Getrennt und trotzdem zusammen

Das Coronavirus beschert Skype, WhatsApp und Co. einen Boom

Kommunikation trotz Abschottung: Zahlreiche Anbieter machen es in Corona-Zeiten möglich. 
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Kommunikation trotz Abschottung: Zahlreiche Anbieter machen es in Corona-Zeiten möglich. 

Wer soziale Kontakte pflegen, aber trotzdem zuhause bleiben möchte, finde viele Möglichkeiten. Wir stellen einige vor.

  • Mit WhatsApp, Skype und Co. lässt sich trotz Coronaviurs in Verbindung bleiben
  • Viele Programme sind einfach zu bedienen
  • Ein Nutzeraccount ist meist Voraussetzung

Kassel/Offenbach – Es gibt sie noch, in Zeiten von Corona, die sozialen Kontakte. Wegen der von der Politik angeordneten Einschränkungen finden diese nur nicht mehr persönlich statt. Dafür aber online. Denn mittlerweile verabreden sich immer mehr Familien, Freunde und Kollegen zu Gruppen-Videochats, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Von Corona-Partys 2.0 ist mit einem Augenzwinkern die Rede. Virtuell diesmal. Also ganz ohne Ansteckungsgefahr. 

Starker Anstieg der Nutzerzahlen in Zeiten des Coronavirus

Anbieter berichten von einem starken Anstieg der Nutzerzahlen: „In Regionen, die am stärksten von dem Virus betroffen sind, haben sich die Sprach- und Videoanrufe via Messenger und WhatsApp mehr als verdoppelt“, berichtet ein Facebook-Sprecher auf Anfrage. Der Zuwachs sei branchenweit beispiellos. „Wir reduzieren in bestimmten Regionen zeitweise die Bitraten für Videos auf Facebook und Instagram, um einen Beitrag zur Vermeidung einer potenziellen Überlastung des Netzwerks zu leisten.“ Auch die Videokonferenz-App Zoom erfreut sich einer ungeahnten Nachfrage: Binnen weniger Wochen schnellte die Zahl der Nutzer von 10 auf 200 Millionen pro Tag hoch.

Videochats helfen gegen die Corona-Isolation

Anbieter für Gruppen-Telefonie und Video-Gruppenchats gibt es zahlreiche – und für den privaten Bereich sind die meisten kostenlos. Auch die Nutzung ist bei den meisten Anbietern einfach gehalten. Eine App und ein Nutzeraccount sind allerdings meist Voraussetzung.

Genutzt werden die Videochat-Angebote in diesen Tagen vielfältig. Sei es, um abends eben doch mit Freunden einen Wein oder ein Bier zu trinken, sich mit Familienmitgliedern auszutauschen, die nicht in einem Haushalt wohnen und sich wegen des Ansteckungsrisikos derzeit nicht sehen oder die nun fehlenden Mittagspausen oder Feierabendtreffen mit den im Homeoffice arbeitenden Kollegen zu verbringen. Was viele dabei besonders schätzen: sich zu sehen und nicht nur die Stimme der anderen zu hören. Das kann auch nützlich sein, wenn man Hilfe wegen eines Problems braucht – und dieses via Videochat nicht nur beschreiben, sondern auch zeigen kann.

WhatsApp, Skype und Co. - Mit diesen Anbietern sind Video-Gruppenchats möglich

WhatsApp

Bis zu vier Personen können sich bei WhatsApp in den Videochat einklinken. Um die Funktion zu nutzen, gehen sie in das Chatfenster einer Person, die an der Gruppenkonferenz teilnehmen soll. Starten Sie die Videotelefonie über das Kamera-Symbol oben rechts. Ist die Verbindung aufgebaut, sehen sie am rechten Rand ein Plus-Symbol. Tippen Sie dieses an und fügen weitere Personen aus ihrer Kontaktliste hinzu. Mit jedem Teilnehmer wird das Bild weiter aufgesplittert. Das Ganze klappt übrigens auch in Gruppenchats.

Skype

Nutzbar ist Skype am Computer oder via App mit dem Smartphone. Voraussetzung ist ein kostenloses Skype- oder Microsoft-Konto. Bis zu 50 Personen können zusammengeschaltet werden. Praktisch: Man kann zu einem Termin einladen und dann mit den Teilnehmern nicht nur sprechen, sondern auch schreiben.

Zoom

Benötigt wird eine auf dem Computer installierte Software oder die App auf dem Smartphone. Einen Account muss man nicht erstellen. Teilnehmen können bis zu 100 Personen. Nachteil: Die Sitzung ist auf 40 Minuten begrenzt. Uneingeschränkte Nutzung kostet in der Basisversion 13,99 Euro im Monat pro Moderator. Allerdings schlagen Datenschützer Alarm: Laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur verging zuletzt kaum ein Tag, ohne dass neue Sicherheitslücken oder zweifelhafte Entscheidungen zur Privatsphäre bekannt wurden.

Facebook

Das soziale Netzwerk hat in seinem Messenger ebenfalls einen Video-Gruppenchat für bis zu 50 Personen. Dafür muss zunächst ein normaler Gruppenchat erstellt werden.

Bedenken sollte man, dass man bei Videotelefonie vor allem WLAN nutzt, da diese viel Datenvolumen verbraucht: Pro Minute kommen schnell 5 Megabyte (MB) zusammen, bei einer halben Stunde sind es schon 150 MB. Unterwegs besser geeignet ist daher eine normale Telefonkonferenz. Diese verbraucht nur etwa 1 MB pro Minute.

Discord

Auf dem Rechner kann Discord im Browser genutzt werden, für Smartphones gibt es eine App, die Kommunikation ist per Sprach-, Video- und Textchat möglich.

VON MARIE KLEMENT UND NIELS BRITSCH.

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