Heiligabend in der Pandemie

Corona an Weihnachten: Wie Sie sich vor dem Coronavirus schützen

Weihnachten im Corona-Jahr 2020 wird sehr speziell. Der Gesundheitsamtsleiter aus Offenbach erklärt Regeln, die man beachten sollte, um eine Infektion zu vermeiden.

  • In Offenbach und der Region stecken sich weiterhin viele Menschen mit dem Coronavirus an.
  • Trotzdem feiern zahlreiche Familien in wenigen Tagen Weihnachten.
  • Ein Gesundheitsexperte verrät, wie man sich bei den Feierlichkeiten vor dem Virus schützen kann.

Offenbach - Das Coronavirus hat Offenbach und die Region fest im Griff. Die 7-Tage-Inzidenzen steigen in fast allen Landkreisen in Südhessen weiter an. Es gibt viele Neuinfektionen und Todesfälle. Trotz dieser besorgniserregenden Entwicklung wollen viele Menschen in wenigen Tagen gemeinsam mit ihren Familien Weihnachten feiern. Damit es bei der Bescherung unter dem Christbaum sowie während dem Weihnachtsessen an Heiligabend und den Feiertagen nicht zu Ansteckungen mit dem Coronavirus kommt, muss einiges beachtet werden. Dr. Bernhard Bornhofen, Leiter des Stadtgesundheitsamts Offenbach, verrät Tipps und Tricks mit denen Sie gesund durch die besinnliche Weihnachtszeit kommen.

Corona-Krise in Offenbach: Vor Weihnachten in Quarantäne begeben

Um die Gefahr einer Corona-Infektion an Weihnachten zu minimieren, sollte man sich bereits vor den Festtagen auf diese vorbereiten. Dr. Bornhofen empfiehlt eine freiwillige Quarantäne, bevor Oma, Opa oder die Geschwister zu Besuch kommen. Eine zehntägige Isolation sei optimal. „Es geht auch fünf Tage vorher, dann ist die Sicherheit aber nicht ganz so groß“, so der Leiter des Gesundheitsamtes Offenbach in einem Video, das auf der Homepage der Stadt zu finden ist. Generell sollten vor den Feiertagen große Ansammlungen gemieden werden.

Christian Drosten teilt die Meinung* des Gesundheitsexperten aus Offenbach. Der bundesweit bekannte Virologe von der Charité in Berlin plädierte schon Anfang November für eine Quarantäne vor Weihnachten. „Ich halte das Prinzip der Vorquarantäne für eine gute Idee. Also dass Menschen einige Tage, optimalerweise eine Woche, vor dem Familienbesuch mit Oma und Opa soziale Kontakte so gut es geht vermeiden“, sagte Drosten. Trotz dieser Maßnahme gibt es aber keine Garantie dafür, ohne eine Corona-Infektion durch die Weihnachtsfeiertage zu kommen. „Menschen müssen Risiken in einer Pandemie ein Stück weit selbst abwägen. Es gibt keine totale Sicherheit, es bleiben immer Restrisiken“, weiß der Virologe.

Gesundheitsexperte aus Offenbach rät: Bei Corona-Symptomen nicht zum Weihnachtsfest gehen

Dr. Bernhard Bornhofen vom Gesundheitsamt in Offenbach empfiehlt, dass Menschen, die „nur den leisesten Hauch einer Krankheit haben“, nicht zum Fest gehen sollten. Dies betreffe Schnupfen, Husten und auch Durchfall. „Besonders Menschen mit frischen Symptomen scheiden viele Viren aus“, erklärt der Experte in seinem Video. Auch, wenn Krankheitsanzeichen einige Tage vor Weihnachten auftreten und dieses dann unmittelbar vor den Festtagen wieder etwas abklingen, sollte auf ein Zusammentreffen mit den Verwandten an Heiligabend oder den darauffolgenden Feiertagen verzichtet werden. „Denn leider hat diese Corona-Krankheit manchmal zwei Gipfel“, berichtet Bornhofen. Nachdem die ersten Symptome festgestellt worden seien, trete dann zunächst eine Besserung ein, bevor sich wenig später neue Corona-Anzeichen bemerkbar machen.

