Zahl der Kunden gestiegen

Commerzbank legt in Region zu

Offenbach - Trotz eines konjunkturell schwierigen Umfelds hat die Commerzbank in Offenbach und dem Main-Kinzig-Kreis das Jahr 2012 mit deutlichen Zuwächsen abgeschlossen. Von Marc Kuhn

„Insgesamt sind wir sehr zufrieden“, sagte Jens Häfker, der bei dem Geldinstitut für Privat- und Geschäftskunden in der Region verantwortlich ist, gestern in Offenbach. In seinem Zuständigkeitsbereich und in der Mittelstandsbank arbeiten in Stadt und Kreis 110 Angestellte bei der Commerzbank. In der Filiale Offenbach kümmern sich 34 Mitarbeiter um Kunden. Insgesamt unterhält die Commerzbank sieben Filialen in Offenbach, Mühlheim, Hanau, Maintal und Gelnhausen. Die Fusion mit der Dresdner Bank ist mittlerweile abgeschlossen.

Insgesamt belief sich das Geschäftsvolumen auf etwa 1,3 Milliarden Euro, wie Häfker weiter erklärte. Die Zahl der Kunden sei auf rund 54 000 gestiegen. Sie hätten knapp 53 Millionen Euro in Sparanlagen gesteckt, ein Zuwachs von 13,5 Prozent im Vergleich zu 2011. Das Neugeschäft beim Vermögensmanagement sei auf 36,7 Millionen Euro gestiegen. Dabei entscheiden sich die Kunden für eine Risikoklasse. Das Geld wird dann in in Aktien, Anleihen oder Rohstoffe investiert. Entsprechend der Marktentwicklung wird die Investition von den Managern umgeschichtet. Angesichts der niedrigen Zinsen und der Inflation ist das Vermögensmanagement nach den Worten von Häfker eine Möglichkeit, um der „schleichenden Enteignung“ entgegenzuwirken. Der Absatz dieses Produkts sei bei der Commerzbank „sehr deutlich in den letzten zwei Jahren gestiegen“.

Mehr private Baufianzierungen

Das Neugeschäft bei privaten Baufinanzierungen habe im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf knapp 60 Millionen Euro angezogen. Wegen der niedrigen Zinsen könnten sich momentan Kunden eine Immobilie leisten, für die dies vor fünf bis zehn Jahren nicht möglich gewesen sei, berichtete Häfker. „In einigen Fällen kann die Finanzierung die Miete unterschreiten.“ Wohnungen und Häuser seien aber auch als Kapitalanlage gefragt. Die Zinsen liegen bei der Commerzbank zur Zeit bei zehnjähriger Bindung zwischen 1,92 und 2,5 Prozent.

In der Niederlassung Offenbach ist das Neugeschäft bei Immobilienfinanzierungen um 15,5 Prozent auf etwa 21,5 Millionen Euro gewachsen, wie Filialleiter Thorsten Zimmer erläuterte. Der 42-Jährige ist seit Oktober bei der Commerzbank und war vorher lange Jahre bei der Dresdner Bank in der Region tätig. „Meine Heimat ist Offenbach. Mein Hobby sind die Kickers.“ Die Sparanlagen der Kunden seien 2012 um 13,7 Prozent auf 19,5 Millionen Euro gestiegen. In der Filiale in Offenbach sei das Vermögensmanagement ebenfalls stark gefragt gewesen. Das Neugeschäft habe 12,6 Millionen Euro betragen. Insgesamt habe das Geschäftsvolumen 465,7 Millionen Euro betragen. Die Zahl der privaten Kunden in Offenbach sei leicht auf rund 15.000 gestiegen, sagte Zimmer. „Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden.“

Guido Groß an der Spitze

Neu an der Spitze der Commerzbank in der Region ist seit Januar auch Guido Groß. Er kommt von der Dresdner Bank und wechselte mit der Fusion 2008 zur Commerzbank. Groß ist Mitglied der Geschäftsführung der Mittelstandsbank Hessen und der Region Aschaffenburg sowie verantwortlich für Stadt und Kreis Offenbach. Die Mittelstandsbank kümmert sich vor allem um kleinere und mittelgroße Firmen ab einem Jahresumsatz von 2,5 Millionen Euro. Die Zahl der Kunden sei 2012 um zehn Prozent gestiegen, erklärte Groß. Das Kreditvolumen sei um vier Prozent gesteigert worden. Wegen der Schuldenkrise hätten sich Unternehmen mit Investitionen zurückgehalten. Darüber hinaus hätten sie Eigenkapital dafür eingesetzt, berichtete Groß. „Wir haben mehr Kreditmittel und würden die gerne rausgeben.“ Die Mittelstandsbank kann in Deutschland etwa drei Milliarden Euro an Krediten vergeben. Eine Milliarde Euro sei noch offen, erläuterte Groß. Der Manager hat zudem beobachtet, dass sich Kunden verstärkt gegen Kostenschwankungen bei Rohstoffen, Zinsen und Währungen absichern.

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