Ab 9. November

Corona in Offenbach: An mehreren Orten gilt ab Montag die Maskenpflicht

Drei Straßenmusiker spielen auf dem Offenbacher Wochenmarkt, Leute mit Masken gehen vorbei.
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Nicht nur in der Innenstadt von Offenbach – hier ein Archivbild vom Wochenmarkt – gilt ab Montag eine Maskenpflicht.

Wegen Corona gibt es für einzelne Gebiete in Offenbach nun eine Maskenpflicht. Die neue Verordnung gilt ab 9. November auch teilweise für Bürgel, Bieber und den Hafen. 

  • Offenbach weist wegen der hohen Corona-Fallzahlen eine Maskenpflicht für einige Gebiete in der Stadt aus.
  • Sie gilt nicht nur in der Innenstadt.
  • Ausnahmen gibt es für eine Gruppe von Passanten – und in bestimmten Situationen.

Offenbach - In Köln gilt sie schon länger, Kiel hat seit Wochenbeginn Maskenpflicht auf mehreren Straßen und Plätzen angesagt, auch Frankfurt hat’s vorgemacht. Nun weist auch Offenbach eine Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung für einzelne Gebiete aus. Entgegen der ursprünglichen Absicht gilt sie jedoch erst vom kommenden Montag (09.11.2020) an. Bei einer dauerhaften Inzidenz von mehr als 200 Infektionsfällen auf 100.000 Einwohnern ist der Entschluss dazu folgerichtig. Hat die Stadt doch frühzeitig – im Oktober – die schärfsten Schutzmaßnahmen im Hessenland eingeführt

Corona: Radfahrer von Maskenpflicht in Offenbach ausgenommen

Seit 2. November schreibt die Corona-Verordnung des Landes das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung (MNB) im öffentlichen Raum überall dort vor, wo kein Mindestabstand durchgehend eingehalten werden kann. Dies betrifft insbesondere Fußgängerzonen und öffentliche Plätze. Kommunen und Kreise sind danach verpflichtet, die Maskenpflicht auf die örtlichen Gegebenheiten anzupassen und konkret zu benennen, wo das Fall ist. Der Offenbacher Verwaltungsstab weist deshalb ab 9. November folgende Bereiche aus, in denen Fußgänger eine MNB grundsätzlich von 8 bis 22 Uhr – also, wenn dort besonders viele Menschen unterwegs sind – tragen müssen. Radfahrer sind ausgenommen.

  • Innenstadt: zwischen Luisen-, Berliner, Herrn-, Main-, Karl- und Bismarckstraße
  • Hafen: im Bereich vom Hafenplatz und Hafentreppe
  • Bieber: Aschaffenburger /Seligenstädter Straße (zwischen Berg- und Obermühlstraße)
  • Bürgel: Langstraße und Offenbacher Straße (jeweils zwischen Alice- und Hessenstraße).
Die Stadt Offenbach hat ab Montag Bereiche (rot markiert) ausgewiesen, in denen Fußgänger eine Mund-Nase-Bedeckung tragen müssen.

Corona-Maske darf in Offenbach nur zum Essen, Trinken oder Rauchen abgesetzt werden

Maskenpflicht gilt laut Landesverordnung zudem an allen Bushaltestellen sowie weiterhin in allen bisher schon bekannten Bereichen – etwa in Geschäften, Einkaufszentren, auf Wochenmärkten, in Bus und Bahn, in Gebäuden mit Publikumsverkehr. Die Mund-Nase-Bedeckung darf nur kurz zum Essen, Trinken oder Rauchen abgesetzt werden, wenn für diesen Moment mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen gehalten wird.

Oberbürgermeister Felix Schwenke weist nach der Entscheidung des Verwaltungsstabs auf die weiter kritische Lage in Offenbach hin: „Es kommen ständig neue Fälle dazu. Die Betroffenen können in der Mehrheit auch mit dem Gesundheitsamt zusammen nicht mehr klären, wo sie sich angesteckt haben. Mit den neuen Regelungen des Landes und mehr Maske im Alltag halte ich an meinem Optimismus fest, dass die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der Politik diese neue Welle durchbrechen können. Dann werden wir wieder mehr Freiheiten und weniger Regeln haben.“

Stadträtin Sabine Groß betont in ihrer Funktion als Gesundheitsdezernentin, dass zunehmend Ansteckungen im Freien festgestellt werden: „Wir haben im Verlauf der Pandemie gelernt, dass sich das Virus vor allem über Aerosole verbreitet. Im Sommer war die Ansteckungsgefahr im Freien nicht so groß, weil UV-Strahlung und wärmere Temperaturen das Virus schnell zerstören. In der kalten Jahreszeit ändert sich das. Und vor dieser Gefahr schützen am besten Distanz und eine Mund-Nase-Bedeckung.“

Maskenpflicht wegen Corona: „Offenbacher erwarten, dass wir sanktionieren“

Ordnungsdezernent Peter Freier begrüßte die Festlegung des Stabs, in konkreten städtischen Gebieten in Offenbach eine Maskenpflicht einzuführen: „Die Menschen erwarten, dass diejenigen sanktioniert werden, die sich nicht an die Regeln halten. Das ist immer dann schwierig, wenn etwa nachgewiesen werden muss, ob der Mindestabstand gehalten wurde oder nicht. Solchen Diskussionen können die Stadtpolizisten jetzt aus dem Weg gehen, wenn sie in den betreffenden Bezirken kontrollieren.“

Die Zahlen belegen es: Im Klinikverbund wird die Zahl der freien Intensivbetten knapp.

Stadtrat Paul-Gerhard Weiß erinnert daran, dass sogar jüngere Schüler in der Lage sind, über mehrere Stunden eine Maske zu tragen: „Viele Menschen mag die Maske nerven. Das verstehe ich. Die Alltagsmaske ist aber nach jetziger Erkenntnis ein wirksames und vergleichsweise einfaches Mittel, um uns gegenseitig zu schützen. Wenn unsere Kinder das in der Schule können, dann können es auch die Erwachsenen, wenn sie ein Geschäft betreten oder in Einkaufsstraßen unterwegs sind.“ (mk)

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