OVB-Kunden müssen wegen kranker Fahrer mit Ausfällen rechnen

Busfahren als Glücksspiel

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Vor allem auf den Linien 101 und 102 muss mit Verspätungen und Ausfällen gerechnet werden.

Offenbach - Auf bisweilen verspätete Busse haben sich die Kunden der Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB) eingestellt. Seit gut einer Woche müssen sie auch damit rechnen, dass ihr Bus überhaupt nicht kommt. Von Thomas Kirstein

Leser berichten, das Busfahren besonders auf den Linien 101 und 102 sei förmlich zum Glücksspiel geworden.

Bei den OVB wird ohne Umschweife eingeräumt, dass ein regulärer Betrieb momentan nicht durchweg zu gewährleisten ist. Grund sei ein extrem hoher Krankenstand unter den Busfahrern der OVB beziehungsweise der Tochter Mainbus. Laut Sprecherin Christine Wüst kann dies nicht mehr mit Springern oder aus dem Urlaub geholten Kollegen ausgeglichen werden. „So krass war’s in den letzten zehn Jahre noch nie“, sagt sie. Offenbar sorgt ein unter den Frauen und Männern an der Front des Offenbacher Nahverkehrs grassierender Magen-Darm-Virus für kurzfristige, nicht schnell auszugleichende Krankmeldungen. Gestern kamen vier dazu. Zehn der täglich 144 Fahrten fielen aus. Die Tage zuvor waren es immer sieben bis acht Busse, auf die Kunden vergeblich an den Haltestellen warteten.

„Vorn ist fair“ wird trotz allem durchgesetzt

Eine Methode stecke nicht hinter den Ausfällen, erläutert Christine Wüst. Die einer Offenbacherin in der RMV-Mobilitätszentrale gegebene Auskunft, man verzichte jede Stunde auf einen Bus, entspreche nicht den Tatsachen.

Fakt ist allerdings, dass die OVB trotz der Widrigkeiten die aktuelle Anti-Schwarzfahrer-Kampagne „Vorn ist fair“ durchziehen. Kunden beklagen sich, Mitarbeiter bestünden etwa am zentralen Haltepunkt Marktplatz auf Einstieg beim Fahrer, ohne Rücksicht darauf, dass sich die Fahrgastzahl wegen des zuvor ausgefallenen Busses verdoppelt habe.

Während die Verkehrsbetriebe-Sprecherin davon ausgeht, dass sich die gegenwärtige Lage bis zum Wochenende wieder entspannt haben könnte, müssen sich die OVB-Kunden auf dauerhafte Einschränkungen einstellen: Im Zuge von Sparmaßnahmen wird nicht nur über eine andere Taktung der Busse, sondern auch über die Streichung ganzer Linien nachgedacht. (Dazu unser heutiger Artikel über die Stadtwerke Offenbach Holding)

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