Schulbetrieb während Corona

Corona-Infektion an Schule: Neue Testergebnisse - Wie es jetzt weiter geht

+
Ein Schüler aus Offenbach hat sich mit dem Coronavirus infiziert. (Symbolbild)

An einer Schule in Offenbach gab es zwei Corona-Fälle. Nach weiteren Tests können Eltern und Lehrer nun aufatmen. 

  • Schüler aus Offenbach sind am Coronavirus erkrankt
  • Kritik an der Öffnung der Schulen kommt auf
  • Nun liegen weitere Testergebnisse zu Schülern der Albert-Schweitzer-Schule vor

Update vom Freitag, 15.05.2020, 17.46 Uhr: Gute Nachrichten für die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) in Offenbach. Die Corona-Test der sechs Schüler und Lehrer, die am Dienstag (12.05.2020) vorsorglich in Quarantäne geschickt worden waren, sind allesamt negativ ausgefallen. Das teilte die Stadt Offenbach am Freitagnachmittag (15.05.2020) mit. Die Die ASS kann deshalb laut Schulleitung am Montag (18.05.2020) wie alle hessischen Schulen planmäßig den Unterricht wieder aufnehmen

Die Leiterin der Schule in Offenbach hatte den Unterricht vorsorglich pausieren lassen, nachdem bei zwei Schülern eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden war. Insgesamt befinden sich zurzeit 34 Schüler und Lehrer der ASS in häuslicher Quarantäne. Sie müssen der Schule bis zum Ablauf der Absonderung fernbleiben.

Corona-Fälle an Schule in Offenbach: Nicht bei Mitschülern infiziert

Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß lobte das schnelle, unbürokratische Eingreifen des Gesundheitsamts der Stadt Offenbach. Normalerweise würden nur Menschen mit Symptomen getestet, keiner der Schüler habe jedoch überhaupt Symptome einer Corona-Erkrankung gezeigt. 

Weiß: „Für die Schulgemeinde war es natürlich sehr wichtig zu wissen, ob es an der Schule ein Infektionsgeschehen gibt, das möglicherweise noch nicht erkannt worden ist. Heute haben wir die Gewissheit, dass es nur die beiden bekannten Fälle gibt und dass sich die getesteten Kontaktpersonen nicht bei ihren Mitschülern infiziert haben.“ 

Corona in Offenbach: Mehrere Schüler infiziert – Schulleiterin reagiert auf Kritik

Update vom Freitag, 15.05.2020, 13.10 Uhr: Nach zwei Corona-Fällen an der Albert-Schweitzer-Schule in Offenbach sind weitere Details ans Licht gekommen. So hatte die kommissarische Leiterin der Schule, Barbara Lorz, für die Aussetzung des Unterrichts plädiert. Das ist ungewöhnlich, denn eigentlich ist Offenbachs Stadtgesundheitsamt für Schulschließungen zuständig. 

Die Kritik von Eltern am Verhalten der Schüler im Schulgebäude wies Lorz zurück: „Sobald wir sehen, dass etwa auf dem Pausenhof Schüler zu nahe beieinander sind, sprechen wir sie an.“ Im Schulgebäude würden sich die Schüler nach ihrer Beobachtung sehr genau an die Regeln halten.

Für die fünf Kontaktpersonen der zweiten Infizierten wurde ein Test angeordnet, obwohl keinerlei Symptome bei den Betroffenen vorliegen - wie schon im Fall der ersten Corona-Erkrankung an dem Gymnasium in Offenbach. Die Ergebisse könnten noch am heutigen Freitag (15.05.2020) vorliegen.

Schüler mit Corona infiziert: Zweiter Test positiv - Schule trifft nachvollziehbare Entscheidung

Update vom Mittwoch, 13.05.2020, 16.27 Uhr: Die Albert-Schweitzer-Schule in Offenbach hat in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt sowie dem Gesundheitsamt und dem Bildungsdezernat der Stadt Offenbach den Präsenzunterricht für den Rest der Woche ausgesetzt. An dieser Schule war Anfang Mai ein Schüler positiv getestet worden, der sich im privaten Umfeld angesteckt hatte. 

