Ein Song für den Prinzen

Tina Dico stellt im Capitol ihr neues Album vor

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Tina Dico

Offenbach - Heiter bis wolkig: Die dänische Popsängerin Tina Dico beweist am Samstag im Offenbacher Capitol musikalische Vielseitigkeit. Vor Kurzem hat die Singer-Songwriterin auf dem Geburtstag des Kronprinzen gespielt. Von Sebastian Krämer 

Wenn dänische Filmemacher einen Soundtrack für ihre seelengeplagten Protagonisten suchen, wissen sie ganz genau, wen sie anrufen: Tina Dico. Bei ihrem umjubelten Auftritt im Capitol Offenbach bezeichnete sie sich selbst als Expertin auf diesem Gebiet. Für einen Spielfilm entstand auch das Liebeslied „The Woman Downstairs“. Dicos eigene Liebe steht derweil mit auf der Bühne: Die 41-Jährige ist mit dem Musikerkollegen Helge Jonsson liiert.

Der glänzt gleich an mehreren Instrumenten (Klavier, Posaune, Gitarre) und bildet mit Marianne Lewandowski (Drums) und Dennis Ahlgren (Gitarre, Bass) eine brillante Rhythmusgruppe, die auch gesanglich auf ganzer Linie überzeugt: Das Ensembles besitzt ein ausgezeichnetes Feingefühl für Klang und Zusammenspiel. Schwerpunkt des Abends ist das aktuelle Album der in Island lebenden Sängerin. Glücklicherweise ergänzt Dico es mit älteren Nummern. Nicht, dass die Songs, die von Balladen bis zu dynamischen Up-Tempo-Nummern reichen, nicht hörenswert wären. Nur: Die Gesamtspielzeit des Albums beträgt gerade mal 34 Minuten.

Schon nach dem ersten Titel „Not Even Close“ bricht tosender Beifall im vollbesetzten Saal aus. Zu hören ist dann auch ein Song, den Dico anlässlich des 50. Geburtstages des dänischen Kronprinzen komponierte. Das Lied erzählt von seiner Zeit als Student in Harvard, wo er mit Freunden in „Adams House“, dem Haus einer Bruderschaft, anonym seine Zeit verbringen konnte.

Dico, die in Deutschland bei Weitem nicht so bekannt ist, wie in ihrem Heimatland, war als Musikact zu den Feierlichkeiten des Kronprinzen eingeladen. Auf den Zwischenruf eines Zuschauers im Capitol, ob ihm denn der Song gefallen habe, antwortet die Sängerin: „Ja“ – auch wenn der Prinz eigentlich laute Rockmusik aus den 1970ern favorisiere.

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Der Song passe gut zum Titel ihres aktuellen Albums „Fastland“, was im Deutschen „Festland“ bedeute. „Fest“ stünde im Deutschen ja auch für Party. Tatsächlich schwankt die Stimmung beim mitklatschenden und mitsingenden Publikum: Mal ist’s andächtig, dann kommt die Gänsehaut, dann die Partystimmung. Mit ihrer Bühnenpräsenz und sympathischen Ausstrahlung wollen die Zuschauer sie auch nach mehreren Zugaben nicht gehen lassen. Am Ende steht fest: Dico könnte mit ihrer musikalischen Vielseitigkeit eigentlich für jeden Film den Soundtrack liefern.

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