Unterstüzung

Rosa soll er bitte sein

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Neben der Caritas unterstützt auch die Tafel Schulkinder dank spendenwilliger Firmen.

Offenbach (fel) - Die Vorfreude steigt: In knapp zwei Wochen steht für zahlreiche Kinder ein großes Ereignis an – die Einschulung.

Auch die kleine Emma (Name geändert) freut sich schon darauf, endlich zu „den Großen“ zu gehören und mit Sack und Pack in die Schule zu gehen. Rosa soll ihr Schulranzen sein und der Turnbeutel dazu passen, wie auch bei ihrer besten Freundin. Doch den Eltern der Sechsjährigen vergeht wie vielen anderen auch die Vorfreude, wenn sie an den Preis denken, den ein guter Schulranzen heute kostet.

Durchschnittlich 150 Euro muss da für ein Schulranzen-Set schon hingelegt werden. Und auch die Einkaufsliste der Schule ist bereits angekommen: Stifte, Hefte, Wasserfarben, Zeichenblock, Buchumschläge, Sportbekleidung und vieles mehr. Kein Pappenstiel. Emmas Familie lebt von Hartz IV und kann sich die zusätzlichen Ausgaben nicht leisten.

Kinder sollen keine materielle Armut erfahren

Damit Kinder zu solch einem wichtigen Ereignis in ihrem Leben nicht die Erfahrung von Mangel und materieller Armut machen müssen, verschenkt das Caritashaus St. Josef zum nunmehr fünften Mal 50 Schulranzen-Sets an Kinder einkommensschwacher Familien.

„Auch wenn wir angesichts der dramatischen Kinder- und Familienarmut in Offenbach nicht alle Kinder ausstatten können, sind wir froh, dass wir auch in diesem Jahr mit der Aktion zumindest teilweise helfen und vor allem ein deutliches Zeichen gegen Kinderarmut setzen können“, betont Michelle Serret, Mitarbeiterin von St. Josef. Das Caritashaus verantwortet die Aktion der katholischen Hilfsorganisation.

Dem aktuellem Sozialbericht der Stadt Offenbach zufolge lebt jedes dritte Kind in der hoch verschuldeten Stadt in armen Verhältnissen. Knapp 19 Prozent der Offenbacher Bevölkerung bezieht Leistungen nach SGB II. In Deutschland beträgt der Durchschnitt zehn Prozent. Darunter fallen auch viele der sogenannten „Aufstocker“ (29 Prozent der Leistungsbezieher), also Familien, die einer Arbeit nachgehen, deren Einkommen unter dem bekannten Hartz IV-Regelsatz liegt.

70 Euro im ersten und 30 Euro im zweiten Schulhalbjahr

Das Schulbasispaket, das Familien unterstützt, die SGB II-Leistungen beziehen, bietet ihnen eine Unterstützung von 70 Euro im ersten und 30 Euro im zweiten Schulhalbjahr. Damit können zwar einige Schulmaterialien gekauft werden, die Grundausstattung zur Einschulung übersteigt dieses Budget jedoch bei Weitem.

Die 50 neuen Schulranzensets wurden auch in diesem Jahr durch zahlreiche Spendeneingänge von Gemeinden, Stiftungen und Privatpersonen finanziert. Dank einer Sachspende von Global Aid Network in Gießen konnten in diesem Jahr die 50 Sets sogar um 40 weitere Schulranzen aufgestockt werden, welche auch für Kinder höherer Klassen geeignet sind.

So dürfen sich nun auch ältere Kinder, deren Schulranzen bereits verbraucht sind, im Caritashaus St. Josef (Kaiserstraße 69) melden und mit etwas Glück einen neuen erhalten.

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