City-Passage: Investor droht mit Vermietung

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Farblos, leerstehend, unattraktiv: Die City-Passage in bester Innenstadtlage bietet derzeit keinen schönen Anblick, darin sind sich alle einig.

Offenbach (tk/ikt) - Er hat seine Ankündigung in die Tat umgesetzt: Seit einer Woche sucht Klaus Ziegler auf Plakaten wieder nach Mietinteressenten für die City-Passage.

Nicht für einen Neubau, den er an der Frankfurter Straße errichten möchte, sondern für den heruntergekommenen Komplex in bester Lage.

„Bis dato habe ich 21 Interessenten, die die Mietpreise akzeptieren“, berichtet der unterfränkische Investor. Unter ihnen Gastronomen, Banken und „Sonderpreis-Leute“. Die Suche bedeute aber noch nicht das Ende der Neubauplanung. „Wir arbeiten gleichzeitig am Bauantrag“, erklärt Ziegler. Aber er habe mal testen wollen, auf welche Resonanz er stoße, wenn er die Ladenflächen im aktuellen Zustand vermiete.

Zeichen setzen in Richtung Stadtverwaltung

In erster Linie will er aber offensichtlich ein Zeichen setzen in Richtung Stadtverwaltung. Die habe vergangene Woche einen Gesprächstermin kurzfristig abgesagt. „Die Stadt versucht, uns in die Nähe des Verfalls zu schieben“, behauptet Ziegler. Noch bis November kann er sich auf eine positiv beschiedene Bauvoranfrage berufen. Sein Bauantrag, sagt er, werde nicht grundlegend von diesem Vorbescheid abweichen. Nach Angaben aus dem Rathaus war aber ein erster Antrag wegen zu großer Unterschiede bereits zurückgewiesen worden.

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Unter anderem weist der Investor darauf hin, dass ihm die Stadt signalisiert habe, die Spielhalle könne wieder in bisheriger Größe in den geplanten Neubau einziehen. Und obwohl sich die Stadt eigentlich eine Aufstockung der zweistöckigen Passage aufs Niveau der benachbarten Bebauung wünsche, habe sie ihm grünes Licht für einen dreigeschossigen Bau gegeben, erklärt Ziegler.

Investor will Bauantrag einreichen

Im Laufe der nächsten Woche will der zuversichtliche Investor den Bauantrag einreichen: „Aber wenn wir kein Land sehen, ziehen wir Plan B.“ So könne er mit der Vermietung im gegenwärtigen Zustand vielleicht sogar einen höheren Ertrag erzielen. Schließlich habe er dann keinerlei Baukosten. „Wenn die Stadt den Antrag ablehnt, hat sie zehn Jahre lang ein wunderschönes Objekt“, spottet Ziegler in Anspielung auf langjährige Mietverträge, die er mit vielleicht weniger erwünschten Interessenten abschließen würde. Er erwägt gar, während des Verfahrens einen Mieter für wenige Monate in der City-Passage einziehen zu lassen: „Damit die Stadt einmal sieht, worauf sie sich einlassen würde, wenn sie ablehnt...“

Von der Bauaufsicht ist erst nach Ostern eine Bewertung der Lage zu erhalten.

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