Comicfiguren in der S-Bahn

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Schulkünstler: Einige der Teilnehmer vor ihren Werken.

Offenbach - Ein ganzes Schuljahr hat die Künstlerin Ursula Schmidt an dem Projekt mit mehr als fünfzig Schülern der Schillerschule gearbeitet. Alle zwei Wochen hat sich die Projektgruppe an einem Nachmittag, außerhalb der regulären Schulzeit, getroffen. Von Simone Buser

Vor kurzem war es soweit - die mehr als 80 Bilder unter dem Motto „Imagine - meine Welt, wie sie mir gefällt“ wurden ausgestellt.

Bei der Abschlussveranstaltung herrscht starker Andrang, sämtliche Ausstellungsstücke sind umringt und von allen Seiten hört man begeisterte Kommentare der Betrachter. Auch eine Diaschau lädt die Schüler zum Bestaunen der Arbeiten ein.

Mit Hilfe digitaler Bildbearbeitung und Fotomontage können Schüler ihre Aufnahmen von Offenbach in eine Illusion verwandeln. Dazu erlernten sie zunächst den Umgang mit dem PC-Programm Photoshop, um später eine Bildcollage erstellen zu können. „Aber unsere Schüler sind schon geübt im Umgang mit Computern“, meint Schulleiter Thomas Findeisen stolz, „die meisten besitzen auch einen Computerführerschein.“

Die freischaffende Videokünstlerin und Medienpädagogin Schmidt überließ die Gestaltung ganz der Phantasie der Jugendlichen. Deshalb zeigen die einzelnen Bilder auch ein breites Spektrum an Ideen, das von Comicfiguren in der S-Bahn-Station bis hin zur Popkultur mitten in der Offenbacher Innenstadt reicht. Die Künstlerin ist begeistert, „es war phantastisch, dass die Schüler so engagiert mitgemacht haben.“

Auch den Schülern gefällt das Projekt. „Die Arbeit mit Frau Schmidt hat viel Spaß gemacht und ich würde es jederzeit wieder tun“, meint die sechzehnjährige Amela Hodzic. Auch Nikita Pawlik berichtet nur Positives. „Das Projekt war sehr interessant und es war toll, dass die ganze Klasse mitgemacht hat.“

Enttäuschungen die teilweise bei anderen Projekten entstanden, blieben den Teilnehmern erspart. Denn oft mussten sie hinnehmen, dass ihre Vorstellung von der Medienlandschaft bröckelte. „Dieses Projekt hat den großen Vorteil“, meint Thomas Findeisen, „dass die Kids ähnlich gute Ergebnisse erreichen können, wie sie dies aus der Medienwelt kennen.“

Das Ziel seitens der Schulleitung und der 1822-Stiftung der Frankfurter Sparkasse, Jugendliche mit Kunst in Kontakt zu bringen, sieht Findeisen erreicht. Seit 17 Jahren fördert die 1822-Stiftung das Schulkünstlerprojekt an der Schillerschule. Die Idee dazu hatte die mittlerweile pensionierte Lehrerin Grete Steiner, welche die Leitung letztes Jahr an Christina Orth-Körner übergeben hat. Die Nachfolgerin wird auch künftig gefordert sein, denn Grete Steiner hat ihren Schülern vom Koch bis zum Jazzmusiker schon so manches geboten.

Und so wünscht sich Schulleiter Thomas Findeisen bald wieder ein: „Och, ist es schon vorbei“ von seinen Schülern zu hören.

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