Dauerhaft im Bernardbau?

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Noch fehlt die endgültige Wegweisung. Im Bernardbau sind ab 24. November Pass- und Meldewesen, Führerschein- und Zulassungsbehörde, Standesamt sowie Kundenberatung von EVO und ESO vereint. Links der zentrale Eingang.

Offenbach - Der Bernardbau mit seiner markanten Klinkerfassade entstand 1892 als Schnupftabakfabrik. Ab 24. November werden ihn mehr Offenbacher als bislang aufsuchen, womöglich erstmals ganz bewusst wahrnehmen. Von Martin Kuhn 

Grund: Das Bürgerbüro, als zentrale Anlaufstelle für viele Behördengänge unerlässlich, zieht dort ein. Leiterin Martina Fuchs freut sich auf den Umzug. Kein Wunder: Kunden und Mitarbeitern steht an der Herrnstraße 61 mehr Platz als im Rathaus zur Verfügung. Es ist möglicherweise mehr als ein Zwischenspiel.

Das ist eine neue Entwicklung. Noch im Frühjahr reden die Verantwortlichen von einer temporären Nutzung, die auf etwa zweieinhalb Jahre veranschlagt ist. Gestern ist Stadtrat Felix Schwenke weniger präzise. Wie lange dauert die Zwischennutzung im Bernardbau? „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir das nicht sicher sagen.“ Offenbar ausgemacht: Einen Rückumzug ins Rathaus mit der bisherigen Raumaufteilung gibt es nicht. Für Felix Schwenke in seiner Funktion als Stadtkämmerer in Absprache mit der Aufsichtsbehörde ausschlaggebend: Was kostet es? Das werde später nach rein „wirtschaftlichen Gesichtspunkten“ entschieden.

Bis dahin dürften Monate vergehen. Die Sanierung des sogenannten Rathaus-Breitfußes für 7,45 Millionen Euro („Kein Luxus, sondern erforderlicher Brandschutz“) startet ohnehin später als vorgesehen. Mit Baufortschritt soll entschieden werden, wie die künftige Raumaufteilung in der Verwaltungsburg aussieht. „Mit Bürgerbüro?“, haken die Journalisten nach. „Ausschließen kann man derzeit nichts.“ Mehr lässt sich Schwenke nicht entlocken.

Rund 400 Quadratmeter mehr

Dafür führen Bürgerbürochefin Martina Fuchs, Standesamtsleiter Lothar Kirchner, ESO-Geschäftsführer Peter Walther, EVO-Vertriebsleiterin Bettina Buchert und Horst Maurer, der im Hauptamt den Umzug koordiniert, durch den grundsanierten Industriebau, dessen Charakter bewusst erhalten blieb – etwa die markanten Kappendecken oder die säulenartigen Stützen. Um die Geschichte des ehemaligen Fabrik- und Verwaltungsgebäudes zu betonen, sind Versorgungsleitungen teils offen verlegt. Ergebnis: hell, offen einladend. „Es ist für Kunden ein deutlicher Schritt nach vorn“, urteilt Walther. Zustimmung kommt von Buchert. Die Mitarbeiter – allein 45 im Bürgerbüro – sind offenbar ebenfalls von den neuen Gegebenheiten angetan.

Kein Wunder, so stehen etwa dem Bürgerbüro gut 400 Quadratmeter mehr zur Verfügung. Vorteil für die Kunden (2013: Bürgerbüro 96.634, EVO 88.401, ESO 45.240, Standesamt 24.578). Schon am Eingang wird geteilt. Die Energieversorgung erhält separate Räume und somit Platz für zusätzliche Angebote und Informationen. Wem mit Besuchermarke etwas Zeit bleibt, der kann im Park spazieren.

Die vorhandenen Parkplätze im Bernardhof entfallen. „Nichts Neues für unsere Kunden. Die gibt es im Rathaus derzeit auch nicht“, so Fuchs. Für Vorfahrten bei der Kfz-Zulassung – im Schnitt fünf Stück pro Tag – steht ein beleuchteter Carport bereit. Dass (Neu-) Offenbacher auf der Suche nach dem Bürgerbüro künftig durch die Stadt irren, glaubt keiner. Vom Rathaus eine Straße geradeaus, laut Google zirka 260 Meter: „Das findet jeder...“

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