Stadt baut die letzten Bushaltestellen um

Bis 2018 barrierefrei

Offenbach - Das Ziel ist definiert: Bis 2018 sollen die etwa 300 Offenbacher Bushaltestellen barrierefrei, das heißt behindertengerecht sein. Seit dem Jahr 2000 werden sie nach und nach umgebaut. Als letztes sind die verbleibenden 79 Haltepunkte dran. Von Matthias Dahmer 

Den entsprechenden Beschluss will das Stadtparlament in seiner morgigen Sitzung fassen. Die Umbaukosten sind mit 2,85 Millionen Euro veranschlagt. Dank noch zu beantragender Bundes- und Landeszuschüsse soll der kommunale Anteil auf lediglich 285 000 Euro schrumpfen, die man über Kredite finanzieren will. Der aktuelle, dritte Abschnitt umfasst den Umbau von 71 bestehenden sowie den Neubau von acht weiteren Haltestellen. Zu letzteren gehören zwei neue Haltepunkte in der Hans-Böckler-Siedlung in Bürgel.

Die Ausstattung gemäß der geltenden Richtlinien beinhaltet hohe Bus-Sonderborde, Blindenleitplatten, Papierkörbe und Sitzgelegenheiten. An fünf Haltestellen (Theodor-Heuss-Schule, Klinikum, Klinikum West, Warschauer Straße und Obere Grenzstraße) entstehen im Zuge des Programms Wartehallen, also zusätzlicher Wetterschutz. Unter dem Strich, rechnet Stadtplaner Horst-Ingo Kupfer vor, werden 1800 Quadratmeter Sonderborde, 7900 Quadratmeter Gehwegflächen und 3000 Quadratmeter Fahrbahnflächen neu hergestellt.

Auch die Wege zu den Haltestellen müssen in einigen Fällen mit angepackt werden. So sind beispielsweise Bordabsenkungen auf Null-Niveau zu besseren Fahrbahnquerung oder Ampeln für Sehbehinderte erforderlich. In diesem Jahr geht es im Rathaus an die Detailplanungen, 2017 soll umgebaut werden.

Nicht enthalten in den Plänen sind die abgelegenen Haltestellen „Forsthaus Geisfeld“ und „Gasthof Wildhof“. Dort ist zum einen das Fahrgastaufkommen zu gering, zum anderen gibt’s keine barrierefreien Zugänge. Ebenfalls nicht aufgenommen ins Umbauprogramm sind Haltestellen, die ohnehin im Zuge anderer städtischer Bauprojekte wie zum Beispiel am Kaiserlei oder im Hafen errichtet werden.

Unabhängig von den im Lauf der Jahre erlassenen gesetzlichen Bestimmungen hatte sich die Stadt schon vor einiger Zeit freiwillig zum Ausbau der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum verpflichtet. So wurden in den vergangenen 15 Jahren im ersten (2000 bis 2003) und zweiten Bauabschnitt (2006 bis 2009) für drei Millionen Euro insgesamt 168 Haltestellen umgebaut. Hinzu kamen 48 weitere, die die Planer nicht im Paket, sondern als Einzelmaßnahmen in Angriff genommen haben.

Sollte es mit der beabsichtigten Förderung über das Hessische Kommunalinvestitionsprogramm und das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz des Bundes indes nicht klappen, müssen die Planer einen anderen Fördertopf anzapfen und eine völlig neue Rechnung aufmachen. Die wäre für die Stadt Offenbach nicht ganz so günstig: Nach dem dann in Frage kommenden Zuschuss gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz würde der verbleibende kommunale Anteil statt 285.000 Euro rund 1,27 Millionen Euro betragen.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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