Pandemie

Corona in Offenbach: Ausgangssperren drohen – Stadt will trotzdem Modellregion werden

Corona Offenbach
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In Offenbach drohen unter anderem Ausgangssperren. (Symbolfoto)

In Offenbach steigt die Corona-Inzidenz weiter: Es droht erneut eine Ausgangssperre. Dennoch will sich die Stadt um Öffnungen bewerben. 

Offenbach – Mitte nächster Woche könnte es wieder so weit sein: Die Offenbacher müssen von 22 bis 5 Uhr in den eigenen vier Wänden bleiben. Im Hinblick auf die derzeit hohe Corona-Inzidenz wird der Verwaltungsstab am Montag beraten, ob und wie die im Eskalationskonzept des Landes vorgesehenen neuen Ausgangsbeschränkungen umgesetzt werden.

„Gleichzeitig sind wir fest überzeugt, dass wir mit Tests, Masken und Apps ein Modell finden müssen, wie das Leben organisiert wird, bis genügend Menschen geimpft sind“, sagt Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke. So bewirbt sich die Stadt als Modellkommune für das Projekt „Öffnen mit Sicherheit“ und trifft bereits Vorbereitungen für die Einführung einer möglichen App zur Kontaktnachverfolgung.

Corona in Offenbach: Inzidenz liegt über 200 – Ausgangssperren könnten drohen

Ausgangssperren sieht das Land vor, wenn eine Inzidenz mindestens drei Tage über 200 liegt. Die Marke selbst hat Offenbach überschritten, die Stadt liegt aktuell bei 214 (laut RKI). Eine Folge der hohen Infektionszahlen ist, dass die Intensivbetten in den Kliniken wieder knapp werden.

In Offenbach ist die Ursache für die Überschreitung der 200 kein klar eingrenzbares Infektionsgeschehen an einem Ort. In einem solchen Fall wäre eine Ausgangssperre nicht sinnvoll. Aber tatsächlich wird sich meist bei privaten Treffen angesteckt.

Der Verwaltungsstab will das Infektionsgeschehen genau betrachten, um weitere Maßnahmen zielgerichtet zu veranlassen. Massive Grundrechtseingriffe sollen keinem Automatismus unterliegen.

Vorbild Tübingen: Offenbach bewirbt sich um Hessisches Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“

Und sie bleiben auch nicht die einzigen Mittel. Der Oberbürgermeister geht davon aus, dass Deutschland vor einer längeren Phase steht, in der einerseits noch nicht genügend Menschen geimpft sind, andererseits aber mit Masken, Schnelltests und Apps Instrumente zur Verfügung stehen, um ein weitgehend sicheres Leben mit Corona zu organisieren.

Dazu bewirbt sich Offenbach für das Projekt „Öffnen mit Sicherheit“ des hessischen Sozialministeriums. Dabei geht es ums sichere Einkaufen nach Tübinger Vorbild, wie es bislang in Hessen nicht erlaubt war. Die Städte in Hessen sind deswegen auf die Landesregierung zugegangen. Mit Erfolg. Und Offenbach hat sofort sein Interesse angemeldet.

Negativer Corona-Schnelltest soll in Offenbach Öffnung von Einzelhandel und Gastronomie ermöglichen

Kernidee solcher Projekte ist, Einzelhandel und Gastronomie für Menschen mit negativen Antigen-Schnelltest probeweise zu öffnen. Auch Kulturelles könnten so wieder ermöglicht werden. Aus Sicht von OB Schwenke ist es wichtig, dies auch in Regionen mit höherer Inzidenz auszuprobieren. Gesundheitsdezernentin Sabine Groß verspricht sich vom Modellversuch „Hoffnung und Aussicht auf Normalität“. Sie weist auf die vielen Schnelltest-Stellen in der Stadt hin. „Die könnten dann genutzt werden, um mit einem negativen Testergebnis ein Offenbach-Ticket zu erhalten und am selben Tag Geschäfte, Cafés und Restaurants zu besuchen und kulturelle Angebote wahrzunehmen.“

Ein zentraler Schlüssel für den Umgang mit der Pandemie wird zunehmend eine effiziente Nachverfolgung von Infektionsketten sein, insbesondere bis ausreichend Menschen geimpft sind. Hierfür werden von Bund und Land derzeit verschiedene Apps zur digitalen Kontaktnachverfolgung betrachtet.

Corona in Offenbach: App soll Kontaktnachverfolgung erleichtern

Offenbachs Verwaltungsstab sieht in diesen für den Nutzer sehr einfachen Anwendungen einen wichtigen Baustein für Zukunftsperspektiven. Beim Besuch einer Veranstaltung, beim Fahren im Taxi oder beim Restaurantbesuch wird über einen QR-Code „eingecheckt“, und es erfolgt eine Registrierung. Daten werden dann verschlüsselt ans Gesundheitsamt übermittelt, sodass im Fall einer Infektion, die Kontaktpersonen benachrichtigt werden können.

Die Offenbacher Verantwortlichen wollen sich einer App-Lösung zur Kontaktnachverfolgung anschließen, die möglichst bundes- oder landeseinheitlich umgesetzt wird. (tk)

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