„Cavaliere“ der Integration

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Der Antoniuspreis 2009 ging an Saverio Vinczeno (rechts), Laudator war Pfarrer Paolo Manfredi.

Offenbach - Am Festtag des Heiligen Antonius verleihen die Gemeinden anderer Muttersprachen den Antoniuspreis. In St. Josefs-Kirche bildete ein feierlicher Gottesdienst zu Ehren des Heiligen Antonius den Rahmen für die Verleihung, der, wie Dekan Michael Kunze vor voll besetzten Bänken erläuterte, in acht Sprachen abgehalten wurde. Von Ernst Buchholz

Neben Griechisch und Latein waren dies die Sprachen der italienischen, kroatischen, polnischen, portugiesischen und spanischen katholischen Gemeinden in Offenbach.

Die Antoniusmedaille wird an Personen verliehen, die sich für das Zusammenleben von Deutschen und Ausländern engagieren. In diesem Jahr erhielt den Preis der Journalist Saverio Vincenzo.

Don Paolo Manfredi, Pfarrer der italienischen Gemeinde, würdigte die Aktivitäten und Verdienste von Saverio Vincenzo. Der in Kalabrien geborene Journalist hat sich während seiner Arbeit als Sportredakteur des Corriere d’Italia frühzeitig um die sportlichen Aktivitäten seiner Mitbürger in der Bundesrepublik gekümmert. Sein Engagement erstreckte sich auf die italienischen Schulen in Deutschland, Kulturfestivals und Förderung der Zusammenarbeit mit deutschen und italienischen Fernsehsendern und Produzenten. Vincenzo war einer der ersten, der in den Offenbacher Ausländerbeirat gewählt und in den Integrationsbeirat der Hessischen Landesregierung berufen wurde. Neben vielen weiteren Aktivitäten des Preisträgers hob Don Paolo Manfredi die Gründung der deutsch-italienischen Vereinigung „Amicizia“ in Wiesbaden hervor.

In der Tavarnelle Val di Pesa, wenn man so will, ist die so genannte Toskana-Fraktion entstanden“, sagte Don Paolo Manfredi. Sein Engagement, die italienischen Landsleute zur Wahl zu animieren, sein Kampf für die Radiosendungen in italienischer Sprache, seine Mitgliedschaft in der IG Metall und sein Einsatz für „Big Lift Offenbach“, einer Firma für pneumatische Teleskopmaste, ergänzen die Liste seiner Verdienste.

Ein so geführtes Leben kann trotzdem nicht die maximale Erkenntnis erlangen“ gab Manfredi zu bedenken. „Aber offen sein für alles bietet jedem von uns die Möglichkeit, sich frei zu entfalten“.

2007 ist Saverio Vincento zum italienischen „Cavaliere“ ernannt worden, 2008 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

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