Corona in Offenbach: Zweiter Infizierter an der Albert-Schweitzer-Schule 

Nach Ermittlung aller Kontaktpersonen auch an der ASS hatte das Gesundheitsamt am 5. Mai vorsorglich 28 Schüler und Lehrer in häusliche Quarantäne geschickt, obwohl diese nach eigener Aussage dem positiv getesteten Schüler nie näher als 1,5 Meter gekommen sein sollen.

Obwohl Ärzte gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei Kontaktpersonen ohne Symptome üblicherweise keine Tests vornehmen, hatte das städtische Gesundheitsamt erwirken können, dass alle betroffenen Schüler und Lehrer in den zur Verfügung stehenden Testzentren getestet wurden. Seit Dienstagabend liegt das Ergebnis vor: 27 der 28 Menschen sind nicht mit Corona infiziert. In einem Fall fiel das Testergebnis allerdings positiv aus. Damit gibt es nun zwei Fälle an der Albert-Schweitzer-Schule.

Corona-Fall in Offenbach: Quelle der Ansteckung gesucht

Das Gesundheitsamt versucht nun, die Quelle der Ansteckung zu ermitteln – nach derzeitigem Kenntnisstand ist ein familiärer Hintergrund nicht ausgeschlossen. „Es muss sich nicht unbedingt um ein Infektionsgeschehen an der Schule selbst handeln“, teilte Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß mit. Das Gesundheitsamt hat dennoch vorsorglich alle Kontaktpersonen der positiv getesteten Schülerin an der Schule mit sofortiger Wirkung ebenfalls in Quarantäne genommen. Auch werden wieder Tests für diese Kontaktpersonen organisiert, obwohl dies nach den geltenden Richtlinien des RKI nicht notwendig wäre.

Weil es einige Zeit dauert, bis alle Kontaktpersonen ermittelt sind und die Testergebnisse vorliegen, wurde das Gymnasium in Offenbach vorsorglich geschlossen. Am Montag, 18. Mai, beginnt dort ein neuer Öffnungsabschnitt, weitere Jahrgänge sollen dann wieder unterrichtet werden. „Alle Beteiligten hoffen, bis dahin die Ergebnisse der Kontaktverfolgung und der Tests vorliegen zu haben, damit wir dann allen Schülern einen guten Neustart ermöglichen können“, sagt der Schuldezernent. 

Corona-Fall in Offenbacher Schule: Kontaktpersonen getestet

Update vom Dienstag, 12.05.2020, 15.30 Uhr: Nach dem Corona-Fall an der Albert-Schweitzer-Schule in Offenbach hat das Gesundheitsamt der Stadt die Mitschüler getestet, die Kontaktpersonen des infizierten Schülers waren. „Diese Tests haben heute stattgefunden“, teilte die Stadt Offenbach am Dienstag (12.05.2020) mit. Die Ergebnisse der Corona-Tests stünden allerdings noch aus. Zuvor hatte es Schwierigkeiten gegeben, die bislang symptomfreien Mitschüler testen zu lassen.

Die Stadt Offenbach teilte allerdings nun mit, Corona-Tests seien zu einem früheren Zeitpunkt nicht sinnvoll gewesen: „Die Tests wurden nicht sofort durchgeführt, da die Erkrankung eine Inkubationszeit von 5-6 Tagen hat. Ein zu früher Test wird mit hoher Wahrscheinlichkeit trotz einer Infektion ein negatives Ergebnis zeigen“, sagte Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). Deswegen würden Tests erst zum Ende der Quarantänezeit angeordnet.

Corona in Offenbach: Schüler hat Corona - Tests für Klassenkameraden

Weiß wollte nicht ausschließen, dass es unter den Schülern zu weiteren Coronavirus-Infektionen gekommen ist. Er betonte, dass der letzte Kontakt zwischen den Mitschülerinnen und dem positiv getesteten Schüler in der Albert-Schweitzer-Schule in Offenbach am 30. April bestand.

