Wo die Splitter hinfliegen

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Das THX-Männchen war einmal – auch die digitale Klangwelt kennt schon eine Vergangenheit. Das Cinemaxx-Kino in der Berliner Straße präsentiert das modernste Sound-System Deutschlands.

Offenbach - Nein, der 3D-Kult ist nicht schon wieder vorbei. Auch wenn der eine oder andere Zuschauer das vielleicht vermuten mochte, nach zuletzt doch eher schwachen 3D-Streifen, die dem Kino-Blockbuster „Avatar“ nicht das Wasser reichen konnten. Von Fabian El Cheikh

Nein, der Kult beginnt erst noch richtig, ist sich Arne Schmidt, Sprecher des Offenbacher Cinemaxx-Kinos, sicher. Dann aber mit der passenden Soundkulisse, denn die Cinemaxx-Gruppe hat dem Kinopalast an der Berliner Straße das nach eigenen Angaben modernste Soundsystem Deutschlands verpasst. Und nicht nur das: Das Kino erfreut Besucher mit helleren Farben, neuen Böden und einer effizienteren Gastronomie.

Verantwortlich für die Renovierung des in die Jahre gekommenen Kinos ist nicht zuletzt Simone Katzke. Sie ist die neue Leiterin des Cinemaxx Offenbach und eigens aus dem Ruhrgebiet an den Main gewechselt, um dem im Bundesvergleich eher durchschnittlich großen wie durchschnittlich erfolgreichen Filmhaus neue Impulse zu geben.

Katzke ist eine feste Größe im Geschäft. Die 41-Jährige hat ihr halbes Leben im Unternehmen verbracht. Mit 20 Jahren jobbte sie zunächst als Gastronomieverkäuferin im Essener Cinemaxx. Schnell stieg sie dort zur Teamleiterin auf und 2004 schließlich in die Leitung des größten Cinemaxx-Kinos ein. Bald darauf nahm sie parallel auch die Geschicke des kleinsten Hauses der Gruppe in Herten in die Hand.

Rund 100.000 Euro investiert

Nun will die profilierte Managerin den Offenbacher Standort voranbringen. Sichtlich zufrieden präsentiert sie das im Saal 1 eingerichtete neue Soundsystem. Der Vorhang öffnet sich, ein Kinotrailer beginnt und verspricht „Kino, wie du es noch nie gehört hast“. Was genau zu hören ist, beschreibt Arne Schmidt in etwa so: „Wenn ein Glas zerplatzt, hört man, wo genau welche Splitter landen.“

Möglich mache das der „Maxximum 3D“-Sound eines der renommiertesten Lautsprecherhersteller aus den USA, Meyer Sound, der in Deutschland ausschließlich in Cinemaxx-Palästen installiert werde. „Wir haben 100.000 Euro investiert“, betont Theaterleiterin Simone Katzke, „unter anderem in neue einzeln ansteuerbare aktive Lautsprecher.“ Das THX-Männchen gehöre damit der digitalen Vergangenheit an.

Da stört es auch kaum, dass der teure digitale Fortschritt in seinen klanglichen Details für gewöhnliche Ohren kaum noch wahrnehmbar ist. Hauptsache, es klirrt und scheppert schön um einen herum. Und eine Investition in die Zukunft sei das ohnehin: „Während neueste Filme derzeit in 7.1 abgemischt werden, können wir problemlos bis zu 13.1 abbilden.“ Da kann man mit seinem 5.1.-Heimkino nur staunen.

Für weitere 350.000 Euro sind darüber hinaus die oft verklebten Teppiche in den Kinosälen und im Foyer verschwunden, die Wände strahlen in freundlicheren Farben und künftig soll es auch an der Popkorn-Kasse schneller gehen – dank einer neugestalteten Theke und zusätzlicher Kassen. Mal wieder Lust auf Kino?

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