Weiterbau der Ausstellungshalle?

Kleintierzuchtverein: Geld und Vorstand gesucht

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Eine Unvollendete: Von der Ausstellungshalle der Züchter stehen bislang nur die Außenwände. Wo die erste Rate öffentlichen Geldes von 100.000 Euro geblieben ist, das versucht mittlerweile die Staatsanwalschaft herauszufinden.

Offenbach - Das Geld für die neue Ausstellungshalle ist noch nicht wieder aufgetaucht, der neue Vorstand ist nach wenigen Wochen schon wieder zurückgetreten, die Zukunft ist unklar: Statt Aufklärung ist beim 1. Offenbacher Kleintierzuchtverein 1905 (KTZV) Chaos angesagt. Von Matthias Dahmer 

100.000 Euro hat die zu den Stadtwerken gehörende Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG) bereits im April 2011 an die Züchter überwiesen. Es war die erste Rate für die auf insgesamt 400.000 Euro veranschlagte Ausstellungshalle der Züchter, welche der Verein am Fuße des Buchhügels im Zuge der Freimachung des Geländes fürs neue Polizeipräsidiums spendiert bekommen sollte.

Von der Halle steht bislang nur der Rohbau, die Baufirma hat nur einen Bruchteil des ihr zustehenden Gelds erhalten. Wohin es geflossen ist, ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft aufgrund von Strafanzeigen wegen Untreue unter anderem gegen den ehemaligen Kassierer des Vereins. Der wurde im Dezember zusammen mit dem Vorsitzenden aus dem KTZV ausgeschlossen, seine Volieren sind eingezogen. Er darf den Zuchtplatz künftig nicht mehr betreten.

Geplante Erneuerung gescheitert

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Die geplante Erneuerung bei den knapp 50 Züchtern ist indes gescheitert. Der neue Vereinschef Werner Piecha ist am vergangenen Mittwochabend nach nur wenigen Wochen wegen unüberbrückbarer Differenzen zurückgetreten, bleibt aber weiter Vereinsmitglied. Sein Stellvertreter und der Schriftführer hatten bereits Ende Januar ihre Ämter niedergelegt. Eine neue Vereinsspitze soll bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Mittwoch, 19. Februar, gefunden werden.

Weil der Verein derzeit führerlos ist, wurde auch ein für den kommenden Montag vereinbartes Treffen mit der OPG und der bauausführenden Firma Rudolph aus Obertshausen abgesagt. „Es sollte das weitere Vorgehen besprochen werden“, sagt OPG-Sprecherin Christiane Wüst. Sie betont, die OPG habe bislang keine weiteren Zahlungen an den Verein geleistet. Was mit der halb fertigen Halle und dem städtischen Gelände passiert, falls der Verein – was nicht auszuschließen ist – pleite geht, ist laut Sprecherin Wüst noch nicht durchgespielt.

Der Ex-Vereinsvorsitzende Werner Piecha hält die finanzielle Situation bei den Züchtern für nicht so dramatisch. Es bestehe die Möglichkeit, mehrere freie Volieren zu verkaufen, was je nach deren Zustand mehrere tausend Euro in die Vereinskasse spülen könnte.

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