Kritik an der Schule oder dem Offenbacher Gesundheitsamt wies der Schuldezernent zurück: Die Schule lasse nur zehn statt 15 Schüler in einem Kurs zusammensitzen, damit der Mindestabstand sichergestellt sei. Man handle „sehr verantwortungsvoll, aber unaufgeregt“, sagte Paul-Gerhard Weiß. Über die Frage, ob Schulen überhaupt wieder Unterricht anbieten sollten, verweist Schuldezernent Weiß an die Landesregierung: „Das ist eine Entscheidung, die nicht die Stadt treffen kann, sondern landesweit gilt.“

Schüler mit Corona infiziert - Jetzt gibt es Probleme bei den Test der Mitschüler

Update vom Montag, 11.05.2020, 14.01 Uhr: Im Umgang mit dem Corona-Fall an der Albert-Schweitzer-Schule in Offenbach gibt es offenbar Schwierigkeiten, die bislang symptomfreien Mitschüler testen zu lassen. „Bislang werden grundsätzlich nur Menschen mit Symptomen getestet. Ohne die Beharrlichkeit des Gesundheitsamts würden die Schüler überhaupt nicht getestet werden“, sagt Gesundheitsdezernentin Sabine Groß. Der Magistrat der Stadt Offenbach kritisiert den bundesweiten Mangel an Testmöglichkeiten.

Das Gesundheitsamt habe versucht, das in Frankfurt stationierte Corona-Mobil für die Tests an die Schule in Offenbach zu bekommen. Dieses werde jedoch anderweitig verwendet. „Natürlich würden wir auch gerne ein Testzentrum in Offenbach haben“, sagt Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke. „Die Festlegung der Standorte trifft aber nicht die Stadt. Deshalb begrüßen wir den aktuellen Vorschlag der KV (Kassenärztliche Vereinigung ), dass alle Hausärzte in Offenbach spezielle Infektionssprechstunden einrichten und Corona-Tests durchführen.“ Einige Hausärzte testeten aber auch jetzt schon.

Corona in Offenbach: Schüler hat Corona - vom Klassenraum in die Quarantäne

Erstmeldung vom Montag, 11.05.2020, 06.01 Uhr: Offenbach – Seit vergangener Woche Montag hat der Unterricht für höhere Klassenstufen wieder begonnen. Gerade einmal fünf Tage dauerte es, dann wurde der erste Covid-19-Fall bei einem Schüler aus Offenbach bekannt: Ein Gymnasiast des Englisch-Leistungskurses der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) hatte sich infiziert.

„Dass der Schüler sich mit dem Coronavirus infiziert hatte, wurde mir am Wochenende mitgeteilt“, sagt Barbara Lorz, kommissarische Leiterin der ASS, gegenüber der Offenbach-Post. Sofort habe sie das Gesundheitsamt informiert und um Anweisungen für das weitere Vorgehen gebeten. Die Folge: Schüler und Lehrer, die mit dem Infizierten in einem Raum waren oder sonst engeren Kontakt hatten, müssen für 14 Tage in Quarantäne. Betroffen sind rund 30 Personen, darunter drei Lehrer.

Offenbach: Schüler mit Coronavirus infiziert

Kritiker der Schulöffnung sehen sich in ihren Befürchtungen bestätigt. Unsere Zeitung erreichten Berichte von Lehrern und Schülern, die die Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebs in der derzeitigen Situation – ohne Heilmittel und Impfstoff – für unverantwortlich halten. Allerdings fällt auf, dass alle Beteiligten anonym bleiben möchten, die Furcht vor möglichen Repressalien durchs Kultusministerium scheint groß.

Als „Versuchskaninchen“ würden Lehrer wie Schüler genutzt, „bloß damit die Landesregierung frühzeitig Lockerungen“ habe verkünden können, schreibt etwa ein Lehrer. Ein Vater eines Albert-Schweitzer-Schülers schreibt, dass er bereits nach Ankündigung der Schulöffnung Mitte April sich an Stadt und Kultusministerium mit seiner Sorge um eine mögliche Infektion gewandt habe, jedoch ohne Rückmeldung erhalten zu haben. Die räumlichen Gegebenheiten ließen eine Öffnung nicht zu, habe er darin ausgeführt.

