Mit Champ läuft‘s wie geschmiert

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Die 18-jährige Offenbacherin Laura Hopp und ihr Jack Russell Terrier Champ gehen seit 2007 jede Hürde gemeinsam an.

Offenbach - Die Arme ausgebreitet geht Laura Hopp den Parcours ab. Wie ein Flugzeug neigt sie sich mal leicht nach links, mal nach rechts. Sie schwebt von Hürde zu Hürde, zu den Slalomstangen und schließlich zu einer kniehohen Stoffröhre, dem Tunnel. Von Katharina Hempel

Die 18-jährige Offenbacherin und ihre Hunde machen Agility. Bei der aus England stammenden Hundesportart geht es – wie ihr Name sagt – um Wendigkeit und Flinkheit. Die Vierbeiner müssen dabei innerhalb einer vorgegebenen Zeit eine Hindernisstrecke möglichst fehlerfrei bewältigen – ähnlich wie Pferd und Reiter beim Springreiten.

Es ist Dienstagabend und Laura trainiert mit ihrem Jack Russell Terrier Champ und ihrem Magyar Viszla Rico, einem ungarischen Jagdhund, auf dem Rasen des Vereins der Hundefreunde in Dreieichenhain. „2007 habe ich mit Champ angefangen. Mit ihm geht das mittlerweile so leicht, der andere Rüde ist noch so ein Quatschkopf, da muss ich ganz schön aufpassen“, erzählt Laura. Trotzdem muss sie sich die Route gut einprägen, bevor sie Champ durch den Hindernislauf schickt, muss sich merken, an welcher Stelle sie eine Kurve machen soll und aus welcher Richtung die Hürden angelaufen werden. „Der Slalom ist das schwierigste Gerät“, weiß Laura. Mit den Armen übt sie die Zeichen, mit denen sie ihren Hunden die Laufrichtung vorgibt. „Champ würde nie über eine Hürde springen, wenn ich stehen bleibe. Rico hingegen fühlt sich eher bedrängt, wenn ich vor ihm vorbeilaufe. Jeder Hund hat seinen eigenen Führungsstil, deswegen kommt es bei der Ausbildung auch auf die Rasse an, wie rasch sie lernen“, erklärt Laura.

Champ darf bald in den wohlverdienten Ruhestand

Ihr Terrier begreift schnell. Wie ein weißer Blitz saust er über das Hindernisfeld. Auch erfolgreich. Vergangenes Jahr holte sich das Duo den Titel „Vizelandesmeister Jugend“, bei der Jugend-Europameisterschaft wurden sie im Team Dritte und im Einzel belegten sie den achten Platz.

Und 2012? „So viele Ziele habe ich für dieses Jahr nicht mehr, weil Champ schon alt ist“, sagt Laura. Ihr kleiner Weißer mit den hellbraunen Flecken wird bald elf Jahre und langsam auf den Ruhestand vorbereitet.

Auf dem Platz werden die Hürden höher gelegt, und Rico ist an der Reihe. Er ist fast doppelt so groß wie Champ, muss also auch höher springen. Kommt er in die Nähe des Tunnels, muss Laura aufpassen, dass er nicht schon durchflitzt, bevor das Gerät an der Reihe ist. „Rico liebt den Tunnel“, lacht sie. Damit der Vierbeiner macht, was er soll, hilft kein Schreien und kein wildes Gestikulieren. Frauchen muss einfach richtig stehen. Laura: „Generell sagt man, der Hund guckt auf die Füße und in die Richtung läuft er.“

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