Neuerungen im Bürgerbüro

Mit festen Terminen gegen den Warte-Frust

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Er muss noch nicht anstehen, um sein Fahrzeug im Bürgerbüro anzumelden...

Offenbach - Terminvereinbarungen, dynamische Anzeige der noch verfügbaren Wartemarken, Kundenbefragung: Die Stadt nimmt einen weiteren Anlauf, ihr vor 13 Jahren eröffnetes Bürgerbüro im Rathaus servicefreundlicher zu gestalten.

Trotz einiger Maßnahmen in jüngster Vergangenheit, wie etwa die Reduzierung der Öffnungszeiten oder die Konzentration auf Offenbacher Kunden, sei es nicht gelungen, die Wartezeiten auf maximal 20 Minuten zu beschränken, habe es „gigantische Schlangen“ vor den Schaltern gegeben, sagt Stadtrat Felix Schwenke gesten bei Vorstellung des neuen Konzepts.

45 Mitarbeiter kümmern sich im Bürgerbüro um jährlich 160. 000 Kunden. Weil man aufgrund des der Stadt auferlegten Sparzwangs kein zusätzliches Personal einstellen könne, um die Wartezeiten von bis zu mehreren Stunden zu verkürzen, so Schwenke, werde bei der Steuerung der Kundenströme angesetzt.

Termine vorher vereinbaren

So sind ab Montag, 6. Mai, Terminvereinbarungen bei der Beantragung von Pässen und Ausweisen möglich. Über die städtische Internet-Seite  oder telefonisch (Tel. 115 oder Tel. 069 80654222) können feste Zeiten gebucht werden. Das Angebot richtet sich vor allem an Berufstätige, versprochen wird prompte Bedienung ohne langes Warten im Bürgerbüro.

Im vergangenen Jahr wurden bei der Behörde 4703 Reisepässe und 8924 Personalausweise beantragt. Pro Woche bearbeitete das Büro 150 Pass- und Ausweisangelegenheiten, die Wartezeit lag zwischen 30 Minuten und mehr als drei Stunden.

Bis zum Ende der Sommerferien soll das Verfahren, das etwa in Würzburg oder Magdeburg mit der gleichen Software bereits erfolgreich praktiziert wird, als Test laufen. Danach sei eine Ausweitung auf weitere Dienstleistungen geplant, sagt der stellvertretende Leiter des Bürgerbüros Markus Eck. Fest eingeplant ist schon, dass ab dem 28. August immer samstags alle Leistungen nur noch nach zuvor vereinbarten Terminen geboten werden.

Annahmestopps ärgern Kunden

Ein besonderes Ärgernis für jene Kunden, die bereits Wartemärkchen gezogen haben, sind die Annahmestopps. Mindestens einmal pro Woche komme es derzeit vor, dass bis zum Ende der Öffnungszeit nicht alle Kunden bedient werden könnten, berichtet Bürgerbüro-Chefin Martina Fuchs. Dem soll zunächst mit neuen, verkürzten Zeiten für die Ticketausgabe begegnet werden.

Damit sei zumindest garantiert, dass jeder Kunde noch am selben Tag drankomme. Bereits vom nächsten Montag an gelten folgende Zeiten für die Ausgabe: Montag, Dienstag und Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr und Samstag von 9.30 bis 12 Uhr.

Die verkürzten Zeiten sind nur als Zwischenschritt bis zur Einführung einer dynamischen Anzeige der noch verfügbaren Tickets zu sehen, die im Herbst kommen soll. Dann kann auf der Internetseite der Stadt und an einer außen angebrachten Anzeige direkt am Bürgerbüro nachgelesen oder unter s 115 nachgefragt werden, wie viele Wartemarken für die jeweilige Dienstleistung am fraglichen Tag noch frei sind und ob sich der Weg zum Rasthaus überhaupt lohnt. „Ein bundesweit einmaliges Verfahren“, betont Markus Eck.

Dritte Maßnahme, die eher langfristig zur Steigerung der Effizienz führen soll, ist eine groß angelegte Kundenbefragung nach den Sommerferien. Man werde Anregungen und Kritik in den Veränderungsprozess des Bürgerbüros integrieren, sagt Dezernent Schwenke.

mad

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