Sollten Sie an Weihnachten mehrere Feierlichkeiten besuchen, ist es besser, wenn diese in einem möglichst engen Zeitfenster stattfinden. „Wenn doch jemand beim Fest dabei ist, der andere Anwesende ansteckt, dann dauert es nochmal zwei Tage bis diese wiederum weitere Menschen anstecken können“, so der Leiter des Gesundheitsamtes in Offenbach. Die Gefahr einer Weitergabe des Coronavirus sei also bei verschiedenen Zusammenkünften während einer kurzen Zeitspanne weniger hoch.

Um sich an Weihnachten nicht mit dem Coronavirus zu infizieren, muss einiges beachtet werden.

Weihnachten im Corona-Jahr: Maske tragen und Abstand halten

Laut Dr. Bornhofen ist es erforderlich, bei allen Zusammenkünften an Weihnachten eine Maske mitzunehmen. Diese sollte beispielsweise bei der Begrüßung und auch der Bescherung aufgesetzt werden. Außerdem sei es ratsam, einen möglichst großen Abstand zu den Verwandten einzuhalten. Besonders während des gemeinsamen Essens ist das Einhalten der Abstandsregeln aber mitunter schwierig. Der Gesundheitsamtsleiter aus Offenbach empfiehlt das Aufstellen von zwei Tischen, sodass man sich während dem Verzehr von Gänsebraten oder Entenbrust nicht zu sehr auf die Pelle rückt. Das ist zwar nicht so gemütlich, reduziert aber das Risiko einer Corona-Infektion. Des Weiteren sollte das Weihnachtsessen möglichst kurz gehalten und nicht zu viel gesprochen werden, wie auf der Internetseite der Stadt Offenbach zum zu lesen ist.

  • Corona an Weihnachten: Das müssen Sie beachten
  • Möglichst in Vorquarantäne gehen
  • Bei Symptomen keine Zusammenkünfte besuchen
  • Abstandsregeln einhalten
  • Mund-Nasen-Schutz tragen
  • Regelmäßig querlüften

Ein weiterer wichtiger Hinweis von dem Gesundheitsexperten für die Weihnachtsfeiertage: „Alle 20 Minuten möglichst querlüften.“ Das Öffnen eines Fensters bewirke nicht viel. Stattdessen gegenüberliegende Fenster zeitgleich aufmachen, sodass ein Durchzug entsteht, der die Coronaviren aus den eigenen vier Wänden vertreibt.

Viele Raucher freuen sich darauf, an Weihnachten gemeinsam mit einem Verwandten einen Glimmstängel zu genießen und dabei das Corona-Jahr 2020 Revue passieren zu lassen. Doch Vorsicht ist geboten: Die Gefahr, dass man sich beim Rauchen zu nahe kommt, ist groß, wie Dr. Bornhofen in seinem Video berichtet. „Wenn Sie von einem Raucher das Nikotin riechen, bedeutet dies, dass Sie Luft einatmen, die der andere ausgeatmet hat“, so der Experte.

Beim Auspacken von Weihnachtsgeschenken ist das Risiko sich mit dem Coronavirus zu infizieren relativ gering.

Das Auspacken der Weihnachtsgeschenke ist weit weniger gefährlich, als das gemeinsame Essen oder Rauchen. Die Luft sei laut dem Leiter des Gesundheitsamtes in Offenbach der Hauptübertragungsweg. „Selbst wenn ein an Corona erkrankter Mensch die Geschenke ein oder mehrere Tage vor der Bescherung verpackt hat, sind die Viren in der Regel eingetrocknet und abgestorben, sodass nicht mehr viel passieren kann“, sagt Dr. Bornhofen. Geschenke seien also nicht das große Problem. Wer jedoch ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann beim Auspacken Einweghandschuhe tragen.

Corona in Offenbach: An Weihnachten einen Spaziergang machen

Für viele Menschen gehört der Weihnachtsbraten und die Bescherung unter dem Christbaum zu den Traditionen an Heiligabend, auf die man nur ungern verzichtet. Wem diese Bräuche aber nicht so wichtig sind, der hat durchaus auch andere Möglichkeiten die Festtage mit den Liebsten zu verbringen, ohne sich dabei einem allzu großen Infektionsrisiko auszusetzen. Dr. Bornhofen vom Gesundheitsamt in Offenbach schlägt angesichts der Corona-Pandemie beispielsweise einen Spaziergang vor. Dabei könne der nötige Abstand problemlos gewahrt werden. (Tobias Ketter) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa

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