1967 war Frisch-Premiere

Bundesweit erster Essens-Automat stand in Offenbach

Offenbach - Es ist eine vergessene Pionierleistung in dieser Stadt: Vor 50 Jahren wurde Offenbach zum bundesweit ersten Standort eines Automaten mit nicht konservierten Lebensmitteln. Die Presse feierte am 26. Januar 1967 die bevorstehende Premiere einer „Frischdienst-Tag-und-Nacht-Verkaufsstelle“.

Fortan konnten sich Kunden auch noch nach dem damals geltenden strengen Ladenschluss um 18.30 Uhr mit 600 Artikeln aus den Bereichen Brot und Gebäck, Frischobst und Gemüse, Wurst und Frischfleisch sowie Molkereiprodukte und Alkohol versorgen. Anbieter war die Obertshausener Firma Acker Verkaufsautomaten, die bereits 1965 in Zusammenarbeit mit Latscha einen automatischen Selbstbedienungsladen getestet hatte.

Die Premieren-Verkaufsstelle lag in der Bieberer Straße 36 (das ist etwa in Höhe der Friedrichstraße; die Adresse gehört heute zu einem orientalischen Lebensmittel-Großhändler). Eine weitere Filiale sollte am Brunnenweg folgen, eine dritte in der Waldstraße neben der Lutherkirche. Bis Ende ‘67 wollte Acker bis zu 30 gleichartige Läden im Rhein-Main-Gebiet eröffnet haben.

Mit unter anderem diesem Foto machte unsere Zeitung am 26. Januar 1967, dem Tag der abendlichen Eröffnung, Appetit auf gekühlte Lebensmittel aus dem Automaten. Der Offenbacher Einzelhändler Adolf Stahl hatte sich vom Konzept der Obertshausener Firma Acker überzeugen lassen.

Als Konkurrenz zum bestehenden Handel war das Konzept nicht gedacht. Ladeninhaber sollten als Franchise-Nehmer vielmehr eine zweite Fläche mieten, in der das gepachtete 24-Stunden-Angebot zu haben war – Acker übernahm die Investition von rund 95 .000 D-Mark und bekam zehn Prozent vom Umsatz. Wie lange die Geschäftsidee in Offenbach trug, war nicht zu ermitteln – vielleicht wissen Leser mehr.

Einem Erfolg abträglich dürfte aber kaum gewesen sein, was 1967 die Hessenschau-Reporterin bemängelte: „Freilich kann der Kunde die Ware nicht von allen Seiten betrachten - einer der Nachteile dieses automatischen Ladens.“ (tk)

Der Offenbacher Wochenmarkt in Bildern

Rubriklistenbild: © Illustration: Stadtarchiv

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