Im Cinemaxx

Wenn das Monster zerfließt

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Die Kinder der Erasmus-Grundschule Offenbach sind fasziniert vom Stopptrickfilmen.

Offenbach - Knetkerlchen und Trompetentiere: Im Cinemaxx drehen Schulkinder einen eigenen kurzen Stopptrickfilm. Von Eva-Maria Lill 

Es sieht schon richtig gefährlich aus, das Ungeheuer. Schmatzend rollt es über den Tisch und glotzt aus tellergroßen Augen gierig in die Kamera. Plötzlich gurgelt es ganz leise und zerfließt. 23 Kinderaugen leuchten. In diesem Jahr erlaubte das Lucas-Kinderfilmfestival einen besonderen Blick hinter die Kulissen: Animationskünstler Stefan Schomerus weihte Schüler ins Handwerk des Stopptrickfilms ein. Die dritte Klasse der Erasmus-Grundschule freute sich im Cinemaxx über einen gelungenen Vormittag.

„Das Wichtigste in meinem Beruf ist Geduld“, er klärt der 36-Jährige, der seit Jahren beim Fernsehsender Nickelodeon arbeitet. „Ich baue Figuren, bewege sie um Millimeter und mache ein Foto. Dann wiederhole ich das Prozedere, bis ich genug Bildmaterial gesammelt habe. Das animiere ich anschließend am Computer.“

Ein kleiner Fehler fällt trotz 25 Bildern pro Sekunde sofort auf: Die Bewegungen wirken abgehakt und unnatürlich. „Das macht die Faszination der Puppenanimation aus“, weiß der Berliner.

Im Foyer des Cinemaxx Offenbach zeigt Schomerus Ausschnitte aus seinen Produktionen. Einige kleine Wichte aus Knete, Moosgummi und Pappe hat er sogar mitgebracht. Anschließend dürfen die Teilnehmer selbst Hand anlegen: Jedes Kind bastelt ein eigenes Minimonster. Daraus setzen sie nach und nach das große Knet-Ungetüm zusammen. Zum Abschluss wird der kleine Film sogar vertont.

„Der Workshop ist total gelungen“, freut sich Klassenlehrerin Marion Vermeulen: „Die eher kreativen Kinder können sich ebenso austoben wie diejenigen, die sich vor allem für die Technik interessieren.“

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Auch bei den Teilnehmern kommt die Veranstaltung gut an. Die achtjährige Isabella ist begeistert: „Ich habe in der Schule schon viel mit Ton gearbeitet, aber das natürlich noch nie in einen Film gepackt.“ Ihre Mitschülerin Zoe weiß genau, wie gute Unterhaltung aussieht: „Ich zeichne gern und liebe alte Trickfilme von Walt Disney. Aber Computeranimationen sind schon echt gut. Damit kann man zum Beispiel auch Action zeigen, die man mit Puppen nicht so einfach nachstellen könnte.“

Nach dem kreativen Vormittag erwartet die Kinder die nächste Besonderheit: Beim Lucas-Filmfestival laufen Beiträge nur im Originalton. Da „Baumhauskönige“ jedoch eine niederländische Produktion ist, sitzt Radiomoderator Niels Kaiser mit im Saal. Er spricht die deutschen Dialoge synchron zur Originalspur live ein.

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