Christbaumschmuck, der eine Geschichte erzählt

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In vielen Häusern werden Schätze wie dieses Krippenelement aufbewahrt. Sie sind für die Weihnachtsausstellung gesucht.

Offenbach (mcr) - Anita Kremer würde in den nächsten Tagen und Wochen gerne mit vielen Menschen telefonieren – und sie dann treffen, um den einen oder anderen Schatz aus vergangenen Tagen zu bergen.

Die Offenbacher Gäste- und Museumsführerin hat damit begonnen, die nächste Weihnachtsausstellung im Haus der Stadtgeschichte vorzubereiten. Die von ihr ehrenamtlich kuratierten Schauen bestückt sie traditionell mit Exponaten, die Bürger aus Stadt und Kreis als Leihgaben zur Verfügung stellen.

Das soll sich auch nicht ändern. Schwerpunkt und Titel in diesem Jahr: „Weihnachten in Offenbacher Wohnstuben – Historischer Christbaumschmuck“. Eröffnung der Ausstellung ist am 4. Dezember um 15 Uhr. Sie wird bis zum 8. Januar zu sehen sein.

Als Leihgabe gefragt ist alles, was vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist oder erworben wurde. Höchst willkommen sind darüber hinaus Stücke, die in der Kriegsnotzeit gebastelt wurden, als schlicht alles knapp, die Sehnsucht nach Geborgenheit aber fast unstillbar groß war.

Denn Anita Kremer sucht nicht nur Gegenstände. Sie forscht auch nach den Gefühlen, Geschichten und Schicksalen, die ihre Besitzer damit verbinden und die sie nun vielleicht mit anderen Menschen zu teilen bereit sind. Wer ihren Ausführungen zur Weihnachtsausstellung des vergangenen Jahres gelauscht hat, weiß: Die Museumsführerin ist eine gute und erfahrene, vor allem aber eine sanfte Erzählerin, die ihr Anvertrautes zu vermitteln vermag, ohne Grenzen zu verletzen. Damals ging es um Engel. Und auch das diesjährige Motto birgt großes Potenzial für eine üppige Vielfalt an Exponaten und Hintergründen.

Stadt- und Kreisbürger, die altehrwürdigen Christbaumschmuck und gerne auch zugehörige Erinnerungen ihr Eigen nennen, sollten Anita Kremer in den nächsten Tagen anrufen. Sie ist ab sofort unter s  06106 4983 entweder direkt zu erreichen oder notiert sich die Kontaktdaten vom Anrufbeantworter und ruft zurück.

Nach Absprache können dann Besuche vereinbart werden. Wichtig zu wissen: Kein Leihgeber muss um die Unversehrtheit seiner kleinen Schätze bangen. Im Haus der Stadtgeschichte werden ausnahmslos alle Exponate wie immer in stabilen Glasvitrinen ausgestellt, die bewundernde Blicke erlauben, Anfassen aber verhindern.

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