Finanzielle Förderung

Bund bezuschusst Bewässerung im Rumpenheimer Schlosspark

Die trockenen Sommer haben dem Rumpenheimer Schlosspark zugesetzt.
+
Die trockenen Sommer haben dem Rumpenheimer Schlosspark zugesetzt.

Ein Projekt in Offenbach hat einen Schub erhalten: Der Bund fördert Ringleitung unter dem Hauptwegenetz im Rumpenheimer Schlosspark.

Offenbach - Frisches Nass für junge Bäume. Das klingt einfach. Zumindest für den Besitzer eines Schrebergartens. Und bei gut 60.000 Quadratmeter wird’s zu einer echten Aufgabe. Zumal es sich beim Rumpenheimer Schlosspark in Offenbach um eine geschützte Anlage handelt.

Angedacht ist eine Wasserringleitung unter dem Hauptwegenetz – rund 1000 Meter lang mit einem Dutzend Entnahmestellen. Jetzt hat das Projekt einen Schub erhalten. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat eine Förderung von 265. 000 Euro beschlossen, berichtet der Abgeordnete Björn Simon (CDU) aus Berlin.

Erleichterte Bewässerung im Rumpenheimer Schlosspark: Jetzt machen Nachpflanzungen mehr Sinn

Die lokale Bürgerinitiative (BIR) ist hocherfreut, dass die Stadt Bundesmittel für eine Bewässerungsanlage erhält. „Nur so machen die Nachpflanzungen Sinn. Jetzt hoffen wir auf eine schnelle Umsetzung der anstehenden Maßnahmen und auf die Nachpflanzung der vielen gefällten Bäume“, so Vorsitzender Bruno Persichilli. Und er signalisiert an die Stadt, dass die Initiative einen finanziellen Beitrag zu den Nachpflanzungen leisten möchte.

Das Engagement im denkmalgeschützten Schlosspark ist dringend notwendig. Die trockenen Sommer hatten zur Folge, dass die Motorsägen heulten: Von den etwa 1 600 Bestandsbäumen (kartiert ab einem Stammumfang von 20 Zentimeter) mussten in den vergangenen vier Jahren rund 400 Bäume im Offenbacher Schlosspark gefällt werden. Ein Großteil bildeten Ahornbäume, die der Rußrindenkrankheit zum Opfer gefallen waren. Getroffen hat es aber auch ältere Exemplare unterschiedlichster Baumarten – Buchen, Ulmen, Eiben.

Historischer Gehölzbestand soll im Rumpenheimer Schlosspark durch Bewässerung geschaffen werden

Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß sagt: „Durch die Abgänge der Altbäume einerseits und das wilde Wachsen von Ahornbäumen in den entstandenen Lücken ist die historische Vielfalt im Park in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen.“ Mit dem Baumkonzept wolle man den historischen Gehölzbestand, der altersbedingt nach und nach verloren gegangen sei, wiederherstellen und denkmalpflegerische und klimatische Aspekte berücksichtigen. „Wichtig ist, die ursprüngliche Vielfalt wiederherzustellen.“

Und dazu braucht es Wasser. Die geplante Herstellung einer Bewässerungsmöglichkeit soll künftig primär den geplanten Nachpflanzungen dienen. Bisher wurden in einer Machbarkeitsstudie diverse Varianten auf technische und wirtschaftliche Umsetzung geprüft. Eine politische Entscheidung darüber steht jedoch noch aus. „Der politische Beschluss ist für Herbst 2021 geplant, so dass ab Frühjahr nächsten Jahres die bauliche Umsetzung erfolgen könnte“, heißt es seitens der Bauverwaltung.

Bewässerung des Schlossparks in Offenbach soll aus dem Bau einer Zisterne bestehen

Etwas mehr weiß da Björn Simon: „Die Bewässerung des Schlossparks soll aus dem Bau einer Zisterne bestehen, die über einen bereits vorhandenen, länger nicht genutzten Brunnen und mittels Niederschlagwasser gespeist wird.“ Ganz so konkret sieht das die Rathaus-Verwaltung indes nicht: Es handele sich um einen alten gemauerten Grundwasserbrunnen, der zur Wasserentnahme „genutzt werden könnte“.

Gemäß derzeitiger Schätzung kostet die Bewässerung rund 360 .000 Euro. Gefördert werden 90 Prozent der reinen Baukosten sowie anteilig die Planungskosten. Daraus ergibt sich die in Aussicht gestellte Fördersumme von 265 .000 Euro für den Schlosspark. Die Mittel stammen aus dem Programm „Modellprojekt zur Klimaanpassung und Modernisierung in urbanen Räumen“, das sich als Beitrag des Bundes zur klimaangepassten Stadtentwicklung versteht. Die Stadt hatte sich um eine entsprechende Förderung beworben.

Björn Simon, der die Bewerbung des Magistrats unterstützt und auf Bundesebene nach Kräften vorangetrieben hatte, zeigte sich erfreut über den positiven Bescheid des Bundestages: „Ich begrüße das finanzielle Engagement des Bundes in Offenbach ausdrücklich. Der denkmalgeschützte Schlosspark ist eines der Wahrzeichen der Lederstadt. Mit der Förderung kann nun die Versorgung der Bewässerung sichergestellt werden, um das optimale Anwachsen von neuen, nachgepflanzten Bäumen garantieren zu können.“ (Martin Kuhn)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare