Neustart mit Hindernissen für den Chor „Just Harmonists“

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Viel Platz ist nicht mehr im Gemeindezentrum Waldhof-Bieber. Neue Stimmen sind trotzdem willkommen, besonders männliche.

Offenbach - 33 Frauen und Männer drängen sich um ein Klavier im evangelischen Gemeindezentrum Bieber-Waldhof und freuen sich auf den Beginn ihrer Probe. „Just Harmonists“ nennt sich die Chorformation unter der Leitung von Michael Habermann. Von Alexander Kroh

Das Klavier ist eine Dauerleihgabe vom Gesangverein „Polyhymnia 1893 Offenbach-Bieber e.V.“, aus dem die „Just Harmonists“ Anfang Februar hervorgegangen sind. Für ein eigenes Klavier fehlt dem neu gegründeten Verein noch das nötige Kleingeld. „Wir können als junger Verein nicht über ein großes Kapital verfügen. Wir fangen bei Null an“, erklärt Vorstandmitglied Axel Künkel, „was wir jetzt brauchen sind Auftritte“. Denn mit jedem Konzert werde man bekannter und so ergebe sich aus einem Auftritt ein neuer Auftritt, beschreibt Künkel den Weg zum Erfolg.

23-jährige gemeinsame Vergangenheit

Der Chor blickt auf eine 23-jährige gemeinsame Vergangenheit zurück. Lange Jahre unter dem Namen „Polyhymnian Harmonists“ in Offenbach und darüber hinaus bekannt, arbeitet das Ensemble gegenwärtig daran, sich wieder in den Fokus der Öffentlichkeit zu singen.

Die Trennung von Polyhymnia verlief reibungslos, fast alle ehemaligen Mitglieder sind in den neuen Chor gewechselt. Warum sich die Wege von Chor und Leiter Peter Josef Kunz-von Gymnich nach so langer Zeit trennten, beschreibt Kassenwart Carsten Wikinger: „Es war wie beim Fußball. Irgendwann ist auch mit dem besten Trainer die Luft raus.“

Die Sänger der Harmonists müssen jetzt allerdings einen höheren Mitgliedsbeitrag bezahlen (15 Euro im Monat). Der neue Verein braucht jeden Cent, Chorleiter und Noten kosten viel Geld, hinzu kommen die ganzen Ausgaben, die das Vereinsleben mit sich bringt: Buchhaltung, Werbung oder Saalmieten für Veranstaltungen. Sponsoren und Unterstützer, etwa als passive Mitglieder des Vereins, werden deshalb händeringend gesucht. Immerhin muss der Verein nichts für den Proberaum bezahlen. Die Harmonists bringen ihre Miete in Naturalien auf, zweimal im Jahr wirken sie an Konzerten der evangelischen Gemeinde mit.

„Just Harmonists“ ein (Gesamt-)Offenbacher Verein

Auch wenn die „Polyhymnian Harmonists“ als Bieberer Verein bekannt waren und die „Just Harmonists“ nach wie vor in Bieber proben, sieht sich der neue alte Chor ausdrücklich als (Gesamt-)Offenbacher Verein. „Wir wollen Offenbach durch unsere Musik repräsentieren und bekannter machen“, so Künkel.

Musikalisch sieht sich der Chorverein als modern ausgerichteter „junger“ Rock- und Pop-Chor, zum Repertoire gehören Klassiker wie „Tears in Heaven“ oder „Englishman in New York“. „Aber keine Gospel“, betont Chorleiter Habermann, Gospelchöre gebe es bereits genug. Stimmlich sei seine Truppe „sehr gut bestückt“, findet der Chorleiter. Trotzdem sei man ständig auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Wie fast jeder Chor suchen die Harmonists noch Männer, vor allem Tenöre, die überall rar und deshalb heiß begehrt seien.

Richtig geprobt haben die Harmonists erst seit Anfang Juli. Bis dato waren die Sänger noch Mitglied der Pholyhymnia und hatten die Köpfe voll von der baldigen Neuaufstellung. Trotzdem wollen die ehrgeizigen Sänger schon im November ihr erstes Konzert geben: Bei der siebten Auflage der schon zu Polyhymnia Zeiten gestarteten Konzertreihe „Chor & Chor“, erhalten die „Just Harmonists“ Unterstützung von dem „HeartChor“ aus Kefenrod. Man habe sich große Mühe gegeben, für das Konzert auch neue Stücke in das Repertoire aufzunehmen.

Zu sehen und natürlich zu hören sein werden die beiden Chöre am Samstag, 5. November, um 19.30 Uhr in der Freireligiösen Gemeinde Offenbach am Schillerplatz 1. Karten für den Auftritt gibt es für 10 Euro (ermäßigt 6 Euro) bei allen Chormitgliedern oder auf der Internetseite der „Just Harmonists“: www.jh-of.de unter der Rubrik Konzertkarten.

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