Pandemie

Corona-Bußgelder: Offenbach mit den meisten Verstößen im Vergleich

Wer sich nicht an die Corona-Regeln hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. In der Stadt Offenbach werden deshalb besonders viele Verfahren eingeleitet.

  • Die Corona-Krise hat Offenbach und die Region fest im Griff.
  • Das Stadtpolizei von Offenbach kontrolliert die Einhaltung der Corona-Regeln.
  • Bisher wurden bereits fast 4.000 Bußgeldverfahren wegen Verstößen eingeleitet.

Offenbach - Die Corona-Krise hat Offenbach und die Region weiterhin fest im Griff. Es gibt viele Todesfälle sowie Neuinfektionen und die 7-Tage-Inzidenzen bleiben auf einem sehr hohen Niveau. Außerdem sind mittlerweile ein Großteil aller Intensivbetten belegt. Um den steigenden Fallzahlen entgegenzuwirken, gelten in ganz Deutschland, und damit auch in Offenbach, strenge Corona-Regeln. Seit Mittwoch (16.12.2020) befindet sich die gesamte Bundesrepublik erneut in einem harten Lockdown.

Corona in Offenbach: Bei Regelverstößen drohen Bußgeldverfahren

Trotz der besorgniserregenden Entwicklung halten sich noch immer einige Menschen nicht an die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Werden diese Personen bei einem Vergehen erwischt, ist meist ein Bußgeld fällig. Zu den am häufigsten gemeldeten Verstößen zählen unter anderem die Verletzung der Maskenpflicht und der Kontaktbeschränkungen sowie das Nichteinhalten der Hygieneauflagen in der Gastronomie.

Besonders viele Bußgeldverfahren wurden in den vergangenen Monaten in Offenbach eingeleitet, wie die Stadt mitteilt. Bis zum 14.12.2020 gab es dort insgesamt 3.847 Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln. Dabei mussten 375.172,30 Euro an Strafen gezahlt werden. Pro 100.000 Einwohner sind dies 2.988 Verfahren und Zahlungen von 291.409,51 Euro.

Bereits Anfang Oktober dieses Jahres hat die „Welt am Sonntag“ im Rahmen einer Umfrage in den sieben einwohnerreichsten Städten Deutschlands dort die Anzahl der Bußgeldverfahren seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ermittelt. Demnach hat zum damaligen Zeitpunkt München am meisten Gelder durch Corona-Verstöße eingenommen. In der bayrischen Landeshauptstadt wurden 9.100 Verfahren eingeleitet, bei denen insgesamt rund 1,2 Millionen Euro an Strafen gezahlt werden musste. Das sind pro 100.000 Einwohner 618 Verfahren und 81.521 Euro. Auf Platz zwei folgt Hamburg mit 596 Verfahren und 54.092 Euro pro 100.000 Einwohner.

Offenbach greift bei Verstößen gegen die Corona-Regeln durch

Vergleicht man diese einwohnerreichen Städte mit Offenbach wird schnell klar, dass in der fünftgrößten hessischen Stadt die Zahlen pro 100.000 Einwohner deutlich über denen der Metropolen München und Hamburg liegen. Das Ordnungsamt von Offenbach hat neben der Gesamtzahl der Bußgeldverfahren wegen Corona-Verstößen auch alle Verfahren ermittelt, die bis zum 1. Oktober dieses Jahres eingeleitet wurden. Es handelt sich dabei um 1.917 Verfahren und Einnahmen von 212.386 Euro pro 100.000 Einwohner. Die Anzahl der Verfahren pro 100.000 Einwohner ist somit mehr als dreimal so hoch wie die der bayrischen Metropole München.

Das Ordnungsamt in Offenbach hat bereits fast 4.000 Bußgeldverfahren eingeleitet, weil sich die Menschen nicht an die Corona-Regeln halten.

Noch deutlicher wird die hohe Anzahl der Bußgelder in Offenbach, wenn man einen Vergleich mit dem Nachbarn Frankfurt zieht. Dort wurden bis zum 1. Oktober „nur“ 411 Verfahren und 36.517 Euro pro 100.000 Einwohner eingeleitet beziehungsweise eingenommen.

Doch wieso werden gerade in Offenbach so viele Bußgeldverfahren wegen Regelverstößen im Rahmen der Corona-Pandemie eingeleitet? „Wir sorgen mit unserer Stadtpolizei mit Unterstützung von Landes- und Bundespolizei für eine hohe Kontrolldichte im Stadtgebiet. Unsere hochmotivierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Sachbearbeitung, die die Bußgeldverfahren in Amtshilfe für unser Gesundheitsamt leisten, sorgen für eine sorgfältige, aber auch effiziente Verfolgung der Ordnungswidrigkeiten“ teilt das Ordnungsamt in Offenbach mit.

Corona-Pandemie: Höhe der Bußgelder variieren

Bei all den erfassten Zahlen für die Städte in Hessen und Deutschland muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Höhe der Bußgelder für die verschiedenen Verstöße gegen die Corona-Auflagen in den einzelnen Metropolen variiert. Die Höhe der meisten Strafzahlungen ist Sache der Bundesländer, sodass beispielsweise Hamburg deutlich geringere Bußgelder als München verlangt*, wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet. Des Weiteren führt nicht jedes eingeleitete Bußgeldverfahren automatisch zu einem Bußgeld.

Laut der Umfrage der „Welt am Sonntag“ wurden zwischen April und September übrigens in den sieben einwohnerreichsten Städten in Deutschland insgesamt rund 35.000 Corona-Bußgeldverfahren eingeleitet. Damit haben Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf zusammen etwa drei Millionen Euro eingenommen. (Tobias Ketter) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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