Eine Oberstufenschülerin schreibt uns, dass Furcht vor einer Ansteckung herrsche, dennoch seien alle gezwungen, zur Schule zu gehen. Vor allem dem Gesundheitsamt macht sie Vorwürfe, der Covid-19-Fall werde auf die leichte Schulter genommen, von Anfang an habe ein durchdachter Plan für die Wiederaufnahme des Unterrichts gefehlt.

Offenbach: Corona-Fall „nicht auf die leichte Schulter genommen“

Dem widersprechen Stadt und Gesundheitsamt energisch. Keineswegs habe man den Corona-Fall auf die leichte Schulter genommen, heißt es aus dem Rathaus. Sofort nach Bekanntwerden habe die Nachverfolgung der Kontakte begonnen und die Betroffenen seien in Quarantäne geschickt worden. Auch Schulleiterin Lorz betont, dass von Seiten der Lehrer alles unternommen worden sei, um auf Hygiene- und Abstandsgebote hinzuweisen. „Ich wiederhole seit Tagen gebetsmühlenartig die Hygienevorschriften“, sagt sie. Türklinken oder Wasserhähne würden mehrfach am Tag desinfiziert, nach ihrer Beobachtung hielten sich die Schüler sehr gut an die Vorschriften. „Obwohl wir keine Maskenpflicht haben, setzen die Schüler Masken in den Treppenhäusern auf.“

Auch über den Corona-Fall habe sie umgehend mit einem Elternbrief reagiert. „Transparenz ist in dieser Situation wichtig, um Ängste zu nehmen“, sagt sie. Dass der Unterricht weiter gehalten werde, sei mit dem Gesundheitsamt abgestimmt. „Wir Lehrer sind keine Virologen: Für alles rund um Corona ist das Gesundheitsamt maßgeblich.“

Kein Notfallplan für Corona-Fälle nach Schulöffnung wie in Offenbach

Allerdings: Einen ministeriellen Notfallplan zum Umgang mit Corona-Fällen nach Öffnung gebe es nicht, lediglich die üblichen Notfallketten, wer zu informieren sei. „Aber da jede Schule andere räumliche Gegebenheiten hat, ist es auch sinnvoll, dass das die Gesundheitsämter vor Ort regeln“, sagt sie. Als Schulleiterin habe sie auch bei der Öffnung auf die Gegebenheiten an dem Gymnasium reagiert: Statt wie vom Land vorgesehen 15 sind nur maximal zehn Schüler in einem Raum erlaubt, um die Abstandsregeln einzuhalten.

Laut Bernhard Bornhofen, Leiter des Stadtgesundheitsamtes, werden in der kommenden Woche die knapp 30 Schüler und Lehrer, die aktuell in Quarantäne sind, im Frankfurter Testzentrum auf Covid-19 untersucht. „Die Testmöglichkeiten sind weiter nicht üppig“, sagt er, daher können nur die unmittelbar Betroffenen, nicht aber deren Angehörige getestet werden.

Corona in Offenbach: Klage über niedrige Testkapazitäten

Die begrenzten Testmöglichkeiten ärgern Bornhofen: „Ich verstehe nicht, wieso etwa in der Bundesliga getestet wird, während die Tests den Städten nicht zur Verfügung stehen.“ So mangele es in den Städten etwa an Kunststoffröhrchen, um überhaupt die Proben aufzubewahren. Unbefriedigend sei die finanzielle Situation: „Es wäre sinnvoll, dass das Land den Städten eine Abrechnung für die Tests gestatten würde oder uns Finanzmittel dafür bereitstellt“, sagt er, so könnte die Stadt freier agieren.

Die Situation an der ASS werde genau überwacht, von den übrigen Offenbacher Schulen ist bislang kein weiterer Corona-Fall bekannt.

Von Frank Sommer

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare