Chaos blieb aus

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Fußgänger und Radler sind von der Brückensperrung nicht betroffen, und der Fährbetrieb in Rumpenheim brummt: doppelt so viele Fahrgäste als an normalen Tagen.

Offenbach - (tm) Punkt 6 Uhr gestern morgen wurde die Carl-Ulrich-Brücke für den Autoverkehr gesperrt: Und das erwartete Chaos blieb aus. Ingbert Zacharias von der Polizeipressestelle: „Auf Offenbacher Seite gab es keinerlei Probleme.

Die Schilder an der Brücke wiesen seit langem auf die Sperrung bis zum 24. Juni hin, die Medien berichteten ausführlich im Vorfeld und so wussten die Autofahrer Bescheid und nahmen die Situation gelassen hin.“ Die Ferien für die Komplettsperrung auszuwählen dürfte richtig gewesen sein.

Mit schwerem Gerät reißen die Bauarbeiter seit gestern Morgen die Vorlandbrücke der Carl-Ulrich-Brücke ab. Elf Tage ist die Mainüberquerung für den Kfz-Verkehr gesperrt.

Die Umwandlung des Hafens zum Wohn- und Gewerbegebiet steckt hinter der aktuellen Brückenschließung. Eine Großbaustelle erstreckt sich nun links und rechts der Carl-Ulrich-Brücke auf Offenbacher Seite, gesichert durch einen kilometerlangen Bauzaun. Der gesamte Knotenpunkt zum Nordring wird umgebaut, das gegenwärtige Niveau der Straße abgesenkt. Weil alles in nur elf Tagen vonstatten gehen soll, haben die beteiligten Baufirmen gleich kräftig Gas gegeben. An der Ulrich-Brücke herrscht ein Höllenlärm. Mit tonnenschweren Meiseln und Presslufthämmern wurde begonnen, die sogenannte Vorlandbrücke abzureißen. Acht Bagger sind im Betrieb. Mit Flexmaschinen lösten Bauarbeiter die Brückengeländer aus dem Beton, Lastwagen um Lastwagen transportieren Abraum ab, derweil am Hafen selbst riesige Baumaschinen das Gelände ebnen.

Fußgänger und Radler sind nicht betroffen, ein Treppenaufgang und der Fußweg bleiben nutzbar. Autofahrer jedoch müssen kilometerweite Umwege über den Kaiserleikreisel oder die Rumpenheimer Fähre in Kauf nehmen. Den Rumpenheimer Fährmann Hans Dill freut die rege Bautätigkeit, hatte er doch gleich am ersten Tag „doppelt so viele Fahrgäste“ als normal. Autos standen beidseitig des Mains Schlange, um von Dill gen Maintal und umgekehrt gen Offenbach befördert zu werden.

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