Feuerwehr-Dach weiterhin undicht

Rumpenheim - Der Anruf der Redaktion sorgt für spürbare Aufgeregtheit bei den Beteiligten. Der Tenor der Reaktionen: Ist doch alles halb so wild mit dem Neubau der Freiwilligen Feuerwehr. Von Martin Kuhn

Dann wäre ja inzwischen alles tatsächlich so gut, wie es schon im Januar der Fall sein sollte, als das neue Brandschützer Domizil am Mainzer Ring offiziell eingeweiht wurde.

Intern liest sich das aber ganz anders: „Dass die Arbeiten aber nach einem Jahr immer noch nicht abgeschlossen sind, hatte sich keiner der Beteiligten vorstellen können“, heißt es in einem Schreiben an die gut 280 Mitglieder der Wehr. Da musste die Redaktion nachhören.

„Unser Ziel ist es, dass wir das Dach nicht zweimal zahlen müssen“

Rumpenheims Wehrführer Gerd Lang will gleich klarstellen, dass die Wache für die 32 aktiven Freiwilligen „ohne Einschränkungen funktionsfähig ist“. Die für den Bau ursprünglich veranschlagten 2,475 Millionen Euro scheinen demnach richtig angelegt. Aber damit das so bleibt, haben inzwischen die Juristen das Wort. „Wir rollen das minutiös auf; unser aller Ziel ist es, dass wir das Dach nicht zweimal zahlen müssen“, betont Berufsfeuerwehrchef Uwe Sauer. „Wir“ wäre letztlich der Steuerzahler. Wie dem Mitglieder-Schreiben zu entnehmen ist, betrifft es vor allem ein Gewerk des Neubaus: „Insbesondere das Dach ist trotz mehrfacher Nachbesserungen weiterhin an mehreren Stellen undicht“ – sowohl über der Fahrzeughalle als auch über dem Sozialtrakt. „Das ist für alle Beteiligten mehr als ärgerlich“, beurteilt Sauer die Situation.

Undicht bleibt’s bis zur Beweissicherung

Ganz ähnlich äußert sich EEG-Geschäftsführer Reinhard Hantl. Seine Gesellschaft hatte seinerzeit die Projektsteuerung für die Stadt übernommen: „Die Baumängel müssen behoben werden. Das wird, wie in solchen Fällen üblich, juristisch begleitet. Da muss man Geduld haben; auch wenn’s einigen viel zu langsam vorangeht.“ Für den Laien sicher unverständlich: Undicht bleibt’s bis zur Beweissicherung.

Das alles verhinderte bislang auch einen zumindest intern angekündigten großen Festtag bei Rumpenheims Brandschützern: „Aufgrund dessen sind auch alle Planungen betreffend eines Tages der offenen Tür, in dessen Rahmen man nicht nur Ihnen, verehrte Mitglieder, sondern allen Bürgern der Stadt, das Gebäude hätte feierlich präsentieren wollen, erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben worden.“

Mit ein Grund fürs Schreiben: Einige Mitglieder des Feuerwehrvereins fühlten sich offenbar übergangen, als sie nicht zur offiziellen Einweihung geladen wurden. „Wir verzeichneten im Frühjahr leider zwei Austritte“, sagt Gerd Lang. Vielleicht lässt sich diese Bilanz ausgleichen, wenn das Flachdach endlich abgedichtet ist. Allerdings kritisieren bereits Feuerwehrleute hinter vorgehaltener Hand: „Ein Flachdach wollten wir nie haben...“

Rubriklistenbild: © pixelio.de/Christoph Ehleben

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