markus Eck: Wenn das Bürgerbüro geöffnet hat, stehen künftig in der Regel alle Mitarbeiter zur Verfügung, die keinen Urlaub haben oder krank sind. 36 reguläre Stellen hat das für alle Pass-, Führerschein-, Melde- und Kfz-Angelegenheiten zuständige Amt. Dazu kommen – nicht für alle sensiblen Aufgaben verwendbar – fünf Jahrespraktikanten, sieben Mini-Jobber sowie ein bis zwei Ausbildende. Der personelle Gewinn – ohne dass eine einzige Stelle mehr geschaffen wurde – erlaubt die Einrichtung zusätzlicher Beraterplätze: aus 16 mach 21. Die Abläufe beschleunigen soll zudem, dass nicht mehr nur ein, sondern zwei Mitarbeiter den Empfang bilden. Dort werden wie bisher die Wartemarken verteilt und neu zusätzlich Führungszeugnisse sowie Meldeauskünfte und -bescheinigungen ausgegeben.

Zur Entlastung des Betriebs im räumlich beengten Rathaus-Erdgeschoss (Stadtrat Schwenke: „Vielleicht das kleinste Bürgerbüro Deutschlands.“) soll die Verlegung der Migrationsberatung an den inneren Zugang beitragen. Durch Einschnitte für EVO-Kunden verspricht man sich kürzere Warteschlangen vor den Kassen. Die Barzahler des Versorgers können ihre Rechnungen nicht mehr im Rathaus begleichen, sondern müssen in die Andréstraße oder zur Sparkasse.

Für die Stadt-Kunden wird das Bezahlen der Gebühren dagegen ab diesem Sommer noch leichter. Auch an jedem Beratertisch des Offenbacher Meldeamts werden dann EC-Karten akzeptiert. Sogar einen Kassenautomaten soll es dann anstatt der bisherigen Kasse geben. Stadtrat Schwenke weiß, worauf sich die Bürgerbüro-Kundschaft freuen darf: „Bei den Wartezeiten wollen wir unter 20 Minuten sein.“ Schlangen, die durch die Tür hinaus bis zum Spielplatz reichen, sollen der Vergangenheit angehören. Der hemmende Effekt eines Schilder-Tourismus ist bereits seit 2012 beseitigt: Kfz-Kennzeichen gibt es inzwischen nur noch für die Offenbacher.

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Die – ob Alt- oder Neubürger – müssen sich indes erst einmal auf einschneidende Änderungen einstellen. Voraussichtlich im Juli wird das Bürgerbüro das Parterre des Stock für Stock zu renovierenden Rathauses verlassen müssen. Für schätzungsweise zweieinhalb Jahre ist die zentrale Anlaufstelle dann im Bernardbau an der Herrnstraße zu finden. Für die Organisation ist das sogar ein Vorteil, findet Vize-Amtsleiter Markus Eck: „Da haben wir ein paar hundert Quadratmeter mehr, die Kunden bekommen einen eigenen Warteraum, für die Auto-angelegenheiten ist der Mainparkplatz ganz nah.“

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