Hängepartie neigt sich Ende zu

City-Passage: Mit sonnigen Aussichten

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Unerfreulicher Leerstand: Seit Jahren ist die City-Passage bis auf eine Spielhalle verwaist. Deren Betreiber, so war zu hören, will nun aufhören. Damit wäre der Weg für einen Investor frei, der mit einem Neubau die Innenstadt weiter beleben könnte.

Offenbach - Es gibt kaum eine Immobilie in der Innenstadt über deren Zukunft in den vergangenen Jahren mehr spekuliert wurde als die City-Passage. Allein: In der fast leeren Ladenzeile bewegte sich bislang nichts. Doch nun stehen die Chancen so gut wie nie, dass sich das ändert. Von Matthias Dahmer

Die Ausgangslage ist aus Sicht der Stadtentwickler seit Jahren so bekannt wie ärgerlich: Der einzige verbliebene Mieter, der Spielhallenbetreiber Walter Brendel, verfügt über einen bis 2017 laufenden Mietvertrag. Brendel vorzeitig zu einem Aus- beziehungsweise Umzug zu bewegen und damit den Weg für Investoren frei zu machen, scheiterten bislang aus den unterschiedlichsten Gründen. Noch will sich keiner der Akteure auf der Passagen-Bühne offiziell erklären. Rolf Schwind, Eigentümer der City-Passage, verweigerte schon in der Vergangenheit jegliche Auskünfte zu seiner Immobilie. Die als Investor in einen Neubau gehandelte Rosco-Unternehmensgruppe aus Bad Hersfeld, die mit Schwind in der Endphase der Verhandlungen sein soll, hüllte sich bislang ebenfalls in Schweigen.

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Auch Brendel und die Stadtregierung lassen sich nicht entlocken, was hinter den Kulissen bereits als Gewissheit gehandelt wird: Dass die Spielhalle zum Ende des Jahres rausgeht aus der verwaisten und heruntergekommenen Immobilie. Nach Informationen unserer Zeitung denkt der ins Rentenalter gekommene Spielhallenbetreiber nicht an einen Umzug, sondern ans Aufhören. Diesen Schritt forciert haben dürfte neben der wachsenden steuerlichen Belastung eine ab 2017 greifende Neuregelung im Hessischen Spielhallengesetz: Danach wird Spielhallenbetreibern künftig nur noch eine Konzession pro Standort zugestanden. Derzeit verfügt Brendel für den Standort City-Passage über vier Konzessionen.

Gewerbeimmobilie statt Passage?

Mit der Aufgabe der Spielhalle könnte Rosco endlich loslegen. Die Bad Hersfelder waren bereits Ende vergangenen Jahres als Erwerber im Gespräch. Für den Kauf des Gebäude-Ensembles in bester Innenstadtlage sollen sieben bis acht Millionen Euro aufgerufen worden sein. Die noch nicht näher bekannten Investorenpläne sehen an Stelle der Passage wohl eine mehrstöckige Gewerbeimmobilie vor. Weil die Anlieferung der künftigen Geschäfte nicht über die Frankfurter Straße geschehen kann, sondern über den Platz der Deutschen Einheit laufen muss, kommt ein weiterer Verhandlungspartner ins Spiel – die Mühlheimer Firma Eduard Geisheimer, die als Eigentümerin des alten IHK-Gebäudes auf der Rückseite der derzeitigen Passage ein Wörtchen bei der zukünftigen Andienung des Neubaus mitreden muss.

Wie zu hören, könnte Geisheimer dem Investor Rosco die erforderliche Erlaubnis zur Nutzung eines Teils des Grundstücks zur Anlieferung erteilen, wenn Rosco künftig keine Einwände gegen einen möglichen Umbau der IHK-Immobilie erhebt, für die ebenfalls eine neue Nutzung geplant ist.

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Noch vor wenigen Wochen hatte es so ausgesehen, als könnte sich die Stadt mit Walter Brendel auf einen Umzug seiner Spielhalle einigen. Im Rathaus war man überrascht, als Brendel dann doch nicht auf das Angebot einging.

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