Büsingpalais: Palast für die Bürgerschaft

Rentner Wilhelm Haase (links, mit Stadtverordnetenvorsteher Dr. Bruno Knapp) hinter seinem maßstabsgetreuen Modell des Büsingpalais (Archivfoto von 1978)

Offenbach - Diesen Sonntag ist es 30 Jahre her: Am 21. September 1984 wurde das wiederaufgebaute Büsingpalais feierlich eröffnet und seiner heutigen Bestimmung übergeben. Seitdem firmiert es als die „Gud Stubb“ der Offenbacher.  

Dazu gratuliert der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Freier dem Haus und seinen Schöpfern, allen voran den Architekten Michael Poeschel sowie Fritz und Walter Petermann. Er verbindet diese Glückwünsche mit der Hoffnung auf einen weiteren erfolgreichen Betrieb in den nächsten Jahrzehnten.

Freier nimmt das Jubiläum zum Anlass, auf die schwierige Entscheidungsfindung in Politik und Bürgerschaft Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre zu verweisen. „Viele erinnern sich gut an die Diskussionen im Stadtparlament darüber, ob das Palais überhaupt wieder aufgebaut werden oder die Kriegsruine abgerissen werden sollte. Dabei sei das umfassende ehrenamtliche Engagement vieler Bürger, allen voran des damaligen CDU-Stadtverordnetenvorstehers Dr. Bruno Knapp, nicht vergessen, denen es zu verdanken ist, dass der Wiederaufbau zügig geplant und eingeleitet wurde.“

„Bei errechneten Baukosten von 27 Millionen Mark war es sicher keine leichte Entscheidung, für den Wiederaufbau zu stimmen“, so Freier. „Dies gilt umso mehr, als dass die Stadt wenige Jahre zuvor die Neubauten Stadtkrankenhaus und Rathaus zu stemmen hatte. Die Abstimmung für den Wiederaufbau der damaligen Koalition aus CDU und FDP gegen die Stimmen der SPD im Jahr 1980 hat sich aber letztlich als richtig und zukunftsweisend herausgestellt. Sogar die Baukostenplanung von Architekt Poeschel wurde fast punktgenau eingehalten.“

Sorgenvoller Blick auf den baulichen Zustand

Süffisant weist Freier darauf hin, „dass die SPD jahrelang den Wiederaufbau bekämpfte, aber kurz nach der Eröffnung dort einen Parteitag ausrichtete und in den Folgejahren immer wieder Veranstaltungen, so auch die Kür eines Oberbürgermeisterkandidaten, dort abhielt.“ Die Genossen hätten wohl den Sinn des Wiederaufbaus eingesehen und ihren Frieden damit geschlossen.

Mit etwas Sorge blickt Freier auf den aktuellen baulichen Zustand des Hauses. Der Zahn der Zeit nage unterhalb der Fassade an der Bausubstanz. „Hauptnutzer ist das benachbarte Sheraton-Hotel, dessen Mutterkonzern das Gebäude angemietet hat und es vorrangig als Kongress- und Veranstaltungszentrum nutzt. Da die Stadt gemäß Mietvertrag für die Instandhaltung ,an Dach und Fach‘ verantwortlich ist, sehe ich es als notwendig an, entsprechende Sanierungsarbeiten möglichst schnell auszuführen. Damit sind Bestand und Betrieb des Gebäudes durch den Hotelkonzern gesichert.“ Freier weist auf das 30-tägige Nutzungsfenster hin, das sich die Stadt bei Abschluss des Miet- und Pachtvertrags ausbedungen hat. „Auch da haben die Stadt und interessierte Vereine die Möglichkeit, das Palais kostengünstig für die Bürgerschaft zu nutzen. Diese Chance darf wegen notwendiger Sanierungsarbeiten nicht vertan werden.“ Das Palais müsse weiter den Bürgern zur Verfügung stehen, hebt der christdemokratische Fraktionschef hervor.

Lichterfest im Park am Büsingpalais (Archiv)

Lichterfest im Park am Büsingpalais

„Wir alle wissen, dass bei der desolaten Finanzlage der Stadt die Wiederholung eines solchen Verfahrens, wie es beim Wiederaufbau geschehen ist, völlig unmöglich ist. Daher müssen die notwendigen Ressourcen in die Erhaltung des Büsingpalais eingebracht werden, um es als ,Gud Stubb’ für Offenbach noch lange anbieten zu können“, schließt Freier.

mt

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