Camp-Champ gekürt

+
Die Mini-Kicker des Fußballcamps üben den Zweikampf auf dem Gelände des Sportzentrums Rosenhöhe.

Offenbach - Die begeisterten Fans sitzen am Spielfeldrand und feuern lauthals ihre Fußballkollegen auf dem Platz an. Real-Madrid-Fangesänge sind zu hören. Entschlossen stehen sich Kicker und Torwart gegenüber. Von Ramona Poltrock

Yousra schießt in die rechte Ecke des Tors und – Tor! Die Mannschaft läuft auf die Schützin zu und freut sich mit ihr. Das Abschlussspiel der ersten Campwoche auf dem Gelände des Sportzentrums Rosenhöhe endet mit einem Elfmeterschießen. Die Möchtegern-Madrilenen haben ihren spanischen Vorbildern alle Ehre gemacht.

So kurz nach der Fußball-Europameisterschaft sind die Kinder besonders motiviert zu lernen, wie das Runde ins Eckige muss. In der ersten Woche waren 60 Jungs und Mädchen zwischen sechs und 14 Jahren im Fußballcamp auf der Rosenhöhe.

Auch Mädchen sind begeistert

Die 14-Jährige Yousra ist eines von fünf Mädchen, das an den Ferienspielen der Stadt teilnimmt. Sie mag Fußball und hat gehört, dass es bei den Ferienspielen sehr viel Spaß macht. Ihre Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Yousra ist begeistert: „Wir haben zwei mal die Woche ein Turnier gemacht und viel gespielt.“ Gemeinsam mit ihrer Freundin Zahra (13) freut sie sich auf die nächste Woche im Sportcamp.

Der sechsjährige Simeon hat es hingegen nicht ins Finale geschafft, aber fand die Woche trotzdem „klasse“, Mama Sabine Horx ist stolz auf ihn. „Jeden Tag ist er ganz verdreckt nach Hause gekommen, und obwohl ihm die Beine nach wenigen Tagen schmerzten, wollte er jedes Mal zum Training.“ Die 43-Jährige hat ihren Sohn auf seinen Wunsch hin angemeldet. „Er wollte unbedingt Fußball spielen, und nach den Sommerferien tritt er bestimmt einem Verein bei.“

Ferienspielkinder haben auch Mental- und Trainingseinheiten

Anregungen für den Mannschaftssport bekam Simeon auch bei den Mental- und Trainingseinheiten im Camp. Dort lernen die Kinder unter anderem etwas über Trainingsverhalten, Sozialverhalten, Raumorientierung und Emotionsregulation.

Das Resümee von Campleiter Günter Kopp fällt positiv aus: „Die erste Woche war erstaunlich unkompliziert. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr waren bisher auch fast alle angemeldeten Kinder anwesend. Diese Woche waren es 60 Kinder, die unglaublich motiviert waren. Vielleicht liegt das auch an den guten Trainern.“

Fünf Trainer für 200 Kinder

Fünf Trainer sind über die vier Wochen für mehr als 200 Kinder zuständig. Sie sind sich einig und vom Konzept „Sport und Lernen“ überzeugt: „Oft bekommen Kinder eine Anleitung, wie sie etwas machen sollen. Hier geben wir ihnen Anregungen, sie denken selbstständig mit und versuchen dann die Aufgabe zu lösen. Es ist zu merken, dass die Kleinen von Tag zu Tag besser werden“, sagt Maurits Meijlink. Trainerkollege Philipp Korn (beide 21) fügt hinzu, dass die Kinder jedes Erfolgserlebnis freue. Dafür nähmen sie auch gern Anstrengungen in Kauf.

Nach dem Schlusspfiff des letzten Spiels stand am Freitag der erste „Camp-Champ“ fest: Yousra und ihr Team von „Real Madrid“ haben gewonnen. Das wurde anschließend gemeinsam mit den Eltern sowie Kaffee und Kuchen gefeiert. Zum Schluss bekamen die Kinder eine Urkunde und die jeweils Besten einer Altersgruppe noch eine Tüte mit Süßigkeiten – unter ihnen ist auch Yousra.

Wer noch teilnehmen will, kann sich kurzfristig im Jugendamt Offenbach unter der Telefonnummer 069/80652256 anmelden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare