Bauherr am Hessenring muss dreizehn Luxuswohnungen erneut entkernen

Dachstuhl komplett ausgebrannt

Dichter Qualm stieg aus dem ehemaligen Altenheim am Hessenring auf. Foto: georg-foto

Offenbach – Die ersten Wohnungen hatte Bauherr Erdogan Samiloglu Ende des Jahres den Käufern übergeben wollen. VON THOMAS KIRSTEIN

Das wird sich wohl erst einmal auf unbestimmte Zeit verzögern: Ein Großbrand zerstörte in der Nacht zu gestern den Dachstuhl des Osttrakts seines Offenbacher Projekts komplett. Personen kamen dabei nicht zu Schaden.

2015 hatte der Würzburger Investor das eigentlich dem Abriss preisgegebene ehemalige städtische Altenwohnheim am Hessenring samt seinem 16 000 Quadratmeter großen Grundstück für 4,1 Millionen Euro erworben. Aus dem ursprünglichen Armenhaus sollte, im wiederhergestellten ursprünglichen Erscheinungsbild, eine Luxusanlage mit 85 Einheiten werden.

Im obersten Geschoss entsteht unter anderem eine Penthouse-Wohnung von 200 Quadratmetern. Dort war wahrscheinlich aus noch unbekannter Ursache das Feuer ausgebrochen und hatte auf das Gebälk übergegriffen.

Trotz eines massiven Löschangriffs eines Feuerwehr-Großaufgebots von innen und von außen (mit zwei sogenannten Hubrettungs-Fahrzeugen) konnte der Dachstuhl des 1877 errichteten und 1908 erweiterten Baus nicht gerettet werden.

Und nicht nur das macht den Schaden aus. Erdogan Samiloglu hat das Desaster gestern in Augenschein genommen. Er klingt geknickt: „Wir waren kurz davor abzuschließen, jetzt müssen wir noch mal komplett entkernen und neu aufbauen.“ Das Löschwasser sei durch die Decken der fünf Stockwerke bis ins Parterre gelaufen, 13 Wohnungen könne er erst einmal abschreiben, sagt er.

20 Millionen Euro steckt Samiloglu in das Objekt „Seerosengarten“, das eigentlich bereits 2017 bezogen werden sollte – Genehmigung und eine sich hinziehende Entkernung durchkreuzten das. Über finanzielle Auswirkungen des Großbrands wollte der Bauherr vor der Begutachtung nicht spekulieren.

Am Dienstag um 4.10 Uhr wurde „Feuer aus“ gemeldet, es folgten Nachlöscharbeiten bis in den Vormittag. Der Brand erforderte die Zusammenarbeit verschiedener Wehren: Die örtliche Berufsfeuerwehr wurde von den Freiwilligen Feuerwehren der Städte Offenbach, Obertshausen und Neu-Isenburg unterstützt. Insgesamt waren 69 Brandschützer am Hessenring gefordert.

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