Weiterhin lange Wartezeiten

Bürgerbüro mit Termin-Zwischentief

Offenbach - Gut gemeint und langfristig vielleicht erfolgreich, zwischenzeitlich aber kontraproduktiv: Die bewusste Online-Überbuchung hat die Wartezeit auf einen Termin wieder verlängert. Von Thomas Kirstein 

Diese Umstellung habe Bewegung ins System gebracht, sagt Amtsleiterin Martina Fuchs: Durch Umbuchung auf frühere Termine vorgerückte Kunden haben vorerst die Kapazität erschöpft. Es soll sich aber nur um ein Termin-Zwischentief handeln. „Ich bin mir sicher, dass sich der Stau auflösen wird und es ab dem 15., 16. September auf Dauer Riesenlücken und schneller Termine gibt“, zeigt sich die Bürochefin zuversichtlich.

Gestern indes ist noch erhebliche Geduld und Verständnis für Offenbachs zentrale Meldestelle gefordert, die, wie berichtet, seit 2013 eine kontinuierliche und unerwartet starke Nachfrage bewältigen muss. Wer um 11 Uhr im Internet einen Termin für Kfz-An- oder Ummeldung will, wird auf 14. September vertröstet, für die Anmeldung der Wohnung dauert es einen Tag länger.

Direkt betroffene Offenbacher müssen dafür nicht unbedingt milde Toleranz aufbringen. Sie dürfen auch erbost reagieren, wenn die Folgen für sie äußerst unangenehm sind. Holger Eisenach etwa hat sich vergangene Woche ein Auto gekauft und am Montag registrieren müssen, dass er es erst am 7. September würde anmelden können. Er hält es nicht für zumutbar, dass ein Wagen so lange beim Händler oder ohne Kennzeichen auf der Straße stehen muss. Martina Fuchs kann die Verärgerung verstehen, aber momentan keinen generellen Ausweg bieten. Bis die geplanten Veränderungen im Bürgerbüro greifen, dauert es noch eine Weile.

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Kunden könnten sich allerdings mit den im Amt zeitlich weniger aufwendig auszustellenden Kurzzeitkennzeichen helfen – für sie gibt es frühere Termine, die Schilder kosten allerdings extra. Oder sie nehmen – ebenfalls kostenpflichtig – professionelle Zulassungsdienste in Anspruch: Diese haben zu ihrem Ärger zwar keine Garantie mehr, dass ihre morgens eingereichten Unterlagen am späten Nachmittag bearbeitet sind, können sich in der Regel aber auf Erledigung spätestens am Folgetag verlassen. Und zuletzt bleibt Beharrlichkeit: Täglich ändert sich das Termin-Angebot, so dass sich häufigeres Nachschauen lohnen kann.

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