City Tower wechselt wieder Besitzer

Hoteliers warten auf grünes Licht

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Der 120 Meter hohe City Tower ist ein moderner Offenbacher Hingucker. Wegen eines möglichen Investorwechsels stehen die Hotelpläne für die oberen Stockwerke auf der Kippe.

Offenbach - Es schien bereits beschlossene Sache: Im oberen Teil des Offenbacher City Towers sollten noch 2014 unter der Flagge einer namhaften Hotelkette 206 Zimmer, schicke Konferenzräume und eine „Skybar“ entstehen. Von Jenny Bieniek 

Der Eröffnungstermin wurde bereits verlegt, inzwischen ist jedoch fraglich, ob die Betreiberfirma ihr Vorhaben überhaupt realisieren kann. Wenn es nach Tristar-Geschäftsführer Ulrich Enzinger ginge, bliebe alles wie geplant: „Wir würden das Hotel im City Tower nach wie vor gerne realisieren, wir wissen aber nicht, ob wir auch dürfen. Derzeit hängen wir in einer Warteschleife.“ Im Dezember 2012 hatte die Tristar Hotel und Management GmbH einen Franchise-Vertrag mit der Intercontinental Hotels Group (IHG) unterschrieben, um in den oberen 17 Stockwerken das „Holiday Inn Offenbach City Tower“ entstehen zu lassen.

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Für rund 15 Millionen Euro wollte Tristar die leerstehenden Büroflächen in Offenbachs höchstem Gebäude umbauen. Die nötige Lizenz lag vor, doch ein anstehender Investorwechsel könnte das Bauvorhaben nun platzen lassen. Das mit der Verwaltung des City Towers beauftragte Unternehmen CR-Management bestätigte auf Nachfrage, es gebe aktuell intensive Gespräche und Verhandlungen mit einer Handvoll potentieller Investoren für den City Tower. Eine vertragliche Entscheidung sei bis spätestens Mitte April zu erwarten.

Aktuelle Besitzverhältnisse

Über die aktuellen Besitzverhältnisse bewahrt die Verwaltung jedoch Stillschweigen. Fest steht: Ende 2006 hatten die US-Investoren Morgen Stanley den 2003 fertig gestellten Wolkenkratzer von der Bauherrin CGI, der Grundbesitztochter der Commerzbank, übernommen. Gut informierte Kreise wollen in der Folge von einer luxemburgischen Investmentgesellschaft als Interimsbesitzerin erfahren haben, inzwischen soll Offenbachs Vorzeige-Bürokomplex an einen Fond der Royal Bank of Scotland übergegangen sein.

Doch ein neuer Mitspieler ist bereits in Sicht. Ob dieser auch ein Interesse an dem geplanten Hotelprojekt im City Tower hat, ist jedoch unklar. Möglichen Investoren würden Verträge mit und ohne Hotel angeboten, heißt es. Bis eine endgültige Entscheidung getroffen ist, sind Hotel-Projektbetreiber Tristar deshalb die Hände gebunden. „Wir stehen derzeit Gewehr bei Fuß, aber wir sind leider in einer passiven Rolle“, sagt Geschäftsführer Enzinger. Bei einem der möglichen Investoren habe sich der IHG-Franchisepartner bereits vorgestellt, „aber es gibt wohl auch Interessenten, die uns nicht wollen.“ Derweil machen mögliche Verkaufssummen die Runde. Dem Vernehmen nach müssten interessierte Investoren für das Gebäude ohne Hotel rund 20 Millionen Euro auf den Tisch legen. Mit fertig ausgebautem Hotel ist von mehr als 30 Millionen Euro die Rede.

Noch hält Franchise-Partner Tristar an den Ursprungsplänen fest. Aufgrund des „spektakulären Standortes“ sei der City Tower nach wie vor Wunschadresse für das Hotelvorhaben, betont das Unternehmen. Für den Fall, dass sich der bereits abgeschlossene Vertrag aufgrund des Investorwechsels zerschlägt, verhandele man aber bereits über mögliche Alternativstandorte in Offenbach. Zu Details hielt sich die Geschäftsführung jedoch bedeckt. Falls es doch grünes Licht gibt, wolle man noch Mitte dieses Jahres mit den Umbauarbeiten beginnen. Die derzeitige, „wünschenswerte Planung“ gehe dann vom 2. Quartal 2015 als Eröffnungstermin aus, heißt es dazu aus der Tristar-Pressestelle.

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