Operationen werden verschoben

So drastisch bereiten sich Krankenhäuser in der Region auf Coronakrise vor

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Im Sana Klinikum Offenbach hat man entsprechende Corona-Maßnahmen getroffen.

Auch wenn die Zahl der Corona-Patienten in der Region noch gering ist, haben die Krankenhäuser bereits reagiert und entsprechende Maßnahmen umgesetzt.

  • Coronavirus Sars-CoV-2* breitet sich in der Region aus
  • Die Klinken reagieren auf Corona
  • Operationen werden verschoben

Offenbach – Das heißt, sie verschieben planbare Operationen. „Wir führen nach ärztlichem Ermessen medizinisch notwendige Operationen weiterhin durch. Wir vermeiden jedoch nicht medizinisch notwendige Operationen, die zu intensivmedizinischen Kapazitätsbelastungen führen“, präzisiert Jan Voigt, Geschäftsführer der Asklepios Klinik Langen, die Maßnahme.

Coronavirus in Offenbach und der Region: Intensivstationen werden freigehalten

Gemäß der Aufforderung der Bundesregierung halte man in den Asklepios Kliniken des Kreises Offenbach (Langen und Seligenstadt) Intensivkapazitäten frei. Bei einer Ausweitung der Lage werde man die Beatmungskapazitäten ausbauen und zusätzliche Intensivbetten und -stationen sowie Beatmungsgeräte bereitstellen.

Auch im Sana Klinikum Offenbach hat man entsprechende Maßnahmen getroffen: „Die zentrale Aufgabe allen Handelns in der Coronakrise ist es, die Arbeitsfähigkeit der Krankenhäuser und damit die Versorgung schwer kranker Patienten sicherzustellen“, teilt eine Kliniksprecherin mit. Deswegen komme man selbstverständlich der Aufforderung der Bundes- und Landespolitik nach, „soweit es medizinisch vertretbar ist“, Patientenbehandlungen in der Klinik zurückzufahren. „Damit machen wir notwendige Kapazitäten für die Versorgung der von Covid-19 schwer betroffenen Patienten und natürlich auch aller weiteren akut behandlungsbedürftigen Patienten verfügbar.“

Coronavirus in Offenbach und der Region: Maßnahmen haben wirtschaftliche Folgen für die Krankenhäuser

Die Krankenhäuser räumen ein, dass die Maßnahmen wirtschaftliche Folgen haben können: „Natürlich ist in diesem Zusammenhang auch davon auszugehen, dass dies zu finanziellen Einbußen führen wird“, heißt es aus dem Sana Klinikum. Asklepios-Geschäftsführer Jan Voigt betont, dass die Kliniken – „ob unter privater, konfessioneller oder öffentlich-rechtlicher Trägerschaft“ – die Sicherheit bräuchten, dass die Absagen anderer Behandlungen nicht zu ihren Lasten und zu Liquiditätsengpässen führen. „Nur so können sich die Krankenhäuser konsequent auf die Behandlung von Corona-Patienten konzentrieren.“

Die Maßnahme stellen die Verantwortlichen trotz des wirtschaftlichen Risikos nicht infrage: „Im Sinne der gestrigen Ansprache der Bundeskanzlerin verbietet es sich, durch persönliche Einschätzungen die Diskussionen in der Öffentlichkeit weiter zu verkomplizieren. Bundes- und Landesregierung sind durch Experten beraten“, sagt Jan Voigt.

Auch beim Thema Besuchsverbot greifen die Krankenhäuser inzwischen strikt durch – und stoßen mit dieser Maßnahme meist auf Verständnis: „Einige wenige Besucher haben zwar Nachfragen, doch diese können in der Regel leicht geklärt werden“, informiert die Sprecherin des Sana Kinikums.

Coronavirus in Offenbach und der Region: Besuchsverbot für Krankenhäuser keine leichte Situation

Emotional sei das Besuchsverbot für Patienten wie für Angehörige und Freunde oftmals keine leichte Situation, räumt Jan Voigt ein. „Bisher konnten unsere Mitarbeiter aber alle Angehörigen und Patienten in eingehenden Gesprächen beruhigen und von der Maßnahme überzeugen, denn eine Vielzahl von Patienten im Krankenhaus gehört zu Risikogruppen, die in besonderem Maße vor dem Coronavirus geschützt werden müssen.“ Er betont: „Eine besondere Verantwortung tragen wir aber auch gegenüber unseren Ärzten und Pflegekräften, die jetzt schon eine herausragende Arbeit leisten und denen wir in den nächsten Wochen noch viel abverlangen werden müssen. Jede Möglichkeit, Risiken zu senken, muss genutzt werden.“

Einige Kliniken reduzieren wegen der Pandemie-Maßnahmen auch ihre Öffentlichkeitsarbeit: Das Ketteler Krankenhaus in Offenbach teilt mit, wegen der aktuellen Corona-Entwicklung keine Zeit für die Beantwortung von Fragen zu haben. Geschäftsführer Gerd Kath bittet darum, sich an die Pressestelle der Stadt zu wenden. Auch das Klinikum Hanau verweist bei Presse-Anfragen inzwischen an den Krisenstab der Stadt Hanau.

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VON NIELS BRITSCH

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