In Neu-Isenburg, Heusenstamm, Rodgau und Mainhausen wird gewählt

Bürgermeisterwahl: Auch Freunde müssen ran

+
Der Wille des Wählers geschehe. Damit der „Souverän“ aber auch das Richtige will, gibt es Wahlwerbung.

Offenbach - Parallel zum Ringen um den Sessel des Landrats finden Bürgermeisterwahlen in Neu-Isenburg, Heusenstamm, Rodgau und Mainhausen statt. Das Engagement der Kandidaten und ihrer Anhänger ist hoch, wie eine Umfrage unserer Zeitung ergab. Von unseren Redaktionen 

Das Werbearsenal, das die Lokalmatadoren zum Sieg führen soll, sind: das klassische Wahlplakat, zum Teil auch großflächige Transparente, Flyer, persönliche Gespräche z. B. bei Hausbesuchen und öffentlichen Veranstaltungen, Schwerpunkt-Aktionen, Info-Stände und die sozialen Netzwerke mit in der Regel eigener Homepage bzw. eigenem Facebook-Account.

An der Spitze des monetär quantifizierbaren Eigeneinsatzes steht der parteilose Bürgermeister von Neu-Isenburg, Herbert Hunkel. Er redet sehr viel offener als andere über seinen Einsatz: Wie im Wahlkampf vor fünf Jahren hat er einen persönlichen Kredit von 20.000 Euro zur Finanzierung seiner Kampagne aufgenommen. Geplant seien 80 Standorte mit 160 Plakaten sowie vier Großplakate. Etwa sieben Helfer seien für das Plakatieren im Einsatz. Hunkels Herausforderer Thilo Seipel (FDP) setzt auf 80 bis 100 Wahlplakate, dazu eine Handvoll „Wesselmänner“, wie die Großtransparente im Parteijargon heißen. Etwa zehn Leute rackern im engeren Kreis für den Sieg.

In Heusenstamm bemühen sich vier Herren um die Wählergunst. Sie wollen zum Jahreswechsel Peter Jakoby (CDU), der nicht mehr zur Wahl antritt, als Bürgermeister ablösen. „Wir haben im Magistrat beschlossen, dass jeder Kandidat 40 Plätze für die Plakatwerbung nutzen darf“, berichtet Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu, der auch Wahlleiter ist. Wobei „Plätze“ bedeutet, dass zum Beispiel vier Plakate nebeneinander an einem Zaun als ein Platz gezählt werden. Während CDU-Kandidat Uwe Giebl und SPD-Bewerber Halil Öztas bei der Gestaltung ihrer Werbung auf die Parteierfahrung zurückgreifen konnten, mussten sich die beiden Unabhängigen Thomas Hartmann und Hans-Peter Löw etwas einfallen lassen. Wobei sich beide auf Plakate und Flyer beschränken. Und beim Aufhängen oder Austragen müssen dann Freunde oder sogar die eigene Familie mit ran.

In Mainhausen wird Michael Stirnweiß (UWG) als Herausforderer der amtierenden Bürgermeisterin Ruth Disser (SPD) nach eigenen Angaben von vier Helfern beim Plakatieren unterstützt. Hauptsächlich versuche man, die Wähler über Flugblätter und Printmedien zu erreichen. Auf rund 50 Stunden schätzt Stirnweiß den Zeitaufwand für Auf- und Abbau der Plakate. Bürgermeisterin Disser schweigt ebenso wie ihr Konkurrent Stirnweiß zu Kosten und Anzahl der geplanten Plakate. Alle Fraktions- und Parteimitglieder sowie die Unterstützer seien bei derartigen Wahlkämpfen irgendwie immer involviert. Sie setze seit jeher und nicht nur zu Wahlkampfzeiten auf den persönlichen Kontakt zum Bürger und Wähler.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Auch in Rodgau wird es am 27. September spannend. Amtsinhaber Jürgen Hoffmann (SPD) beziffert sein Budget auf einen Betrag „im unteren fünfstelligen Bereich“. Ansonsten liege der Schwerpunkt im Wahlkampf auf der direkten Begegnung. Auch für ein paar kleine Geschenke wie Rosen, Kugelschreiber und Fächer hat Hoffmanns Partei Geld zurückgelegt. Engagiert seien außer den Parteifreunden auch Bürger ohne Parteibuch für den gemeinsamen Kandidaten von SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern.

Kontrahent Olaf Burmeister-Salg (CDU) vertraut neben den klassischen Werbemitteln auch auf Ausgefallenes. So verteilt er bei Treffen „Duftflakons“ mit dem Aufdruck „ein dufter Typ“ oder Bierdeckel als Wespen-Abwehr. Sein Kernteam umfasst rund 50 Aktive. Sein Wahlkampf-Budget beziffert Burmeister-Salg auf einen fünfstelligen Betrag.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare