Krumme Sachen in der Pflege / Ruf nach Reform

100.000 arbeiten illegal

Offenbach - Immer mehr Alte, Demenzkranke und Bettlägerige benötigen eine 24-Stunden-Betreuung, mit der die Angehörigen schlichtweg überfordert sind. Kein Wunder, dass das Geschäft mit den Helferinnen boomt.

Viele Agenturen werben um Kunden, versprechen Rund-um-die-Uhr-Pflege. Theoretisch könnten die Familien als Arbeitgeber ihre ausländische Pflegehilfe über die Bundesagentur für Arbeit anmelden. Das tun aber die wenigsten - der legale Weg ist bei einer ganztägigen Rundum-Pflege einfach sehr teuer. Nach Schätzungen kümmern sich in Deutschland inzwischen 100.000 Osteuropäerinnen illegal um pflegebedürftige Menschen zu Hause.

Bernd Bleines, Caritas-Direktor in Offenbach, rechnet nicht damit, dass sich an dieser Misere alsbald etwas ändern wird. „Wir gehen in der Gesundheitsbranche langfristig von einer steigenden Zahl sogenannter illegaler Beschäftigungen aus“, sagte er. Bei der Diakonie in Hessen sieht man den Ausbau der Pflegeversicherung als Rezept gegen die massenhafte illegale Beschäftigung.

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Auch Ulrike Elsner, Chefin des Ersatzkassenverbands, forderte eine wirksame Reform der Pflegeversicherung. Dies sei eine zentrale Aufgabe der nächsten Bundesregierung. Es gehe vor allem um einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff. (psh)

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Rubriklistenbild: © dpa

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