Coronavirus-Pandemie in Offenbach

Coronavirus: Stadt Offenbach macht so gut wie alles dicht – Drastische Einschnitte 

+
Die Löwen-Apotheke an der Frankfurter Straße rät Privatpersonen in Sachen Corona-Virus zu Besonnenheit. 

Offenbach trifft weitreichende Entscheidungen im Kampf gegen das Coronavirus. Oberbürgermeister Schwenke verteidigt jedoch die Maßnahmen gegen Corona. 

  • Der Coronavirus breitet sich weiter in Hessen aus
  • In Offenbach werden jetzt weitreichende Maßnahmen getroffen
  • Viele öffentliche Einrichtungen in Offenbach geschlossen

Offenbach – Der Verwaltungschef hatte zuvor schon angekündigt, zukünftig alle Entscheidungen nach dem Motto „auf alle nicht notwendigen sozialen Kontakte bis auf Weiteres verzichten“ zu treffen.

Mit eindringlichen Worten hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel am späten Donnerstagabend dann die derzeitige Lage beschrieben: Die Welt habe es mit einer gesundheitlichen Herausforderung zu tun, auf die Wissenschaft und Medizin noch keine Antwort hätten. Sie rief ebenfalls zu einem Verzicht aller nicht notwendigen sozialen Kontakte auf. „Angela Merkel hat wörtlich gesagt: Das ist ein Aufruf an alle. 

Kampf gegen Coronavirus in Offenbach: Oberbürgermeister ergreift Maßnahmen

Dieser Aufruf ist richtig. Als Oberbürgermeister, der für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger von Offenbach verantwortlich ist, ergreife ich die jetzt notwendigen Maßnahmen, die geeignet sind, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen“, so Schwenke. 

„Dann können unsere Gesundheitsbehörden, die Ärzte und Kliniken und das Pflegepersonal in den Krankenhäusern diese Herausforderung auch meistern.“ Für die Schulen und Kitas in Offenbach übernimmt die Stadt Offenbach zur Vermeidung von chaotischen unterschiedlichen Regelungen die Landesregelungen.

Bis einschließlich 20. April gilt deshalb: Der reguläre Unterricht an den Schulen in Offenbach, auch den beruflichen, und der Betrieb an den städtischen Kitas wird eingestellt. Ab dem kommenden Montag, 16. März, gibt es nur noch eine Notbetreuung an allen Schulen und Kitas für Kinder, deren Eltern in kritischer Infrastruktur arbeiten (Kliniken, Ärzte, Pflegeeinrichtungen) und keine Betreuung zuhause organisieren können.

Offenbach: Wegen Coronavirus sind Veranstaltungen mit Teilnehmerzahl von 200 Personen untersagt

Weiterhin werden alle Veranstaltungen in Offenbach wegen Corona unabhängig von ihrer Art und dem Veranstaltungsort ab einer Besucher- beziehungsweise Teilnehmerzahl von 200 Personen mittels einer Allgemeinverfügung bis zum 20. April untersagt.

„Das gilt für alle Veranstaltungen, egal ob drinnen oder draußen und egal ob öffentlich oder privat“, unterstrich der Oberbürgermeister. Unter die Regelung fallen auch Veranstaltungen auf den städtischen Friedhöfen (zum Beispiel Trauerfeiern und Beisetzungen) sowie private Veranstaltungsstätten wie Diskotheken, Konzertsäle oder Kinos. „Zudem werden alle Veranstaltungen über 100 Personen, auch Tanzveranstaltungen, per Einzelverfügung bis zum 20. April untersagt. Oberbürgermeister Schwenke forderte außerdem alle Organisatoren kleinerer Veranstaltungen auf, diese bis auf Weiteres zu verschieben. „Wir rufen alle auf, unserem Beispiel zu folgen und ebenfalls alle unnötigen sozialen Kontakte zu vermeiden. Auch im privaten oder familiären Bereich.“

Aktuelle Entwicklungen zu Corona in Offenbach und der Region gibt es im Ticker

Coronavirus: Viele öffentliche Einrichtungen in Offenbach vorerst geschlossen

Seitens der Stadt Offenbach werden folgende Einrichtungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus bis 20. April geschlossen: Klingspormuseum, Haus der Stadtgeschichte, alle städtischen Jugendtreffs, alle Seniorentreffs und die Volkshochschule. Lediglich Integrationskurse an der VHS sowie Kurse für Prüfungsvorbereitungen und Prüfungen selbst werden fortgeführt, alle anderen VHS-Seminare werden ausgesetzt.

Auch die Stadtbibliothek wird für den öffentlichen Verkehr geschlossen. Lediglich Abiturienten erhalten noch Zutritt zur Vorbereitung ihrer Prüfungen. Weiterhin geschlossen werden das Waldschwimmbad und die städtischen Sportanlagen, einschließlich der Schulhallen, die von Sportvereinen genutzt werden. Auch Saunen sollen betroffen sein.

Maßnahmen gegen Coronavirus in Offenbach: Oberbürgermeister bittet um Verständnis

Zu den städtischen Dienstleistungen in Offenbach ist im Krisenstab vereinbart: Alle Wartebereiche mit Publikumsverkehr, das betrifft auch das Bürgerbüro in der Kaiserstraße, werden auf das notwendige Minimum begrenzt. Dienstleistungen werden allerdings weiterhin erbracht, die Ämter bleiben auf. Aber nur nach vorheriger Terminvereinbarung. Dienstreisen sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus untersagt, wo möglich, arbeitet man von daheim aus. „Alle Rückkehrer aus Risikogebieten erscheinen auch ohne Symptome 14 Tage nicht zum Dienst oder werden in Einzelbüros gesetzt“, hat der Verwaltungsstab zudem entschieden.

Oberbürgermeister Felix Schwenke bittet um Verständnis: „Ja, die Maßnahmen sind ungewöhnlich. Und ja, unser Leben kann in der nächsten Zeit nicht mehr so weiterlaufen wie sonst. Aber sie sind notwendig, damit wir Menschenleben retten. Wir befinden uns in einer Entwicklung, die paradox erscheinen mag. 

Aber sie ist im Prinzip ganz einfach: Je drastischer unsere Entscheidungen heute ausfallen, desto geringer werden die Auswirkungen auf Dauer sein. Denn genau dann wird der Verlauf eingedämmt. Und darum geht es. Wir nutzen jetzt die Chance, wichtige Entscheidungen zu treffen.“ 

tk / pso

Bereits zwei Coronavirus-Patienten gibt es in Rödermark. Veranstaltungen wurden abgesagt und die Bürger müssen mit weiteren Einschränkungen rechnen.Derweil haben sich die Krankenhäuser in Offenbach und der Region wegen des Coronavirus auf den Notfall vorbereitet.

Die Behörden in Stadt und Landkreis Offenbach sind wegen des Coronavirus überlastet. Selbst das vorerkrankte Kind einer Familie aus Dreieich kann keinen Coronavirus-Test machen.Die Polizei in Offenbach geht wegen des Coronavirus vermehrt auf Streife um geöffnete Läden ausfindig zu machen.

Die Lage ist wegen des Coronavirus überall angespannt: In Reichelsheim laufen Ermittlungen gegen einen Mann, der einen Polizist absichtlich angehustet haben soll. Der Vorwurf: Versuchte schwere Körperverletzung.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare