CDU: MVV vertreibt EVO-Chef

Offenbach (mad) - Die CDU wirft dem Mehrheitsgesellschafter der Energieversorgung Offenbach, der Mannheimer MVV Energie AG, vor, den Wechsel des bisherigen EVO-Vorstandsvorsitzenden zu den Stadtwerken Karlsruhe provoziert zu haben.

Michael Homann habe dem Mutterkonzern wohl einen zu eigenständigen Kurs gefahren. Die MVV, so Fraktionschef Peter Freier, sei bei anstehenden Vertragsverhandlungen nach der „Salamitaktik“ vorgegangen. Wie zu hören war, soll dem EVO-Chef statt eines neuen Fünfjahresvertrags nur einer über drei Jahre angeboten worden sein. Zudem hätte Homann stärker als bisher der Weisung aus Mannheim unterstehen sollen.

Die Gründe für den Wechsel sind deshalb nach Freiers Ansicht allein in Mannheim zu suchen. Homann habe sich im MVV-Verbund sehr engagiert für die Interessen der EVO und den Standort Offenbach eingesetzt. „Vielleicht ist das aus MVV-Sicht zu engagiert gewesen“, mutmaßt Freier. Das sei aber eine sehr kurzsichtige Denkweise. Schließlich überweise die EVO erhebliche Dividenden nach Mannheim.

Der Vorgang, meint Freier, dürfe nicht ohne Offenbacher Antwort bleiben. Bei seinem heutigen Treffen mit dem MVV-Vorstand müsse Oberbürgermeister Horst Schneider das Thema erörtern: „Der OB tut gut daran, die MVV daran zu erinnern, dass Offenbach etwa bei der Konzessionsvergabe grundsätzlich frei entscheiden kann, an wen vergeben wird.“ Der Magistrat müsse sich deshalb die beabsichtigte vorzeitige Ausschreibung der Gas-Konzession noch einmal überlegen.

Auf Anfrage erklärte ein MVV-Sprecher, dass der Wechsel eine persönliche Entscheidung Homanns sei, welche die MVV respektiere und akzeptiere. Bei der Nachfolgesuche setze man wie bei allen wichtigen Entscheidungen für die Energieversorgung Offenbach auf das Einvernehmen mit dem Partner Stadt Offenbach als zweitem Gesellschafter der EVO.

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