Hessen

Coronavirus: Krankenhäuser in Offenbach und der Region bereiten sich auf den Notfall vor

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Die Krankenhäuser in Offenbach und der Region sind auf einen Ausbruch vorbereitet. (Symbolbild)

Das Coronavirus breitet sich in Hessen aus. In den Kliniken in Offenbach und Umgebung hat man sich vorbereitet. 

  • Das Coronavirus* breitet sich nun auch in Deutschland aus
  • Krankenhäuser in Offenbach und der Region bereiten sich auf den Ernstfall vor
  • Maßnahmenplan bei Verdachtsfall 

Offenbach/Hanau/Seligenstadt – Die Krankenhäuser und Gesundheitsämter in der Region rund um Offenbach sehen sich für den Ausbruch des Coronavirus gewappnet. So haben sich sowohl das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises als auch das Klinikum Hanau auf den Notfall vorbereitet. Das Personal – beispielsweise der zentralen Notaufnahme und des Gesundheitsamts – wurde geschult und hat den Ernstfall durchgespielt. Vonseiten des Main-Kinzig-Kreises soll unter anderem ein Bürgertelefon eingerichtet werden, durch das Informationen weitergegeben werden, sagt Pressesprecher John Mewes.

Sollte es zu einer Viruserkrankung kommen, kann das Klinikum Hanau darauf zum Beispiel mit Isolierung der Betroffenen reagieren. Dasbehandelnde Personal in Hanau ist dann angewiesen, Schutzkleidung zu tragen: „Bei ernst zunehmenden Verdachtsfall muss das Personal einen Schutzkittel, Handschuhe, eine Schutzbrille und eine Atemschutzmaske tragen“, sagt Michaela Farr, zuständig für die Unternehmenskommunikation des Klinikums Hanau. Bisher gab es vor zwei bis drei Wochen Verdachtsfälle im Main-Kinzig-Kreis. Diese stellten sich schnell als falsch heraus, sagt Mewes.

Coronavirus: Personal in Krankenhäusern in Offenbach und der Region stellt bei Verdacht gezielt Fragen

Da sich die Symptome oftmals kaum von denen normaler Erkältungen unterscheiden, müssten die Krankenhausmitarbeiter oder Rettungsdienste gezielt bestimmte Fragen stellen, „zum Beispiel, ob sich der jeweilige Patient kürzlich in einer betroffenen Region aufgehalten hat oder mit Menschen Kontakt hatte, die beispielsweise in China oder Norditalien waren“, erläutert Moritz May, Geschäftsführer der Asklepios-Klinik in Seligenstadt. Das gilt aber auch für die Kollegen im Sana-Klinikum in Offenbach.

Gebe es entsprechende Hinweise auf das Coronavirus, werde der Patient isoliert, „das heißt, er kommt zur Überprüfung in ein Zimmer mit separaten Zugängen und einer Schleuse. Unsere Mitarbeiter betreten das Zimmer nur mit Schutzkleidung“, erklärt er das weitere Vorgehen. „Es werden Proben genommen und ins Labor geschickt, normalerweise liegt ein Ergebnis innerhalb von 24 Stunden vor.“ Bestätige sich der Verdachtsfall, werde der Patient nur dann in eine Fachklinik verlegt, wenn eine problematische Vorerkrankung vorliege, in deren Zusammenhang das Virus gefährlich werden könnte. May hält die Seligenstädter Klinik gut gerüstet: „Unsere Mitarbeiter wurden geschult, explizit auch auf Corona.“

Die aktuellen Entwicklungen zu Corona in Offenbach und der Region gibt es im Ticker

Coronavirus (Offenbach): Bei einem Ausbruch werden ganze Ebenen in den Krankenhäusern isoliert

Jan Voigt, Geschäftsführer der Asklepios-Klinik Langen, sieht aktuell ebenfalls keinen Grund für Sorge oder gar Panik. „Wir sind absolut gewappnet“, sagt er. Es gebe eine interne Verfahrensanweisung für die Mitarbeiter. Leide ein Patient unter den Symptomen, werde eine Reise-Anamnese gemacht und gefragt, „wo waren Sie die letzten vier bis fünf Wochen?“ Stelle sich heraus, dass die Kombination aus Symptomen und Aufenthaltsort den Verdacht erhärtet, werde der Betroffene isoliert, „und seine unmittelbaren Begleiter ebenfalls“. Bei einer negativen Probe werde in Absprache mit dem Gesundheitsamt entschieden, ob der Patient entlassen werden könne oder „wegen der langen Inkubationszeit“ zehn Tage später erneut getestet werden müsse.

Sollte das Virus in der Region rund um Offenbach ausbrechen und größere Kapazitäten notwendig sein, werde eine komplette Ebene im Krankenhaus gezielt isoliert. Dann komme derzeit erschwerend hinzu, dass der Ausbruch auf die Erkältungs- und Grippezeit fällt, da die Symptome ähnlich sind. Doch auch für diesen Fall sei man gewappnet: „Wir machen einen Grippe-Schnelltest, mit einem positiven Ergebnis können wir dann innerhalb von drei Minuten eine Corona-Infektion eher ausschließen.“

Coronavirus: Auch das Sana-Klinikum Offenbach ist auf den Ernstfall vorbereitet

Auch das Sana-Klinikum in Offenbach ist laut Sprecherin Marion Band für den Ernstfall gut vorbereitet: „Unsere Maßnahmen passen wir ständig der jeweils aktuellen Situation an.“ Dabei werde die aktuelle Risikobewertung von Weltgesundheitsorganisation und Robert Koch-Institut berücksichtigt. „Bis zum Vorliegen einer eindeutigen Diagnose werden die betreffenden Personen isoliert und unter entsprechenden Hygienemaßnahmen versorgt.“ 

Sollte sich ein Verdacht auf Coronavirus bestätigen, werde der Patient auf eine Isolierstation verlegt. Es gebe sechs Isolierzimmer, „im Rahmen von Infektionspandemieplänen kommen weitere Bereiche des Klinikums bei Lageeskalation schrittweise hinzu, sodass ein Vielfaches an Isolationspatienten – etwa auch bei einer Grippe-Pandemie – versorgt werden könnte.“ Außerdem sei eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Verantwortlichen der Stadt, des städtischen Gesundheitsamtes und des Ketteler-Krankenhauses gegründet worden.

Von Yvonne Fitzenberger und Niels Britsch

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